Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 43. (25.10.1882)
- Date
- 1882-10-25
- Page
- Seite 171 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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«s bald erreichen, dass auch ihre Worte!כנגד טדי ms ▼on ihren Lesern ebenso behandelt werden, und wenn sie fortfährt nur freajde Arbeiten zu Übersetzen, dann wird sie es zu einer eigenen wissenschaftlichen Selbst* * ständigkeit nicht bringen.*) , j Sondhelner, H. Geschichtlicher Religionsunter• rieht. Lahr. Schaaenburg. 1881. Zweite Auflage. Das angezeigte Buchlein hat — Dank der Rührigkeit der Verlagsbuchhandlung — rasch grosse Vorbreitung gefunden. Die grosse Billigkeit des Buches mag auch viel za dem Erfolge beigetragen haben und ist ja «weh die -Wohlfeilheit bei einem Schulbuche ein gar nicht zu unterschätzendes Moment Man mag die mit dem vorliegenden Werkchen concurrirenden älteren Bearbeitungen der bibl. Gesch., wie das noch intraer unübertroffene Buch von M. Büdinger oder das von Cohn-Dinkelspiel (in seiner ursprüngliahen Form) oder das von Lev y-Badt u. S t e r n mit gutem Grunde hoch stellen, aber Volksschulbuch werden sie nicht leicht werden, eben weil sie zu theuer sind, wie Jeder sich überzeugt haben wird, der der Volksschule irgend wie nahe steht Sicherlich aber sind unserem tuche die inneren Vorzüge, die es besitzt, die beste Empfehlung für Schulen. Die Kritik hat denn auch nicht auf Anerkennung warten lassen, und die Verlagshandlung hat drum auch in ihrem Prospect eine Reihe sympathischer Kundgebungen veröffentlichen können, mit denen das erste Erscheinen des Buches in der Presse und in Briefen an den Verfasser begrüsst worden. Dieselben betreffen aber nur das Allgemeine, eine eingehendere, auch die Einzelheiten umfassende Besprechung blieb noch zu vermissen, dieselbe scheint aber um 80 mehr geboten, als wir es hier mit einem Schul buch zu thun haben, und eiu Schulbuch durchweg auf oen pädagogischen Grundsatz geprüft werden 8011, dass ״das Beste erst gut für die Jugend“ ist. Das Buch — das soll rückhaltlos anerkannt werden — hat manche Vorzüge, aber es ist doch auch noch sehr verbesserungsfähig. Und eben auf die Verbesserung und die möglichste Vervollkommnung der schon vorhandenen jüdischen Schulbuch- Literatur kommt wohl mehr an, als dass uns, um ein Wort des alten Schulrath Bormann zu gebrauchen, in Folge des losgelassenen Individualismus der Zeit, bei dem jeder Lehrer auch gleich ein Aator sein möchte, Jahr aus Jahr ein der Büchermarkt mit immer neuen Schulbüchern förmlich überfluthet wird. Es war gewiss, um zu der näheren Besprechung zunächst der ersten Ableitung ״biblisch-geschichtlichen Religionsunterricht“ Uberzugehen, ein glücklicher (wenn auch kein neuer, Red.) Gedanke des Verfassers, biblisehe Geschichte und Religionslehre literarisch in ihrem innern Zusammenhang darzustellen; und die Durchführung des Gedankens ist mit Rücksicht auf die sorgfähig ausgewäblten Bibelsprüche, die an das Ende der Erzählungen gesetzt sind, wie mit Rücksicht auf die in selbst ständiger Fassung hinzugefugten Religionsiehren, mehr aber noch wegen der kurzen erläuternden Zusätze, die in die Erzählungen selbst verflochten worden und die grösstentheils das ethische Moment in der Erzählung enthalten, wie §. 27, 30, 41, 46, 67 und an **!!!reichen St. sonst, als gelungen zu bezeichnen. Nur 8?heint mir der Titel: ״Geschichtlicher Religionsunterrieht“ nicht glücklich gewählt zu sein, zuin Mindesten ist er 8chwerversländl1ch und lässt zum Wenigsten 4fco!!tatsächlichen Inhalt des Buches ahnen. Sollte •nicht der Deutlichkeit wegen ein Titel, wie: ״Biblisehe Geschichte und israelit Religionslehre in ihrem *) Inzwischen scheint die Berne bereite dz* Zeitliche gesagnet za haben; wir wenigstens haben seither nichts weiter von Ihr gesehen oder gehört. (Rai.) Zusammenhänge dargestellt“ vorzusieben sein? Dieser würde sich mit dem Inhalte des Buches vollständig decken, denn nirgends verläugnet unser Werkchen seinen Charakter als biblisches Geschichtsbuch. Es hält sich eben so fern von der Trockenheit der Leitfäden wie der zu grossen Ausführlichkeit des' Lehrbuches. Dabei ist der Ausdruck knapp (ja oft ׳P zu knapp 1 Red.) und Verf. erreicht seinen Zweck durch den Gehaltreichthum der Sätze, häufig durch eine geradezu prägnante Diction.*) Die Sprache ist durchweg einfach und leichtverständlich. Nur an einigen wenigen Stellen lässt die stilistische Corractheit and Durchsichtigkeit zu wünschen übrig. So liest man $. ,־< 45: ״mich haben sie verworfen^ über sie za regieren^ was ein Hebraismiu ist, §. 55: ״als aber za dem reichen Manne ein Gast kam, schonte er seine 8chafe and Rinder“, wiederum ein Hebraismas; hier wäre leicht zu helfen durch die kleine Abänderung: aer war zu geiz<g, eins von seinen Schafen za nehmen*; 5• 63: and sprich zu ihm: ״Da hast gemordet and auch in Be: sitz genommen?“ deutlicher, zugleich kräftiger, conform mit dem Urtext, bei Büdinger: ״Wie? Du hast gemordet und willst nun aach der Erbe sein?“ $. 67: ״kein Undank wird umsonst begangen“, was wohl heissen soll: ״kein Undank bleibt an bestraft“**) Besondere Anerkennung verdient die ächt pädagotische, durch den Druck, durch Vorgesetzte Ziffern hervorgehobene Gliederung in den biblischen Erzäblangen. Andererseits ist das innerlich Zusammeugehörige auch durch den Drack in seiner Zasammengehörigkeit entweder vor das Auge des Lernenden hingestellt, indem es zu einem Capitel zusammengefasst erscheint. 80 ist z. B. das Capitel 55 ״David's Sünde and Busse“ iu der Gliederung wie in der Wiederzasammonfassung seiner Theile mit der 80 passenden Einschiebuhg von Psalm 51 in deutscher Uebertragang ein kleines Kunstwerk zu nennen. Ob Verf. auch dem Anspruch auf Vollständigkeit genügt hat, darüber lässt sich streiten. Nacb meinem Dafürhalten sind die Erzählungen von der Heldin and sangeskundigen Prophetin Debora in Nr. 38, die so reisende Idylle Ruth in Cap. 43, aud Elisa's furchtloses Auftreten als Prophet vor König and Volk in der Verkürzung, in der diese Themata wiedergegeben werden, nicht zu ihrem Rechte gelangt Diese Er- Zählungen sind zu reich an hochinteressanten ethischen Momenten, als dass wir uns bei ihnen mit flüchtigen Andeutungen begnügen könnten. Allerdings stellen sich in dem Capitel von Ruth und aach anderwärts bei der Wiedergabe im Deutschen wegen der nothwendigen Rücksicht auf das Decente besondere Sehwierigkeiten entgegen, aber Büdinger bat auch hier die Wege gebahnt Ich gebe zu, dass bei grösserer Aasfübrüchkeit in der Wiedeigabe dieser Erzählungen der Raum auf den das Bach erweitert werden würde, - aber eine kleine Preissteigerung, sollte dieselbe dadurch nothwendig werden, dürfte wohl das Werkchen immer noch vertragen. Im Einzelnen wäre wohl in - Cap. 27 oder 25 die Angabe Ober das Alter der bei-; den Führer, Mose und Pharao, hinzazufügea gewesen; es ist doch nicht an wesentlich, dam ,Mose and sein Bruder bei Uebernahme ihres schwierigen Amtes ein Greis an Jahren bei Jugend frische des Gastes waren. * *) .Ja, du ist in unsersa Aasen eher eine Verarthei lang de» Buches, d. h. nur des ersten Theues, der Ja für AnfSng er'be* reelknet ist, — für wen wiren sonst die Bilderchen 1 —r\ wns soll Rlr die Kleinen ▼on 6—8 Jahren der ,Qehaltreichthnni der 8ötna and die nUiaknappe and prägnante Di et»■?* (Bad.) **) Wir könnten die Kahl angenaaJa aach mnrlehtig wiedergegebener Worte and Stellen an der Hand der Bibel noch am viele vermehren; doch der Verf ist — wie wir’s persöaüdr erfahren — gegen Tadel and *assteil cod» Psmsrkongca *ilaa