Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 3. (20.1.1883)
- Date
- 1883-01-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Daake « Ce., Frankfurt a. M., Magäjsharg, Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert Inhalt: Wisaenschaftl. Aufsatz: Ueber dis Beni Israel in Indien. Von Rechtsanwalt Metz in Bielefeld. — Wieder einige Schriften gegen Rohling. I Litteraturbenohte. Tödoh Wesimroh II. und Lewandowski. Von M. Rosenhaupt. (Fortsetzung). — Die Blutbeschaldigang gegen die Jaden. — Supplement, enthaltend Uebersicht, Register und Glossar zu Tossefta. Von Dr. M. S. Zuckermandel. Ueber die ״Beni Israel*‘ in Indien. Von Rechtsanwalt Metz in Bielefeld. Seitdem die Engländer in Indien zt|r Oberherrschalt gelangt sind, giebt es daselbst (eine Anzahl •jüdischer Gemeinden deren Angehörige zum kleineren Theile aus Europa, zum bei weitem grösseren aus ädern Oriente, insbesondere aus der sehr zahlreichen )(30,000 Seelen), Gemeinde von Bagdad ^ingewandert ׳Kind. Indessen giebt es, in Indien auch;noch Juden, deren Vorfahren schon vor der brittiscbän Herrschaft dort gewohnt haben. Dies sind namentlich die weissen Juden von Cotschin, die schwarzen Juden daselbst, ׳Und die Beni Israel. Diese letzteren bähen durchaus ״!keine Verbindung mit den Juden von!Cotschin, sie .wohnen weit nördlich von dieser Stadj; in Bombay und Umgegend und bilden eine ganz besondere Geänaeinschaft für sich. Ueber diesen interessanten Bruch-;‘‘theil der jüdischen Volksfamilie sind von verscbiedenen Seiten her bereits Mittheilangen 1veröffentlicht •worden. Ich will nun in diesen Blättern einen ge- ('drängten Anszug von denjenigen Nachrichten geben, ^welche ein aufmerksamer jüdischer Beobachter über ”«ie veröffentlicht hat. Jacob Saphir, ein polnischer Jude, war im Jahre 1832 als zehnjähriger Knabe naoh E Palästina gekommen und machte Anfangs der sechs- Jäger Jahre im Aufträge der Aschkenapischen Puru- Bffmn-Gemeinde zu ׳Jerusalem eine grössere Rundreise Kr Einsammlung von Ohalakkahgeldemj Er besuchte!**®bei Aegypten, Südarabien, Vorder* und Hinter- ®*dien, Java und Australien und hat über seine Erkbni88e und Beobachtungen ein Werk ,,Eben Saphir“ ® hebräischer Sprache verfasst, welches in zwei ^Bänden veröffentlicht ist.*) *> Der erste Band wurde von dem Vereine ' itekize Nirdamim 106b 2a Lvek (Ui L. SUUrauuu)• der 2weiU 1872 au Mainz w J. Brilf bwwtBigrtin. I Saphir zeigt sinh in diesem Buche als ein scharfer, kritischer Beobachter, der sich von der Leichtgläubigkeit der orientalischen Jaden nicht beeinflussen[ lässt; überaus werthvoll sind seine Mittheilungen über die Juden von Yemen, bei denen er sich längere Zeit aaigehalten und einen Einblick in ihre Verhältnisse gethan hat, wie es bis jetzt kaum einen anderen europäischen Reisenden, auch nicht einen Maltzahn und Joseph Halvy gelungen ist. Mit den Beni Israel hat er hauptsächlich während seines Aufenthaltes in Bombay verkehrt. — Dieselben, wohnen in den Vorstädten dieser Grossstadt und in der Umgegend, auch in den Städten Puna and Salat, im Ganzen gegen 15,000 Seelen. Sie verstehen kein Hebräisch, sprechen die Landessprache, und unter sich einen Dialect, die sie ״Morate“ nennen, über welchen Saphir leider nichts Näheres angeben kann . Letzterer musste sich, da er das Indische nicht verstand, anfangs bei dem Verkehre mit; ihnen eines Dolmetschers bedienen, bis er einen ihrer Genossen traf, der Englisoh gelernt batte und in einen ihrer Schalen als Englischlehrer fungirte. Derselbe hiess Jecheskiel Sohn Josephs, wie überhaupt j die Beni Israel keine Familiennamen führen, sondern!nur biblische Vornamen, unter denen der Name Jecheskiel ein sehr beliebterist. Sie behaupten ans Yemen in Südarabien herzustamsMm und haben auch denselben Typus wie die yemensischen Jaden, insbesondere die dunkele Gesichtsfarbe, sie tragen anch wie jene die langen Seitenhaare, Peies (Peoth) der polnischen Jaden, welche von den Yemensem ״Szimanin“, Zeichen, genannt weiden. Ihre Vorfahren sollen nach ihrer Tradition, vor ca. 1600 Jahren das Land Yemen verlassen und ans Indien aasgewandert sein, wo jedoch ein grosser Theil dnroh Schiffbruch umgekommen und die Uebrigen sich in der Gegend von Burat and Bombay niedergelassen haben. Diese Zahlenangabe ist höchstwahrscheinlich eine irrige, denn der Grund zur Auswanderung soll eine religiöse Verfolgung (נירוש וטירות שסד) gewesen sein es ist aber nicht währsoheinlioh, dass ein solaher vor der Regierung deä Königs DTm Nowas von Ycmm$