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Das jüdische Literaturblatt · 1882-10-25 · No. 43. (25.10.1882) · p. Seite 172

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 43. (25.10.1882)
Date
1882-10-25
Page
Seite 172 (sequence 4)
Language
German
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— 172 — Voa kurzen erklärenden Zusätzen,. wie sie Ve1־f. fast *Ueatbalben geschickt wischen die Glieder 4ler Er* zählung eingestreut, w&re vielleicht nach J. 70 in dem Capitel ״Jirmeja“ zu den Worten ״er blieb bei Gedal ja“ hinznzafügen gewesen ״ans Vaterlandsliebe‘'. Zu den leuchtenden Beispielen der Vaterlandsliebe zählt man ja auch dieses. Ueber Auffassung des hebr. Urtextes im Einzelnen lässt sich freilich mit Verf. schwer streiten. Ich befinde mich zwar fast durch• weg, so auch insbesondere, was seine Auffassung in Betreff der Ausführung des Gelübdes Jiphlach’s in Kr. 41-betrifft, mit ihm in Uebereinstimnpung, doch kann ich die Art, wie er sich die bekannte Schwierigkeit, dass Mose den Aegypter erschlagen haben 8011, zurecht legt, nicht gut finden. Verf. erklärt in einer Anmerkung die That Mose’s för eine damals gewöhnliehe Blutrache. Bedenkt aber, dass der ägyptische Frohnvogt der Hebräer im Dienste erschlug, — wenn er ihn Oberhaupt erschlug, was nach dem blossen סכה im Urtext noch zweifelhaft — so kann doch inglich nicht von Blutrache die Rede sein. Besser kommt man bei der von Bttdinger z. St. gegebenen Erklärung aus. In eap. 25 erscheinen die bekannten zehn Plagen Aegyptens eben nnr witf'Plagen dargestellt; will man schon eiae ausdrückliche Aufzählung derselben nicht aufgebea, so siad doch dieselben, wenn aach in aller Kürze, auch als Wunderzeichen darzustellen. Man sieht, es ist in unserem Büchlein neben vielem Lichte anch etwas Schatten, die wenigen kleinen Aus- Stauungen können leicht vom Verf. bei einer Wiederauflage OberfiQssig gemacht werden. Möge dieses Büchlein, wie Verf. hofft, in der Jagend Begeisterung fttr unsere heilige Religion, für Israels Geschichte und Literatur erwecken. 1 ' firie8en W./Pr. Leopold Treitel. Sprachliche Notizen. 1) 4p לאל gr Gen. 3),29 u. יש לאל ידים Micha 2,1 .2 יתשם בפ1ןד עיניה. K. 9,30, desgl. כל תשא עץ Hosea 14,3, aach אשר נשיא יחטא Lev. 4,22. Diese Redewendungen sind scheinbar schwierig, aber wohl weiter nichts als Inversionen^ die sich leieht lösen lassen, ohne der Sprache.Zwang anzuthun. Wie ich mich »innere, hat die ersten der sei. Prof Frensdorff so erklärt :לידי אל ge und יש לדם אל; ebenso kann man sagen כל עון■ תשא (auch ותשם פוך בעיניה ,(תשא כל עין und נשיא אשר יחטא. Hierzu könnten wir. auch die Ver- Setzung Ps. 68,5 rechnen und statt ,כיה שסו sagen יה כשמו. Ausser diesem letzten lassen sich aber auch die vorherigen Stellen ganz zwanglos erklären, ohne dass man eine Vernetzung! aanimmt; so ״Stände es in der Macht meiner,׳ (bezw. ihrer) Hand“ — ״sie legte in 8chminke ihre Augen.“ Wir pflegen auch zu sagen: ״Ich wart mich in die -Kleider“ anstatt ״ioh warf die Kleider am midi.“ ' Vielleicht ist die Stelle in Hosea aach richtig abersetzt müT^Immer vergieb die Schuld“*) ond Lev. 4,22 ״Wenn era Fürst sündigt“, das אשר gleichbedeutend mit אם wie Deut. 11,27. 2) Schwieriger erscheint mir das 0את הים ואת כל אשר ב .-sanäzdlfeb. .Wir steile« ihm — wenn indem es ihm_um Wahrheit «ad BeleRrnag zn than ist and nickt ans mnrktaebreieri- •ehe BerUsn«, deren sein Bachlein wirklich nicht bedarf — das mit unseren Bandbeenerkimgea ▼eibehene Exemplar der 8. Auflage gegen Eincsadcng einer, 3. Auflage bereitwilligst rar BenAtrang ftr die hoAmtUekqeld *öüiig werdende 4. Anflsge ra Gebote. (Ed..) - ך . Des'Ws« ■gehobene כל ist zu argiren: .Jede teach die (®*d.) -1 im Dekalog, was doch wohl heissen müsste כל אשר כו*) wie in Ps. 104,26 לשחק בו. Desgleichen -leuchtet mir j die Uebersetznng der Stelle Jer. 31,32 nicht ein. 8ie ן lautet in der Ausgabe von PhU״ Kämpf und Landau: ״ ואנכי בעלתי כםdass ich Ueberdrass an ihnen hafte.“ Für בעלתי zu lesen נעלתי**) (wie לא געלתים Lev. 26,44) Gaumenond Lippenlaufe mit einander wechseln zu lassen, scheint doch sehr gewagt. Sinngemäss erklärt sich die Stelle, wenn man in Anbetracht des Vorhergehenden übersetzt: sie brachen meinen Band ״während ich noch um •ie warb“, nämlich zu sein ein זעם ■סגלה und es bezieht sich auf die Anbetung des goldenen Kalbes. 3) סראש פרעת אויב Deut. 32,42 übersetzt Herxbeimer ״vom behaarten Kopf des Feindes“ und nimmt — unter Abweisung der Uebersetzung nach LXX u. A. als ״Fürsten“ — Bezug auf קרקר שער Ps. 68,22 — פרעת heisst aber doch viel richtiger ״e n t haart“ als b e haart. Ich gestehe, dass ich keine analoge Stelle weiss, wo פרע in der Bedeutung von ״behaaren“ vorkäme.f) 4) Wie ist die sprachliche Schwierigkeit zu lösen von לזאת יקרא אשה? Wenn man annehmen durfte, die Kipbaiform יקרא wäre ursprünglich die Kalform gewesen, so wäre alle Schwierigkeit beseitigt, ff) Erwünscht wäre es, wenn dip angeregten Fragen eine befriedigende Lösung in dies. Bl. finden würden. E c k m a n n-Kienburg a/W. 5) Herrn Dr. Duschak erlaube ich mir auf seine Anfrage in Kro. 42 d. BI. folgende Antwort zu ertheilen. Der erste Erklärer fasst וינבל als synonym und parallel mit וייטש auf und begründet es durch die historische Reminiscenz aus Jecheskel 8. Rabi Dostui hingegen findet das urgische סדה כנגר סרה in demselben Verse enthalten: Weil Israel ויטש אלוה עשהו, deshalb וינבל צור ישועתו verachtet Er (Gott) das Volk כענין שנאסר אל תנאץ למען שטן ואל תנבל כסא ךבודך, wozu die agadische Erklärung ebenfalls lautet, dass Gott seinen Thron nicht verachten möchte d. i. ישראל החקוקים בכסא. (Siehe Raschi za Jerem. 14. 22.) Der אל תקרא lautet demnach את״ק מנבל mit der Ergänzung ישראל seinen Gott, sondern umgekehrt וינבל צוף sein Volk.§) Caro-Pilsen. *) Das בסו besieht sich zeagmatisch anch aaf die vorherstehenden beiden Hauptwörter; Himmel, Erde, Meer, d. i. das Universum (Red.) •*) Oder es steht fttr בהלתי (cfr. Sech. 11,8J, also eine Perwechselaug der Kehlbuehstabea. (Red.) t) פרע heisst ursprünglich ,losbinden, lösen* (davon im spiteren Hebräisch - solvere, bezahlen), vom Haar: ,frei fliegen lassen*, (גדל פרע wild wachsen lassen, Num. 6,5.> und dann übertragen: ,angebunden, verwildert sein.* (Red ) -f-j■) Die Schwierigkeit löst sieh viel einfacher: Das Niphal wird sehr oft für das deutsche ,man* gesetzt and hat mehr active Bedeutung: hier: ,man nenne diese*; oder man ergänze — wit Ihn Esra bemerkt — .שסד; des אל זאת ** לואת ,deshalh*. $) Mit andern Worten: צור ישועתו ist nicht als ein Object-Uegriff za nehmen, sondern צור als Sabjeet and .ישועתו als Object. Aehnlich der Commentar וית רענן; doch glauben wir% dass man צוף von ישועתו nicht za trennen braucht: ,Es (das Volk) verliess den Gott, der es geschaffen, da verwarf ec (Gott) den Felsen seines — des Volkes — Heils*, d־. t. den Tempel, wofür die Belegstelle aus Jeremias. (Reif) — Oie ganze Stelle befindet sieh übrigens wörtlich ea?b im BiCri •*. St. 318 a. verweist der Editor Hr. M. Friedmann' auch auf die Erklärung des 'דך, die aber, offen gestanden,,ans nicht mengt, weil sie dem sonstigen Gebrauch des 'אלי חקר nicht entspricht, das immer eine Aen derang des betr. Wortes in dsn Consonaontea oder Voealea erfordert, and nicht ,eine anderweitige Satslh eilung. Hier scheint die von R. Dast&i ▼orgeschlagene Vocalisation durch den Drnek verwischt worden za sein. (Rd.> — P. S. Nach Schluss dieser NrJ sind ans noch einige Erklärung*versuche ragegangen, aaf die ■wir in nächster Nr. 3 Th. sarüekkammea wollen. V«aafcirert{iehar BaiacteprDr. Eaksasr in Magdeburg. Druck von H. Her back ia Barby. Verlag von Robert Frieee in Uip*if-

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