Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 2. (13.1.1883)
- Date
- 1883-01-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M., Magdeburg• Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paria befördert' ו Inhalt: ■ Wiasenschaftl. Aufsatz: Eine Ergänzung der Bücher der Könige uns der alexandrinischen Uebersetziätg. : Litteratnrheriohte. Tödoh Wessinoroh II. und1 Lewandowski. Von M. Rosenhaupt. (Fortsetzung). — Gegen Brafmann’s ״Bach des Kahal“. Von Dr. Josef Seiberding. Notizen. Naehdrsck «zr ■1t ■voller Qae)lenan|tbe ••stattet. Eine Ergänzung der Bücher der Könige aas der alexandrinischen Uebersejtznng. Leopold von Banke hat soeben den ]dritten Theil seiner ״Weltgeschichte“ (Abtheilung 1 und 2) veröflentlicht — In der 2. Abtheilung «dieses dritten Theilea giebt uns der grosse Meister ,^]Kritische Erörterungen zur alten Geschichte“. Gleichwie er dem ersten Theil von dem religiösen Momente, dass die Völker des Altertbums beherrschte, ansgegangen, beginnt er die Analecten mit einer Abhandlung, die ״Zur alttestamentlichen Litteratur“ betitelt ist. Dass er diese Studie an die Spitze sämmtlieher Abhandlangen gestellt, begründet er mit Folgendem: ״Die Geschichte der Litteratnr beschäftigt sich nicht allein mit dem Ursprung, dem Inhalt und dem Verdienst der Werke, die sie behandelt, sondern zugleich mit der Wirkung, welohe dieselben hervorgebracht haben. "Was Hesse sich aber in der letzten Beziehung mit dem Buche der Bücher vergleichen, welches in die ältesten Zeiten reichend, eine lange Beihe von Jahrhunderten auf das Lebendigste angeregt hat und die heutige Welt beherrscht, sowohl durch die Hingebung, die man ihm widmet, als auch durch den Widerspruch, den es hervorruft?“ (p. 1.) Es ist nun sehr belehrend dem grössten Geschichts- Schreiber dieses Jahrhunderts in der Anwendung seiner kritischen Methode auf die historischen Schriften des Alten Testaments za folgen. Schon Thenius in seiner Schrift über die Bücher der Könige und dessen Gegner Keil haben es bemerkt, dass die Uebersetzung der LXX von dem recipirten hebräischen Texte in der Geschichte der Spaltung des jüdischen Boiches ganz wesentlich von einander abweichten. Thenius nun suchte die beiden Darstellangen zu vereinigen, er stellte darum gen« an haltbare Conjecturen auf; Keil begnügte sich mit blossen Hinweise auf die Abweichungen. Banke jedoch nimmt an, dass uns hier zwei verschiedene Traditionen | vorliegen, welche nicht vereinigt werden können. TWn! Fragmente, dass sich in den ältesten Handschriften' der LXX befindet and ״ohne Zweifel auf einem dem! andern ebenbürtigen Texte beruht“, giebt' er als Historiker den Vorzug.' — Die auf L Könige 12,24 folgende Stelle der Hebersetzung der Septuaginta ist von grosser Merkwürdigkeit. Es wird hier,. wie schon an einer früheren Stelle, Jerobeam als Aufseher der KönigHchen Bauten in Ephraim bezeichnet; Jerobeam soll eine Barg in Ephraim errichtet und an der Ummauerung Jerusalems Theil genommen haben.; er hat schon damals daran gedacht, das Königsthum an sich zu reissen. Solomon; hat ihn darauf tödten wollen; Jerobeam aber ist nach. Aegypten entronnen zum König Sesonk (Susakim,^ שישי־ן•) Banke meint, dass der Einfluss der allg. Anschauung hier zur Geltung kam, da doch die Oberl aufseber der Bauten im altägyptischen Beiohe beknnftt-J lieh eine grosse Bolle spielten. 'Jerobeam, 80 heisst' es im Fragmente weiter, lag nach dem Tode Solomons dem Süsakim in den Ohren, dass er ihm nach seinem1 Lande entlassen möge, zumal das bisherige gute Ver-; hältmss Aegyptens zum jüdischen Beiche nur auf der persönlichen Verbindung Salomons und des ägyp-, tischen Königs beruhte. Susakim gab Jerobeam die־ ältere Schwester seiner Gemahlin zur Frau, die ihm einen Sohn, Ahia, gebar; hierauf begiebff er sinh im Einverständniss. mit diesem Könige nach Sarin in Ephraim; hier versammelt sioh der ganze Stamm Ephraim, der Gottesmann in Silo tritt auf; die diesen ׳ Mann betreffende Erzählung stimmt im Ganzen mit;' dem hebr. Texte überein und weicht nur in Einzelheiten ab, — ״Der Anspruch des Gottesmannee ist! ungünstig; das eigenüiche Orakel wird ganz mit den'׳ Worten gegeben, die man sonst kennt: die männlichen Angehörigen des Jerobeam sollen in der Stadt: von1 Hunden gefressen werden, auf dem Lands von'