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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-01-13 · No. 2. (13.1.1883) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 2. (13.1.1883)
Date
1883-01-13
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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i; — diezrifVrn 'Worte, wie sie iq dom redpirten eiesksüses, nurmit dem, -sehr bedeutenden ttiede, dass auf die Gottlosigkeiten Jerobeams k^üachdruok.'gelegt wird. Jerobeam geht zuerst den Ort, wo sich die Stämme Israels versammeln, , dahin begiebt sich auch Behabeam. Dort 'in Sichern erscheint der Prophet Semaja; er zerreisst sein ' neues Gewand in zwölf Stöcke und händigt davon V'Tferöbeam zehn ein. So beginnt die Zusammenkunft a Sichern; die Stämme fordern Behabeam auf, die 'y*«t zu erleichtern, die ihnen sein Vater auferlegt tp namentlich erwähnen sie hier ti ßpwpaxa -rij; Mit der gewöhnlichen Tradition nun stimmt liberein, wenn Behabeam eine Fiist fordert, nm Aber die Sache Berathung zu pflegen. Allein, wenn ,' £BaBlbe ihn zuerst mit den älteren Rithen, die schon -„♦» dem König Salomo gestanden haben, hierauf mit £*3en jüngeren sich berathen lässt, a as an sich sehr schwer zu begreifen ist — denn zweierlei Bäthe wird nicht mit sich geführt haben — .so sind es dem - Fragment zufolge die Aeltesten, welche er sich Zufuhren lässt, die „Aeltesten des Volkes“,, ot rcpeaj&xspoc [zaS XaflQ. Sie rathen ihm der Stimme des Volkes |*h folgen. Das missfallt Behabeam, und er beruft frinn seine Jugendgenossen (oüvxpcxp'x.), welche nicht ' «oadrückJich als Bäthe bezeichnet werderf, sondern leb« seine Umgebung bilden, und nach deren Bath 6bt er die berühmte Antwort: „Mein Vater hat Euch jnit Geissein gegeisselt, ich will Euch mit Skorpionen „ geissein“. Diese- Worte sind also die constante Tradition, ebenso wie oben die Worte cles Orakels. In den näheren Umständen finden sich viele Ab- .. weichungen, woraus sich dann ergiebt, dass Behabeam ■in Widerspruch mit den Aeltesten des Volkes gerieth 'und auf Anrathen seiner Jugendgenossen eine Antwort .ertheilte, wie sie den vereinigten Stämmen nicht ge- ■ fallen konnte. Nach dem Texte der Uebersetzung •antwortet das Volk wie ein Mann: was gehe sie das Saus Isai an. Zu deinen Zehen, Israel! Dieser Mensch soll nicht ihr Führer, noch Beherrscher sein! — Sie trennen sich sogleich und Behabeam kehrt anf seinem Wagen nach B[ause zurück. Dass das aus Furcht -geschehen sei, fehlt in dieser Tradition, wie denn auch die Steinigung des Anfsehers, 'deren das Bach der -Könige gedenkt, nicht erwähnt'ist. Die Sache geht auch hier einfacher und natürlicher zü. Als nun Behabeam die Stämme Juda und Benjamin zum Kriegszug gegen Israel auf bietet, so widerspricht auch in dem Fragment der griechischen Uebersetzung Semaja mit gleichen Worten, wie in dem recipirten Text. Doch hat es mehr Sinn, da Semaja dieser Erzählung zufolge die Abtrennung von Israel selbst gerathen hat“, (ib. p. 6 1) Banke meint nun die Differenzen daraus erklären zu können, dass er annimmt, es haben die Uebersetzer zwei Texte nebeneinander vorgefunden; doch hatten me gezünden Verstand genug, um sie njeht ver- .zu trollen. ' Es bieten sich aber ausser den erwähnten Punkten noch andere Bemerkungen aus der Vergleichung der beiden Texte dar. Während nach dem hebr. Texte die Initiative von dem Propheten ausgeht, geschieht dies in dem Fragment durch Jerobeam selbst. Was hier von Ahia erzählt wird, bezieht sich blos auf die Familie und kündigt dem Hause Jerobeams Untergang an. . Salomo geräth ob Jerobeams Verhalten in Furcht, darum sucht er. diesen umzubringen, weshalb er nach Aegypten flieht. Aus Aegypten begiebt er sich aus freien Stücken zurück, während der hebräische Text ihn durch das versammelte Volk zurückberufen lässt. — Nach dem hehr. Texte versammelt sich das Volk in Sichern, um Behabeam zum König zu -machen, worauf Jerobeam berufen wird (c. 12. v. 2.) und bei den Versammelten erscheint, in dem Fragmente hingegen ist Jerobeam schon lange vorher angekomiuen und hat das Volk um sich versammelt. Die Opposition, die sich erhebt, zeigt sich in den Forderungen, die im Fragmente genauer angegeben sind; nicht blos eine Erleichterung des Druckes, sondern namentlich die Abschaffung der Lieferung der Lebensmittel nach Hofe verlangte (Las Volk. Der König verlangt (in beiden Texten) eine dreitägige Bedenkzeit. Behabeam beruft — nach dem hebr. Texte — zuerst die alten Bathgeber des Salomo; das Fragment hingegen nennt die „Aeltesten des Volkes“. Nachdem nun Behabeam deren Bath verworfen, entlässt er sie nach dem Fragment, und die jungen Leute, mit denen er auferzogen worden, werden eineingeführt, doch nicht wie im hebr. Texte als Ratligeber, der König erzählte ihnen blos. was das Volk fordere, im Uebrigen hatte er jedoch bereits seinen Entschluss gefasst. — Bei dem Versuche Behabeams. sein Becht nut Gewalt zu behaupten, zeigt sich ebenfalls ein gewisser Unterschied. Dis Fragment giebt die Zeit der Kriegsgefahr annähernd an (sviazsepevw toO Y/ia-jv.Or während der hebr. Text darüber schweigt; die Masse der aufgebotenen Mannschaften wird in dem Fragmente; nicht bestimmt; es deutet aber an, dass es dem jüdischen Volke schwer wurde, den Worten des Propheten; zu folgen, wovon wieder der hebr. Text Nichts liat. „Bemerkenswerth ist ferner, dass der Prophet, dem“ das Fragment die Sanctionirung des Verfahrens Jero-iJ beams zuschreibt, auch derselbe ist, der durch seinji Wort den Kriegszug verhindert. Er nimmt also eine' sehr bedeutende Stelle in der jüdischen Geschichte an.“^j (1. C. p. 11.) , Banke glaubt -annehmen zu müssen, dass der > hebräische Text-, wie er jetzt vorliegt, erst später definitiv festgestellt worden ist. Er glaubt dies daraus folgern zu können, dass auch der (*od. Vatic., der da» älteste Manuscript der LXX darstellt, nach Ernst Banke’s Bemerkung die im hebräischen Text 14. 1. Abgegebene Erzählung von der Sendung des Jerobeam an Ahia nicht enthält; es findet sich ferner in beiden Texten* der Unterschied, „dass sich der jetzt vor^

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