Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 1. (6.1.1883)
- Date
- 1883-01-06
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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1|!p. 111 mm Nachträge. 1 Zu dem Artikel ״Zur antisemltischJen . Pseudowissenschuft“. Aia Schlüsse seines vortrefflichen Artikels ״Zur antisemitischen Pseudo •vis&enschaft“ (No. •49 v. J. des J. L.-Bl.j wundert sich Herr Dr. Buchholz!mit Recht darüber, woher der Verfasser des Buches ,.Zur Volkskünde etc.“ die Kunde habe, dass Esra c en Enkel des Hohenpriesters Eljaschib wegen desse i Ehe mit einer Samaritanerin vertrieben habe. Von Esra wird Solches nirgends berichtet. Dagegen heisst es am Schlüsse des Buches Nehemia: ,Und von den Söhnen Jojada’s, des Sohnes des Hohenpriesters Eljaschib war einer der Eidam des Choroniters Sacballat und ich verjagte ihn von mir“. Der hier Redende ist Nehemia, der eine Aufhebung der Mischehe 1 verlangte und mit Energie durchsetzte. In den Antiquitates des Josephus (XI. 7, 2) wj^d erzählt, dass ein Bruder dfe Jaddua, Manasse, die Ricaso geheirs.thet habe; di&se sei eine Tochter des Kuthäers San ballst gewesen, der“ von Darius Codomannus (d. i. der letzte pers. König) als Satrap nach Samaria ge$chi:kt worden sei; jSner Manasse sei mit noch Anderen, c,ie ebenfalls fremde Frauen geheirathet hatten, von den Aeltesten aus Jerusalem vertrieben worden. Hiermit bringt dann Josephus die Erbauung des Tempels auf dem Garizim 111 Verbindung. Ich habe in meinen ״Quaestiones de *rebus Samaritanorum etc.“ p. '8 fgg. (vgl. auch meinen Artikel ״über Samaritaner“ : m J. L.-Bl., Jahrgang 1878 No lö) na,chgewiesen, dass das von Josephus in die Zeit des letzten persischen Königs verlegte Ereigniss identisch sei mit dem ׳ יon Nehemia erzählten, daher auch nicht in die Zeit des Darius Codomannus, sondern des Darius Nothus falle. Homburg v. d. H. Dr. |Appel. In dem von Karl H. Andree begrü: Dr. Richärd Kiepert herausgegebenen ״ natürlich Andröe’scher Wind. Was er 1 idetSn, von Hobus“ weht!hauptet, das — was er dafür bildet ist wahr — was 6r verehrt, das ist heil) verachtet, das ist gemein. Einen Beleg die Notiz in No. 21 d. J, welche die anspruchsvolle Aufschrift ״Anthropologie der Juden“ trägt. ״Unter diesem Titel hat ein Schüler des Professor ״Stieda in Dorpat, Herr Bernhard Bleohmann, eine! ״Inaugural-Dissertation (Dorpat 1882) veröffentlicht, ״welche sehr werthvolles Material in höchst sorgfältiger ״und eingehender Weise verarbeitet. . . . Der Autor, ״welcher mit einer wohlthuenden Ruhe und echt ״wissenschaftlichen Objectivität an seine Arbeit heran- ״geht und dessen Namen wir unter den 100 gemessenen ״Juden selbst wiederfinden, giebt zunächst einen ״Ueberbhck der noch ziemlich geringen anthro- - ,pologischen Litteratur über die Juden und stellt;,״sich dabei auf den von Andres in dessen ״Volks- ._ ,künde der Juden* vertretenen Standpunkt; wir sehen ' ״ihn also die Unveränderlichkeit und Beharrlichkeit ״der Juden als besondere Nationalität vertreten“,!nachdem er 100 russische Juden untersucht ל**!! Red.) ״was allerdings im Widerspruch mit ״tnehreren jüdischen Autoren, z. B. Prof. Lazarus, ״steht, welcher die Anwendung naturwissenschaftlicher ״Methode auf die Juden nach blos subjeotivem Ermessen verwirft“ (d. h. wissenschaftlich ist den Herrschaften d!re vorgefasste Ansicht, was dieser zuwiderläuft, ist unwissenschaftlich, subjectives Ermessenl Red.) ״Manche praktische Frage (wie z. B. die grössere ״Untauglichkeit der Juden zum Militärdienst) finden in ״dieser Schrift ihre Beantwortung und die verthai- ״digten Thesen Blechmann’s (In Russland sind ▼on ״allen Nationalitäten die Juden die physisch schwäch- ״sten. In körperlicher Hinsicht entwickeln sich die Juden ״relativ am spätesten. Die Juden sind mit wenigen ״Ausnahmen brachycephal) zeigen, welche Resultate er ״aus seinen miehtivesen Untersuchungen gewann. Genau 100״ Juden aus den Ostseeprovinzen und Weetrussland ״hatB unter ganz besonderen Schwierigkeiten gemessen, ״da diese Leute aus Aberglauben widerstrebten and ,jüd. Frauen zu messen geradezu unmöglich war.“ (Das Material bildeten sicher'100 oder 99 verkommene Schnorrer, und auf diese Messungen gestützt, giebt die ״Globus-Wissenschaft* massgebende Resultat» über den Körperbau aller Juden in allen .Klimaten und Verhältnissen! O, Wissenschaft! Red.) ״Auch B.. ״nimmt sowohl blonde als brünette Juden für Origi- ״naltypen, auch er findet die Juden kleiner und geringer ״im Brustumfang, als die verglichenen europäischen ״Völker und zeigt, dass die relative Klafterweite bei ״den Juden am geringsten ist. Ebenso bestätigt er ״das Vorhandensein von zwei Typen, des spanischen ״und deutsch-polnischen, unter den Juden. (Merkwür- ״dige Devin ationsgabe dieses russ. Jünglings, der sicher ״noch nie einen Espagnolen gesehen und nur polnische ״Schnorrer gemessen hat!! Red.) Da im Ganzen noch ״sehr wenig Schädelmessungen von Juden vorliegen, so ״sind B’s. Messungen hier besonders willkommen. ״Vergleichen wir sie mit dem bereits verarbeiteten ״Material, so können wir nun als ziemlich sicher ״annehmen, dass die Juden ein brachycephaler Stamm ״sind.“ (Ueber alle diese Fragen hat übrigens unser fleissiger Mitarbeiter Herr Rabb. Dr. L e w i n in Coblenz in seiner, auch als Broschüre erschienenen, gründlichen Abhand•' lung: ״Naturwissenschaft oder Judenhass* (Litteraturbl. 1881 No 4—12) ausführlich geschrieben. ' Red.) Litteraturberieht. Recensionen. Todoh Wesimroh II. von L. Lewandowski. M. Bosenhaupt, Obercantor in Nürnberg. Dass wir heute in der Beurtheilung unseres. Gottesdienstes seitens der meisten Nichtisraeliten nicht mehr jener revoltirenden Geringschätzung begegnen, welche so sehr zur Verschärfung der gegen das Judenthnm im Allgemeinen genährten Vorurtheile beitrug, verdanken wir vorwiegend jenen Männern der Wissensc.haft und Kunst, die durch Wort und Gesang unaartim öffentl. Cultus eine edlere Richtung, die ächte Wefhe und die1 Ordnung gaben. "* ־' In hervorragender Weise hat sich in dieser Richtung Herr Musikdirector Lewandowski verdient gemacht Ich glaube ein gewisses Anrecht za besitzen, mich über die Werke dieses Meisters auszulassen, seitdem ich hier ein Interpret seiner Schöpfungen geworden und so ganz in den Geist derselben gedrungen bin. Man hat zwar sohon viel über Lewandowski geschrieben and seine Verdienste um unsere Liturgie gewürdigt, immerhin aber noch nicht in dem Maasse, wie es ihm gebührt. | | Sein neuestes cultaelles Werk: ,תמרה ■TTlB II. Theil, vierstimmige Ohöre und Soli für den israelitischen Gottesdienst. Berlin und Posen, EflxBote und Bock, Preis 30 Mk,“ liegt eben vor mir. — Es ist dies kein Opus, dessen Inhalt ▼on einem Autoren-Conglomerat