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Das jüdische Literaturblatt · 1882-11-15 · No. 46. (15.11.1882) · p. Seite 183

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 46. (15.11.1882)
Date
1882-11-15
Page
Seite 183 (sequence 3)
Language
German
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80 gefürchteten harten Mann neben andern köstlichen 1 Erzeugnissen, wie Balsam, Mandeln, Gewürze u. s. w.j ,wilden“ Honig gesendet hatte, um so weniger, da: nach 4. Mos. 16,13 Aegypten selbst Geberfluss an solehern HOnig hatte, und nach dieser ’Annahme hätten' die Juden die zahme Zucht der Bienen!schon in einer{ Zeit betrieben, die bald hier vier Jabrt|au9ende hinter uns liegt. Für eine ökonomische Betriebsweise der Bienenzucht bei den alten Hebräern׳, spricht auch die Stelle 2.' Chronik 31,5, nach welcher die Kinder Israel den Priestern viele Erstlinge von Getreide* Most, Oel, *Honig und allerlei Einkommens!vom Felde gaben. Auch hat die mosaische Gesetzgebung (3. Mos. 2,11 und 12} die Entrichtung der Erstlinge von dem Honig, gleichwie von andern ökonomisch gebauten Pro* dnkten vorgeschtieben, and, es kann dcjch nicht ange* nommen, werden, dass unter diesem Honig ״wildert Honig ‘ gemeint gewesen wäre, da dieser überhaupt nicht zehntpflichtig war, ebenso kann Unter demselben kein Traubenhonig gemeint sein, zumal ^as Wort ״Most‘‘ — Traubeusaft unmittelbar neben'dem) Wort ,,Honig4 seine'Stelle' hat. Ueberdies gehörte najch Sprich w. 2&, 1(? der Honig der_ wilden Bienen nicht!einmal mit Gewisslreit demjenigen,“ auf dessen Eigentum rn sie bauten,׳ sondern es soheint derselbe GemeingutI und Eigenthum des ersten Finders "gewesen zu sein, i Aus der letzten Zeit dies israelitischen Staates fehlte es aber auch' nicht an bestimmten Nachrichten einer geordneten Bienenpflege in Palästina , Oie Evangelien berichten (Matth. 3,4 und Markus 1,16) von Johannes dem Täufer, er habe abweichend vdn der gewöhnliehen Nahrung Heuschrecken And .,wilden“ Honig ge- מ aasen: Neben diesem wilden Honig i^uss es offenbar auch einen' zähmen gegeben haben.!Lukas berichtet Kap. - 24,42: Die Jünger' hätten ־ demj_ aulerstandenen Jesus ein Stück von gebratenem Fisch und Honigr seim rorgeiegt, als er unsermuthet׳ hei ihnen eintrat. Ohne Zweifel ist dies Honig voa'zahuten Bienen gewesen, deren Waben, man sogleich bei! der Hand batte- Flavius Josephus, ein Zeitgenosse Christi, redet in seiner Schrift; ״Von der Herrschaft der Vernunft“ Kapitel 14 von Bienenkörben und/voa dem Kjampfe, den die innewohnenden Bienen mit Aufopferung des eigenen Lebens gegen eindringende Raubbieiien führen. Ein andeier Schriftsteller Phüo, geboren : im Jahre 20 v. Chr. berichtet von den Essäern (De jvitae contemplatira 11, 663), dass sie sich zur Zeit! Jesu in grosser Menge in der Nähe des todten Meeres aufgehalten und dort Bienenzucht betrieben haben. Professor Dr. Delitsch in Leipzig, der gründliche Forscher und Kenner altjüdischer Verhältnisse, sagt in feiner trefflichen Schrift über das jüdische Handwerkjerleben zur Zeit Jesu 8. 8; ״In Anbetracht der Stabilität der orientalischen Verhältnisse ist man berechtigt, hie und da über das Jahrhundert Jesu zurückpnd hiaauszugreifen.“ Nach diesem Grundsätze und gestützt auf Phi- 108־ Bericht darf man wohl eine Bienenzucht schon vor der Zeit Jesu bei den Juden annehpien. Aus etwas spaterer Zeit lassen sich indessen gütigere Gewähremäener aufstellen, deren Glaubwürdigkeit für diesen Fall nicht aagezweifelt werden kann.! Es sind dies die Rabbinen des Talmud, die uns Beweise genug an die Hand geben, dass man bei den Juden der damaligen Zeit die Bieneniucht in regster Weise betrieben hat. Sie berichten uns vom Anfertigen vrn Bienenwohnangen aus Stroh oder Rohr, ferner iom Betäuben der Bienen bei der Honigernte. Auch jwusste man nach ihren Berichten cjäu|äl> schon den guten Honig vom verdorbenen wohl zu unterscheiden!und den ersteren zu fälschen. (ßcbluss folgt.) Literaturbericht iHtniMta 9ךגןי אסיח. Die Sprüche der Väter, ein ethischer Mischna-Traktat mit kurzer Einleitung, Anmerkungen und einem Wortregister von Lic. f)r. Herrn. Ij. Strack a. o. Prof, der Theol. Karlsruhe u. Leipzig. (H. Beuther, 1882, 58 S. 8.) Die Perskim gehören dem Juden zur Tephillah, oder zum 9iddtir, wie sie im Osten sagen. Es muthet ihn deshalb fremdartig an,“ dass dies ihm von Kindheit an so Vertraute zam Gegenstände wissenschaftlicher Untersuchungen gemacht wird. Ganz ungewohnt aber ist ihm die Vereinigung des Elementaren mit dem wissenschaftlichen, Wie sie in der vorliegenden treff* liehen Edition gegeben •ist. •Hin und wieder' erscheint aber auch der Standpunkt des Stadesten, für den doch j die Ausgabe besorgt worden ist, nicht ganz gewahrt. Herr Prof. Strack hat dann׳׳an sich und ihm gleich- : stehende gedacht, wenn er z. B;■^; 45 bei-Jehuda ben Thema auf Fränkei's ״Hodegetiea iü Mischnam“ verweist, ohne auch nur an'zageben, was dort gesucht werden soll; denn nachleeen kann's doch in dam unpuafctirt gedruckten hebr. Werke kein junger Student dass.Jerhuda ben Theua&’s Satz wohl ein späterer Zusatz sei. Solch kleine Unebenheiten lassen sich jedoch' leicht tilgen. Dass die Beziehungen auf die Zeitverh&Itnisse, welche in mehr oder minder hohem Ma&sse doch vorliegen müssen, da Motto’s־' nnd Leibsprüche nie ohne Beziehung gewählt werden, unbeachtet bleiben, ist eia den in’s Auge gefassten Lesern gemachtes ZugesUtodniss. Doch hätte Herr Prof. 8t bei I >18f, ■wo er die Beziehung des 8prnches als unerwieeen behauptet^ harz bemerken sollen, ob und in wieweit er überbanpt solche Beziehungen ־aniirkedAt?'1 ‘OWsM bfe’wird selbst den denkenden Schüler beschäftigen,• -׳wann er zu 2 10b bei Ä. Eöeser ben Hyrkanos liest, dass dar zweite Theil והוי מתחטס דג׳ wohl späterer Zusatz ist, vgl. Aboth R. N. (Ist dies nicht etwas zu.kurz? Warum nicht wenigstens Perek 15?) d. h. weil dort die- 6er Ausspruch fehlt. Und doch sind in ihm die Le* benserfahrunge» R. Elieser’s, den Herr Tattermaa• freilieh sehr grundlos für die Kirche reklamlrt, ausgasprochen! Dass der geehrte Herr Verfasser die fei» sehe Zeichnung der Pharisäer, die ihm in seiner Ju* gend vor Augen׳ ist gestellt wo^pn, noch! nicht ganz hat bannen können, das beaeugen Sätzchen, wie'S. 14: ,,Allgemeine Uneigennüiaigkeit der 8chriftgelehrten ist freilich nach dem Neuen Test nicht ansuanhmen.: Nach dem Talmud ebenfalls nicht Dean wo* her stammte sonst dis Schilderung der ״gefärbten Pharisäer?“ Es giebt eben immer und an allen Orten Menschen, denen das Edle nur eine Hülle für ihre selbstischen Bestrebungen ist — Noch weniger berechtigt ist S. 18 (z. 2,5). ״Man beachte die naebdrüekliehe Hervorhebung des .Intellektuellen, das Zurücktreten des Ethischen.“ Da, lieber Gott, man kann doch nicht Alles an alten Stellen wieder sagen! Alle* hat seinen Ort und Allee seine Zeit Derselbe Hillel hat wahrlich genügend auf die Ethik hingewiesea mit den kurz vorher stehenden Worten '« ואל ואמין בלנטך ואל תרץ אח חברך וכ׳. R. Jochanan ben S&ccai freilich mag ethische Lebensführung in sokrätischer Werse nur auf Grand des Wissens möglich hatten, verlangt aber ,das Erwerben desselben als Pflicht (IL 8a). Entgegengesetzter Ansicht ist R. Chanina (IIL 9), der Weisheit nur auf ethischer Grundlage erwachsen lassen will — bei dem also zu beachten wäre die nachdrückliche I Hervorhebung den Ethischen, ־das Zurücktreten des ln-

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