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Das jüdische Literaturblatt · 1882-11-08 · No. 45. (8.11.1882) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 45. (8.11.1882)
Date
1882-11-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zar Belaaehtaag aller Ja4«ataaiMa MnMa Utwartwk.fcnk ■!■■■■"■ aal 4M «Ml» te PUiaaophle, BM»l1lcHa>ZI>a«z1ay>U,T>«• alagto^Waaf II■! to|m, Ho- ■Ballk, Utarglk, PUaf*r<k. I Heraasgegeben r Rabbiner Dr. Moritz Rohm er. -4 » - t 1 Manxleltnrz, 8• November 1SÖÄi Ü. ’ B' »ZUit»»laj»S 1 Kaaaaalaasa [raaaw^l 1afc||l sach KrwUa.LS.Wa Da• ״JlMaske I4t«rat*rWa»t‘‘ erscheint wöchentlich in einem Kalben Bogen; Piete bei ,allen■Q» Leipxig bei Robert Friessjpvo J aitrgang: 811k. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" (ilitriert^jikri. bei allenPoatanetattsa nnd BneLbandlangen 8 Mk. kostet) erhalten das ״Jadische Literatnrblau" gratis. ׳— lUSMte werden mi 115 PC für die drei ge־ spalten« Petitzeile berechnet nnd ausschliesslich entgegengenommen durch die Central-Annoncen-Expedition von 6• Iw Dmeabo it Co», Frankfurt a. 11י Ksgdebarg, Bejrlin, Hamburg, Cöln, Manchen, Za rieh, Wien, Paria Inhalt! Wissenschaftliche Aufsätze: Die BieneOzucht bei den HebrSera. Li teraturberic ht: Recensionen: Ideen Ober weibliche Erziehung im Zusammenhänge mit dem System (t'riedrich Fröbels. — Auto-Emancipation. Mahnruf an seine Stammesgenossen von einem russischen Juden. Notizen. Mubdrssk nur mit vssller assHsnangsbe gestattet. Die Bienenzucht bei den Hebräern.*) Seit den Ältesten Zeilen ist die Bienenzucht Gegenstand aufmerksamer Beobachtung gewesen. Sobald die Mensehen anfingen, Kultur zu treiben, haben sie auch dm Nutzen einsehen gelernt, den der Bienen• zucbibetrieb iui Gefolge hat. Bildete doch der Honig, der im Alterthum den Zucker ersetzen musste, einen so wichtigen Nahrungszweig, dass ihm' und der Biene in allen religiösen Sagen Erwähnung gethan wird. Die alten Aegypter haben schon Wanderbienenzucht auf dem Nilflusee getrieben. Solons Gesetzgebung enthielt besondere Artikel Zum Schutze der Bienenzucht, ilriechische Dichter, Philosophen und Pädagogen suchten immer wieder das Hienenleben zü verherrlichen. ״Nichts ist süsser, denn Honig, Gölten! und Menschen willkommen“, sagt eia altrömischer Sdhriltsleller. Bei den Römern, bei denen der Honig i|» innigster Vei• bindung mit dem Götterdienste gestanden und in Form von Opfern dargebracht**) und zu Speisen, Arznei und zur Aufbewahrung von Leichen verwendet wurde, gehörte ea zum guten und feinen Ton, Iwenn man Bienenzucht betrieb und sich beim ländlichen, wie beim reichen Muhle Uber apislische Gegenstände unterhielt. Die heilige Schrift erzählt, dass der Pairiarch Jakob dem ägyptischen Statthalter Honig jzuin Geschenke übersandte, und um das gelobte Land als ein hesonders gesegneies hervoizuhebeD, bezeichnet sie es als ein Land, darinnen Milch und Honigj fliesst. Hätten wir keine andere, als die Jedermann ibekannte Stelle, die 21 mal■)■/ m der Bibel sich wieJerfinde.t, so würde uns dieselbe Beweise genug dafür bietjen, dass die Bienenzucht gerade bei dem gotterwälilten Volke der Hebräer einen ganz besonderen Zweig ihrer Kultur gebildet hat., Ausserdem findet sich das Wort ״Honig“ */ Wir haben den obigen Artikel in einem landwirth&ehaftliehen Blaue gefunden, und halten ihn der: Aufnahme in uns. Literbl. werth. Als Verf. ist G. Besse■• in Bobfingen. **/ Nach der Bibel jedoch durfte Honig nicht als Opfer dargebracht werden. fLevit. 2,11■) : (Red. I t) Exod. 3,8; 3,17; 13,6; 83,3; Lev. 20,$4; Nara. 13.28; 1», 1 5״?Mi l>««t, 6,3; 11,9; 26,15; 27,3; 31,20( Jos. 5,6; Hiob 20, 17; Jerem 11,6; 82,22• He«. 20,6; 20,15; Siraci 46,10; Baruch 1,8. noch 38 mal, das Wort ״Wachs“ 6 mal and das Wort ״Bienen“ 5 mal iin alten. Testamente vor. Führt* wir uns diese biblischen Anklänge nach einander ▼01 Augen, so ist es gleich ein Ums׳and, der uns beeoa* deres Interesse abgewiant: dass man, nämlich .das Wort, welches hebräisch ״Biene“ (דבוחז)!bedeutet, als Namen für weibliche Personea und Heldinnen gewählt bat. Es mögen die Eigenschaften des Fleiases and des gefälligen Anordnens. gewesen sein, welche man att dem Geschöpfchen bemerkte und um deren willen man seine Benennung für geeiguei erachtete, dieselbe einer Person zn geben. W enigstens bedeutet das Wort ״dabör", wovon ״debora“, Biene, gebildet ist: der Ordnuog nach sorgsam an einander reihen, so dass Debora so viel ist, als : fleissige Ordüeria •— gewiss ein Ehren- und Schmeichelname für eine Frau. Das erst« Mal findet sich dieser Name Genes. 35,8. Sodann treffen wir ihn wieder Richter Kap. 4 and 5, wo ihn die Richterin und Prophetin führ:, die als Retterin ihres Volkes aus der Knechtschatt dg* kaaaanäiscben KOnigs Jabin auftrat und Vertasserin jenes bekannten schönen Siegesliedes ist.*) Es lebt aber dieses Wort heute noch unter den Töchtern Sarahs fort und in den we blichen N!men. Doia, Dorothea, auch bei Christen* töchtern haben sich ebenfalls noch Anklänge an diesen schönen Bienennamen erhnlteu. Welche AufuierksCtari ktit man im Weiteren der Biene bei den Hebräern gezollt und wie man sie trotz ihres anscheinend bässliehen Aussehens zi: schätzen gemusst, zeigt auch die Lehre, w eiche Jesus, der Sohn Sirachs, Kap. 11,2 and 3 an ihr entwickelt ha׳, dass man nämlich Niemanden׳ um seiner körperlichen Gestalt willea loben oder ▼erach* ten, sondern-seinem innera VVerthe nach heurtheiien soll. Im alten Palästina lebten die Bienen theils wdd d. h. im Nu(Urzustand, theils waren sie zahm and wur* den gepflegt; Die wilden Bienen waren wegen ihrer bösartigen Njatur n״d wegen ihres schmerzhaften Stidies, der heftige Entzündungen verursachte, sehr gefürchtet. Sie fielen den Menschen in Schwärmen an und verfolgten ihn mit Wuth. Daher solche Biens■ als Bilder grausamer und grimmiger Feinde und feiadlieber Kriegsheere gebraucht werden: Deut. 1,44; Je». 7,18; P6. 118,12. Ais Behausung dienten diesen Thierchen Feisenrisse, hohle Baumstämme, Erdhöhlen u. 8. w. Oft Hessen sie sich auch an andern Stellen nieder, wo sich ihnen gerade eine solche darbot. So bat. sich nach Richter 14,8 ein Bienenschwarm in dem Körper eines erschlagenen Löwen angesetzt. Derartige Bienenbauten wurden aber von den Hebräern gewöhnlich nicht beschnitten, und da sie der unmittelbaren Eia• *) Sie wird ״die xornentflaipmte Freu* genannt, (Bichter 4,4) man vert־l. hierin P«. 118.17. (Rd.). *$־ As

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