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Das jüdische Literaturblatt · 1882-11-08 · No. 45. (8.11.1882) · p. Seite 178

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 45. (8.11.1882)
Date
1882-11-08
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
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Denn der Honig bildete für dea Hebräer nicht etwa ein bloases Haschwerk, dessen er allenfalls mach hatte entbebrOa können; er war ihm nach Sirach 39,81 treimehr notbweodiges Lebensbedürfnis». Honig •taad fBr ihn auf derselben Stufe, der Unentbehrlichkeit, wie mich - nnd Mehl. Nach Siracli 11,3; Hea. 19, 13,10 galt er fBr die delikateste Speise uod wurde aflt dem Ma»oa verglichen, das die *Altrater ia der WQste als Hünmelsb«ot gegessen 2. Mos. 16, 31; Pa 78^4, Er gab den Hebräern Starke ia Müdigkeit und Ermsttiing 1. 8um. 14,25 ff.; 2. Sam. 17,29, er bildete die eiste Nahrang des äindes Jes. 7,15 und 22 und wurde dem willkommenen Gaste vorgesetzt Luk 24, 42. Honig gelangte bei den Hebräern zu nationalökonomischer Bedeutung; denn er war eia berühmter Handelsartikel, mit dem man auch ausländische Märine beschickte. Der Pkbphet Hesekiel ‘ berichtet Kap‘^27, 17, dass Juda-und Israel nebst Weizen, Oel aad Bai aam auch Honig nach TjrtS, der alten phönizischen Handelsstadt gebracht haben, und es lässt sich änaehmen, dass beide Brudursfämme auch andere Märkte damit versahen. Mit Honig machte man ausserdem Geschenke, um sieh Jemandes Gnade oder Gunst za «rwerbea. 80 der Patriarch Jakob in 'der oben schon OÜirten Stelle (1. Mos. 43,11) und die Gemahlin des Königs Jerobeam, die 1. Kön. 14,3 einen Krug mit Honig zum Propheten Abi« brachte, um sich eine günstige Antwort für ihren todtkranken Sohn zu erwirken. Die biblischen Schriftsteller Hessen es desshalb auch nicht fehlen, dieses süsse Landesprndakt in ihren dichterischen Bereich zu ziehen, um. religiöse und andere Wahrheiten sinnbildlich darztistellen. König 8aloino, der vom Ceder bis zam Ysop, vom Elephanten bis zun! Wurm zu reden wusste, (1. Kön. 4,33׳) gedachte in seinen Sprüchen und Liedern oft des Honigs. Er erscheint ihm als irdisches Abbild der himmlischen Weisheit, der lieblichen, holdseligen Rede, des guten Namens u. s. w. Freundliche Worte sind träufelnder Honigseim. Hobesl 4,11; 5,1; Sprichw 16,24;6,3׳; Sir. 48,2. Honigreichthum gilt als Symbol irdischen Glückes und göttliche» Segens, dessen'die Gottlosigkeit beraubt ist Hiob 20,17; Jerein. 41,8. Wenn der Israelite von der Vortreflichkeit des mosaischen Gesetzes and der göttlichen Weisheit sprechen wollte, .80 verglich er die Betnchtang derselben mit Honig und Honigseim, Spricbw. 24, 18, 14; Sirach 24^7; Ps. 19,11; 110, 103; Offen h. Job. 10,9. ‘ ■ Verwnndang fand der Honig sowohl in lauterem, als ia verkochtem Zustande, namentlich strich man ihn aaf dBase Kochen, ehe diese gebecken worden, 2. Mos. 1%SL Als bester Honig galt der Träafelhonig, der von sattst aus den Waben floss und dessen ÖffArs in* der Bi in gpieetit #i!«i Hobes Lied 5,1.— Dass die JweTaiict) ,d«s Wsehs gekannt and djfed&eiir&nr dasselbe^ bereite» wüssten, beweist schon 4»f in der fcdwiisoheB 8pra«lie verkommende Wort ^Doa^i׳* d. h. Wachs. Wenn die heilige Schrift auch keine bestimmten Angaben über ■die Verwendung desselben bei den Israeliten an die Hand giebt, so lässt sich ans der dichterischen 8prache der Pfcalmistee und Propheten mit Sicherheit entnehmen, dass das Wachs pls Brennmaterial zur Unterhaltung des Feuers vielleicht Zn Kerzen oder Fackeln Verwendung gefunden hat. 80 werden Ps. 68,3 die Feiode Gottes, die durch seine Allmacht vernichtet werden, mit Wachs verglich-m, das vor dem Feuer schmilzt. Andere Stellen, wo von Verschmelzen des־ Waöhses die Rede ist, sind Ps. 97. 5; Jad. 16,18, Ps. 22,15; Micha 1,4 u. 8. w. Wir dürfen aber glauben, dass dieses sinnige Volk aoeh vielfältigen Gebrauch von dem Wachse werde gemacht haben. (Fortsetzung folgt) Literaturbericht. feeesdsars. Ideen aber weibliehe Erziehung im Zuamnin an hange nstt dem System Friedrich Fröbels. Sechs Vorträge von Henriette Goldschmidt. I.vipzig. Verlag von Carl Reisner. 18S2. Frau Ör. Goldschmidt, eine edle Priesterin in dem Tempel für Erziehung und Bildung des weiblichen Geschlechts, die durch ihre BildungBanstalt für Kindergärtneriuaen und ihr Lyceum für Damen riihuilichsi bekannt ist, hat uns wieder mit der Veröffentlichung von sechs Vorträgen recht angenehm überrascht. Die unermüdliche Kämpferin für eiue bessere selbständigere Stellung des weiblichen Geschlechts hat diese sechs Vorträge im Winter 1881 in einem Kreise vou gebildeten Frauen gehalten, woriu sie uachwies, dass Friedrich Fröbel nicht nur der Reformator der kindlichen Erziehung, soodern auch der Schöpfer einer Erziehungslehre gewesen, die dem Fortbildungsweseu für die erwachsene weibliche Jugend System,. Richtung und Ziel zu geben vermag. Wir fiadeu in ihnen eiue wahre Fülle von frischen, fruchtbringenden Ideen, L«hren und Anweisungen der Erziehungskunde iu ihrer geschichtlichen Entwicklung, die den Leser zuin tiefern Denken anregeu uud ihn lür ihr Vorhaben begeistern. Es sind tiefe, selbdempfundeue Erfahrung!- sätze, die hier aufgestellt und in ihrer vo.len Bede 1tuu4 . vorgeführt werden; Worte, die nicht uubeachtet bletben dürften. Der erste Vortrag S. 3 bis S. 27 spricht von den Anfängen, den Grundlagen der Erziehung und ihrem Ziele. Das Haus wird als erste Stätte derselben mit Nachdruck hervorgehoben. Wie wahr siud ihre Worte S. 7: ״Der erste Zuschnitt ist nicht verdorben, weil diese oder jene Unterrichtsmethode herrscht, er ist hereits verdorben, ehe noch eine Unterrichtsmethode an das Kind herantritt, denn die eigentliche Erziehung»- anstatt ist nicht die Sc hule,'sondern das elterliche Haus.“ S. 17 sagt sie richiig: ,Die jrzieiiehen Einflösse ausserhalb und neben der Schule, wie sie unsere Dichter und Denker auf die Nation ausgeüht, werden wohl in der Geschichte der Pädagogik immer mehr beachtet.“ S. 18: ״eine Geschichte der Pädagogik kann heutzutage nicht mehr die Einflüsse unterschätzen, die ausserhalb und uuabhäogig vou der Schule als erziehliche Mächte an des Menschen herantreten/ S. 25 spricht sie vom Ziel der Erziehung und

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