Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 47. (22.11.1882)
- Date
- 1882-11-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Z■* B«leaekt*1c klirr Jade■- tluui ■14 Jade■ Wtrefudea UteWNL Kr»«k«tkw»^n inf An■ CkMct• dar PUlosopMe, 6«HU<dteJtta0(n)Ue,ne •lagle,OHaaMU, Kzafaaa, Bomüotlk, Liturgik, Pldagoglk. Herausgegeben Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. - t 1 »^׳- StaBdAbnrf, SS. November 188S, 'Ji! Btahar dar ateaaklkcifM Idtarktar, vraleha dar Bad»aHam ntaaaadt warAaa,;«•da■:!• dlaa—Hlift« atM«*k»■»»«* ■»B.BaPH«afl«aA raaawal Da, ״•J&rilMl*• Xildmmtmrklatt“ emcheint wöchentlich in einem halben Bogen;. Frei, bei 1Uea BAghbM#MVM (1• Leiptig bei Robert-Fries •)pro J ahrgang:8 Mb. Abonnenten der ״IlnelitiachenWochenachrUt“ (di e vierteilt hri. hoi «fimrnttknitelta■ . ud Bnchhindlangen S Ik. kostet) erhalten das LJüdieche Literatur blatt* gratis. — IaaevnAe werden mit Sfr PC flUr die dreig•- spaltene Petitieile berechnet und aasschliesslieh en!)gegengenommen dnrch die Central-Annoaeen-Ezpedition von G-. T — Oaidm 4000•» Frankfurt a. Mn Magdeburg, Berlin, äambarg, Cöln, München, Zürich, Wien, Paris. lahal st Wissenschaftliche Aafsätie: Zar antisemjltischen Pseudo- Wissenschaft. Von Dr. Bachholz. — Dia Bienenzucht bei den* Hebr&ern. Literatnrbericht: Recensionen: Jahresbericht der Landesrabbinerschale in Budapest. — Die Londoner Rathhausver- Sammlung. — Zur Abwehr, von E. Lichtenstem-Anageton. Das antisemitische ,Deutsche Tageblatt* im Lichte der Wahrheit. Notiz. Hschdrusk ■ur alt voller Quellenangabe ^gestatte(. Zar antisemitischen Pseudowiseenschaft. Ton Dr. Bucbbols. (Fortsetzung.) Die Juden sind, als historische Gesammtheit betrachtet, eines der ältesten CulturVölker weisser Hautfärbe, im Besitze einer Geschichte und diuer Literatur, die von nachhaltigstem, segensreichstem Einfluss auf die Gei9tesenlwickelung der gesammten, civiliisirten Menschheit gewesen und noch immer ist; ausgestattet mit Eigenschaften des Geistes und Herzens, die selbst von ihren Gegnern als Tugenden anerkannt werden mtlssen; von dem eifrigsten Streben beseelt, mitzuwirken an der Förderung aller geistigen und maieriellea Interessen des Menschengeschlechts; in den meisten europäischen Ländern beinahe ein Jahrtausend heimisch! Worin besteht der Unterschied, der siq zu etwas Besonderem machen und als eine des Hasses, der Unterdriickung, der Ausschliessung und Rechtsbeschränkung — ,der! i! würdige Race hinsteilen soll? — ״der[ jüdische Typns“ und *der jüdische *Habitus!“ 3er Jude habe einen kleineren Körper, besonders kürzere Extremilängere Nase. Blick und was sich der Verf. ypus za geben, täten als der Germane, dagegen eine Man erkenne den Juden auf den ersten dergleichen mehr. Und doch scheut ^e Beschreibung des jüdischen Gesichts weil solche Beschreibungen nach seiner Ansicht niemala genügen können (S. 38). Aber ist dies denn bei Negern und andern von den Europäern wirklich unterschiedenen Racen der Fall? Bei den Juden ist das Resultat der Beschreibung ein ungenü jendes, einmal, weil die Unterschiede keine wesentliche n sind, sodann, weil das Wesentliche dessen, was man im gewöhnlichep Leben als das jüdische Gesicht! bezeichnet, im Au ge liegt. Im Blick des Juden, namentlich der ältern Generation, welche noch Leiden und Zarückfcetsanguri erfahren, liegt jene Mischung melancholischer Weichheit und geistiger Ueberlegenheit, düsterer Reeigne- ־ tion und zorniger Bitterkeit, erzwungener Unterwttr- figkeit und stolzen Bewusstseins, die sich eben nicht > beschreiben lässt. Wie dieses jüdische Auge der Spiegel der unterdrückten Volksseele, die fast zwei Jahrtausende lang gedemüthigt und gebeugt, gequält and in ihren heiligsten :Gefühlen aufs bitterste gekränkt worden, so ist auch der sogenannte jüdische Typus*. und Habitus kein Racenmerkmal, sondern eine Folge der Lebensbedingangen, zu welchen die Jaden seit 10 n vielen Jahrhunderten verurteilt gewesen sind. Und wenn der Verf. sich auf ägyptische Bilder bezieht, auf welchen man sofort den Juden erkennen soll, so ver- . gisst er, dass die Israeliten auch in Aegypten unter-./:., drückt und ihrer Menschenrechte beraubt waren. — Die Unterschiede zwischen den grobknochigen Baaern . und den feingliederigen Aristokraten, namentlich zwisehen den Händen und Füssen beider Ciassen sind mindestens so bedeutend, wie die zwischen dem Kör-/ perbau eines schmalen Jaden nnd eines breiten Ger-; roanen. Und trotz der vielen Messungen, die der Verl.! anführt, kann doch der Beweis nicht als erbracht ant gesehen werden, dass es nicht eine verhältnissmäasig. / gleich grosse Zahl ächtblütiger Germanen, mit einer Körpergrösse nicht über 1637 mm. kurzen Beinen, aber langer-Nase, als hochgewachsene Juden mit normalen Extremitäten, gewöhnliche Nase and sogar mit blonden Haaren und blauen Augen giebt. Esa ist auch anffal-; lend, dass der Verf. keine Messungen auB Frankreich und Italien mittheilL Freilich scheint derselbe sich!■ der Statistik nur za bedienen, wo sie seiner.jTendenzf die Juden als eine besondere Race hinzustellen, schmei* chelt. Darum sieht er etwas hochmüthig herab au, * das von Virchow gefundene ,merkwürdige Resultat“ dass die statistische Erhebung über die Farbe der Haare und Augen der Schulkinder, Deutschlands einen Durchschnitt von ,11,2 Procent blondhaariger, blaa-... äugiger Judenkinder ergab. Dieeea Resultat. sei onwe- 8entlich für die R&cenfrage, denn schon David habe vielleicht rotbes Haar gehabt, nach einer Auslegung des ״admoni“ Samuel I. 16,12, 17,43.