Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 47. (22.11.1882)
- Date
- 1882-11-22
- Page
- Seite 186 (sequence 2)
- Language
- German
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Aber wir wofaendem VerC :pgebeu, es «xistire eia jffischias Habitus und SJpipis, ^®r *kk *° kleinAremXflrparbftp, finaler•■! Thorax, kangjran E&׳etnif«e* und längerer Ntoe mnntffestirt, ist damit der Judenhass gerechtfertigt oder aheh nnfr erklärt? g«na man ernstlich an? solcher Grundlage den ,i auf Rechtsbeschränkung, ,gesellschaftliche Aosschliessang and soaialea Ruht gerichteten Bestrebungen der Anti• aeaiiten eine wissenschaftliche Begründung sa geben nach nur ▼ersuch«*? Doch der Verf. beschränkt sich nicht darauf, •inen Unterschied in der Leibesform zwischen den Jaden und den Völkern naehsuweisen, er legt das Secirmesser nach an den Geist der Arier und Beugten, und führt aas Büchern von Lassen, R6 •an. Chwolson a. A. lange Exoerpte an, um »»eh eine geistige Verschiedenheit su l onstatiron Als ob alle Arier desselben Geistes w& reut Wie viel thut der Germane sieh auf seine pbilosophisehie Begabang, anf sein deutsches Gemüth, auf Seine Gründlichkeit zu Gate and wie oft wird er von den Franzosen, auch ▼or 1870, töte aarröe gescholten. Die Jaden haben der Welt die Zeugnisse ihres Geistes geliefert und diese hat sie anerkannt. Der GoUesbegriff des Jadenthams ist auch ▼ielen arischen Völkern ein Hebel der Sittlichkeit und Cärilisadon geworden. Die aas der Tiefe jüdischen Gemüthslebeas herrorgeströmten Psalmen sind auch unzähligen'arischen Ge• müthera eine Qaelle des Trostes undder Erhebang and ־־der hohe Geistesfing jüdischer Propheten dient euch ari»cbea Geistern zur Erbauung. Die Philosophie Bpinoza’s, die Poesie Heine’s und Auerbachs, die .Kritik Börae’s, die Musik Meadelssoltns and Meyerbeers findet dach bei den Deutschen' Verständnis und Anerkennung. Darum geben wir auf diese mehr oder weniger zutreffende Beschreibung des jüdischen Geistes nicht a&her ein. Wenn wir dem VerC die Wahrheit dieser Besehreibungen verschiedener Autoren, die sich übrigens unter einander nicht selten widersprechenj auch zageben, so ist für Beine Tendenz doch nichts erreicht und höchstens nur erwiesen, dass die;Juden dem deutschen Geistesleben' manches diesem fehlende Element zabringen, welches fördernd and belebend auf dasselbe einwirkt. Aber eine Probe mitzulheiien, können wir uns nicht versagen. S. 12 wird mit Lassen dem Gott der Juden (and auch Allah) derWorwurf gemacht, dass er jedem andern Gotte jedes Moment der Wahrheit bestreitetl ״Daher die Intoleranz, der Fanatismus des Semiten, seine starre Anhänglichkeit an das religiöse Gesetz. Die Toleranz, die wir dagegen bei den indogermanischen Völkern finden, nach welcher sie die Götter anderer Völker neben den ihrigen gelten lassen, entspringt aus der grösseren Freiheit des Gedan• kens, die an die Form sich nicht ausschliesslich bin• det.“ Also die Diocletian, Kero, Toi'qäemada, Peter Arbuez und die^anderen Menschenschlächter in majoran» der gtoriam tn&lzen wabT verkappte Semiten gewesen sein. Die Bartholom (iüzöacW, die sicilianische Vesper, diel Dragonades, Altrigötoerand Waiden st*verfolgu!njen sind semitische Thaten, dagegen war Abraham, der füf; die sündhaften Bewohner vöt Bo• dbm undijjpora bötete, ein Inficf^rmane, und Amos, der das friedliche Zusammenleben der Völker schildernd schlierst: # Denn alle Völker werden wandeln, jedes im Namen seines Gottes und wir werden im Namen des Ewigen unseres Gottes wandeln immer und ewig (4,5j muss wohl ein indogermanischer Prophet gewesen sein. Aber dass Jehoräh jedem andern Gotte jedes Moment der Wahrheit bestreitet, geben wir gern zu. Bonst wäre er nicht, was er ist, and solche Selbstveriäugnuag kann selbst vom höchsten Gotte nicht verlangt werden. Maa sieht hieraus aber, wie blind das Vorurtbeil macht selbst gegen offenkundige ge sehichtliche Thatsaokea. (Fortsetzung tolgt.) Die Bienenzucht bei den Hebräern. (Schluss.) ln der Mischnah giebt uns der Talmud klare Andeutungen über eine geregelte Polizei der Bienenwirtbschaft und des Bienenrechts bei den Juden und nach einer besonderen Stelle darf angenommen werden, dass schon Josa diesbezügliche Gesetze ins Leben gerufen hatte. Baba bathra Tosaefta heisst es: 50 Ellen müssen Bienen von der Stadt entfernt sein, um Menschen nicht za stechen. Baba Kama 114: ״Es ist von Rechtswegen anerkannt, dass jeder in das Feld seines Nachbars gehen und einen Ast von einem Baume abhauen kann, um seinen Bienenschwarm zu retten, wofür er nur den Betrag des Astes zu bezahlen hat; denn nur unter solcher Bedingung hat Josua das Laad vertheilt“. In der Gemara spricht der Talmud roa Bienen« körben der verschiedensten Formen. In Menachoth 95a ist von einer Bienenwohnnng die Rede, welche die Form eines viereckigen Ofens hatte und in Beza 86a wird von einer Bienenwohnung gesprochen, die mit Fensterchen versehen war. Nach Oholoth 9,9 gab es mitunter so grosse Bienenkörbe, dass sie den Raum des ganzen Zimmers vom Boden bis zur Decke füllten, so dass weder oben noch unten auch nur eine haust hoch Zwischenraum blieb. Die Körbe wurden übereinander gestellt und die Wände waren auf zwei oder vier Seiten mit Fluglöchern versehen. Dieselben waren mitunter mit 40 bis 60 Maass Honig angefüllt. Nach Baba bathra 80a vollzieht sich die Vermehrung der Bienenzucht auf folgende Weise: Am Anfänge des Sommers kriegt die erste Brut aus und fliegt auf die Bäume, Diese Brut fängt man ein and bringt sie in einen neuen Bienenstock. Nach 9 oder 10 Tagen bildet sich bereits die dritte Generation, welche man wiederum in einen neuen Korb einfängt, worauf nach eben soviel Tagen die vierte Generation abstösst. Es können davon 7 bis 8 in einem Bommer abziehen, die aber, je später sie kommen, je geringeren Werth haben. Der Bienenstock, der gegen Hitze oderR$gen durch eine darüber gespannte Decke geschützt werden sollte (Sabbat 43b) und Kawereth hiess (Kölirn 22,16), war aus Stroh oder aas Rohr gefertigt (Oholoth 8,1) und mit Lehm oder Nägeln an den Boden befestigt ((Jxin 3,10). Nur im Sommer erzeugen die Bienen den Honig, im Winter legt man Honigstücke in den Korb oder Stock, wovon die Bienen zehren (Sabbat 43a). Der Honig fiiesst, wenn der Stock voll ist, aus demselben nnd dieser mit Wachs vermischte Honig wird besonders zu medizinisehen Zwecken verwendet (Sabbath 110b). Der Honig ist gewöhnlich gelb, zaweilea auch wefss‘(Gittin 69a).