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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-01-20 · No. 3. (20.1.1883) · p. Seite 10

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 3. (20.1.1883)
Date
1883-01-20
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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4- 10 — . & Jahrhaadecfcstattgpihndenha&; a&n Abstammung larabien aber istzicher, da aneeer ihrer Tradition und ihrer -inneren Erscheinung anoh diejenigen Gehräoche, die sich ans dem Judenthmn bei ihnen erhaften hatten, mit denen der südarabischen Jaden übereinatimmenJ ( Sie hatten keine ThararoUen öder sonstige hebriische Bücher mitgenommen oder die etwa mitge- .sommenen später verloren, ebenso war ihnen die hebriiache Sprache and eine Kenntni 8s des Ges etze : abhanden gekommen. Ton Letzteren hatten sie mir noch die mündlichen Uebeiiieferangen, an denen sie mit orientalischer Zähigkeit festldelten. Am Sabbath zünden sie kein Feuer an und enthalten sich der.1 Ausübung ihres ״Gewerbes, eine weitere Arbeitsbeschränk ang kennen sie nicht, am Jom Kippur fasten sie und bleiben in ihren Wohnungen bei verschlossenen Thüren, weshalb sie diesen Tag in ihrer (Morate) Sprache ״den Tag bei verachlossenen Thüren“ nennen.*) Ein Gottesdienst wird nicht abgehalten, da sie weder Gebete noch Gotteshänser haben. Tom Pessachfeste 'wissen sie nur, dass an demselben sieben Tage lang der Sauerteig. verboten ist, und halten sie während dieser Zeit das Gesäuerte in ihren Wohnungen verl>orgen, am neunten Tage des Monats Ab und am Gedaljatage fasten sie zum Andenken an die Tempelzerstörung. Sie feiern die Neumonde und als Neujahr den Neamondstag des Monats Nissan, wobei sie sich des indischen Mondkalenders bedienen, der gleichfalls zur Ausgleichung mit dem Sonnenjahre Iburmonate hat und nicht sehr viel von der jüdischen Jahresrechnung ab weicht Sire Aera zählen sie seit Chan och und ist dieses Jahr . (1883) das Jahr 4983. Sie üben die Beschneidung der achttägigen Söhne, scheeren sich zwar das Haupt nach indischer Sitte, lassen aber, wie bereits angegeben, die Seitenhaare 'des Kopfes lang wachsen und sind hieran sofort kenntlich Sie glauben an den Messias und an eine Bäckkehr nach Palästina und Jerusalem, ferner an die Unsterblichkeit der Seele, an Himmel und Hölle, sowie an Engel und Dämonen. Wenn auch keine Synagogen, so haben sie doch eigene Begräbnissplätze mit Grabsteinen, auf welchen der Name des Verstorbenen in Morateschrift verzeichnet steht Sie leben in Vielweiberei, die Heirathsceremonie besteht darin, dass der Bräutigam der Braut einen Bing ansteckt, sonst haben sie nur die indischen nicht die jüdischen Hochzeitsgebräuche. Der Mann kadn die Erau verstossen, indem er sie den Ihrigen surüokschickt, die Leviratsehe kennen sie nioht. Bei der Niddah halten sie eine einw&ohige Absonderung und afedenn ein einfaches Bad. Sie kleiden sich nach Landessitte, leben auch im Uebrigen nach den indischen Gebräuchen and zwar so sehr, dass das indische Götzenthum sich bei ihnen, nsanentlioh bei den Weibsen, eingeschliohen hat) *) ▼ia&eiafee •ins uüatTSfsttiuUiehe Usbsnetsaug des ׳OUd.) Es ist jedoch in dieser, wie überhaupt in religiöser Hinsicht in neueren Zeiten bei ihnen besser geworden, indem die Bombayer Jaden, namentlich die von Bagdad gekommen, sich ihrer angenommen, sie in den Lehren und Anordnungen des Jadenthams unterrichtet, ihnen die heilige Schrift und die hebräische Sprache gebracht und ihnen zu Bombay eine 8ynagoge gebaut haben. Sie haben jetzt vollständig die jüdischen Gesetze angenommen, haben mehrere Synagogen, Schulen, Mikwah's und besitzen Schochtim, Lehrer und Chasanim, alles yemensischen Jaden. Die übrigen Juden leben mit ihnen in Freundschaft, nur dass die Bagdader und yemensischen Jaden, welche sehr stolz auf ihre Abstammung zu sein pflegen, sich mit ihnen nioht verheiratheu. [ Ein sonderbarer Gebrauch besteht noch bei ihnen. Sie lassen den Knaben bis zum Alter von 4—5 Jahren das Haar wild wachsen. Wenn der Knabe zum ersten Male geschoren weiden soll, wird ein grosses Freudenfest veranstaltet, das Kind wird auf ein prächtig verziertes Pferd gesetzt und mit einem feierlichen Gefolge unter Musik und Tanz zur Synagoge geleitet. Dort wird der erste Haarschnitt vorgenommen und jeder der Anwesenden rechnet es sich zur Mizwah, sich hieran zu betheiligen und einige Haare abzusohneiden. Das abgeschnittene Haar wird gewogen und dessen Gewicht in Silbe» der Synagoge oder den Armen geschenkt.*) Bei diesem ersten Haarschneiden werden; auch die Seitenhaare mitabgeschnitten, welche von diesem Zeitpunkts an nicht mehr geschnitten, sondern; wachsen gelassen weiden. Seitens der evangelischen Missionäre sind wieder-ij holt Versuche gemacht worden, sie ihrem altesgl Glauben abwendig zu machen, jedoch vergeblich; auch;] nicht einer von ihnen hat sich taufen lassen. SmJ betreiben hauptsächlich Handwerke und sind meisten/] Zimmerleute, Maurer, Oelmüller, auch Ackerbaner; d*’J Handel wird von ihnen wenig betrieben. Seit darjj englischen Herrschaft haben sich schon viele von ihne als Soldaten anwerben lassen und werden sie von ds englischen Militairbehörde wegen ihrer Trene Zuverlässigkeit sehr gern genommen, es sind aao viele von ihnen zu solchen militärischen Stellung avancirt, zu welchen überhaupt die Eingeborene Indiens in der Armee zugelassen werden. Währ der grossen Militärrevolte von 1857 hat die uns schütteriiche Treue dieser israelitischen Solds wesentlich zur Unterstützung der englischen Herrsch« in Bombay beigetragen. Auch in der englisch Kolonie Aden fand Saphir mehrere hundert Sold« aas den Beni Israel, welche von dem Kolonieregima sehr geschätzt werden und sich in guter Lage finden. Anoh ftir den Civildienst sacht die Kolon regierang die Beni Israel zu verwenden. Saphir einen von ihpen, der in Aden das einflussreiche eines Geriohtsschreibers (clerk of the Court) einen höheren Posten in der Polizei Verwaltung bekleid *)' Schsinjt •ine Bcztiuaceas •n da« ehMkalig« ״•״. ■ j ׳״י־ ••׳׳ *■־<־• ן'■ i|.i

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