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Das jüdische Literaturblatt · 1882-09-20 · No. 38. (20.9.1882) · p. Seite 150

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 38. (20.9.1882)
Date
1882-09-20
Page
Seite 150 (sequence 2)
Language
German
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150 : . *־ ־-Tj■ .Vv - ־ '-1־־י. r: ־... ׳ r kt in der von 400 Knaben besuchten Talmud-Tora- Schule der Sephnrdim ,der Unterricht itn Arabisehen aus Mangel an Mitteln auffcegeben worden.“ 0 Jammer über eine solche Satyrel' Würden, es unsere deutschen Hausfrauen Herrn Salvendi sehr übel nehmen, wenn er von einem Theil der gesammelten Challageider einen Lehrer besoldete, der 400 Knaben, - 400 zukünftige Staatsbürger in ihrer Landes spräche spräche unterrichten möchte? Der Rückblick über die sanitären Verhältnisse Jerusalems von Dr. Schwarz, Director des Rothschild'schen Hospitals, ist ein sehr schätaenswerther Beitrag, denn so traurig es auch klingt, so dienen der Erfahrung gemäss derartige wahrheitsgetreue Veröffentlichungen in erster Reihe als Hilfsmittel zur Bekämpfung vorhandener Uebelstände. Auch hierbei ist Schweigen der^Tod. Die wissenschaftlichen Beiträge des Baurath G. Schick über Ausdehnung der heiligen Stadt 2ur Zeit des zweilen Tempels und über Rama und Nebi Saul, gereichen dem Jahrbuch zur grössten Zierde. Den Schluss die ser Abtheilung bilden Nekröloge und eine Uebersicht über locale Ereignisse. Aber auch der hebräische Theil des Jahrbuches enthält ausserordentlich wichtige und interessante Beiträge. Auf 8. 1—70 werden die religiösen und socialen Gebräuche der Israeliten in Palästina in casueller and kalendarischer Reihenfolge geschildert. Abgesehen von abergläubischen Gebräuchen, die der Verf. als אטמח הבל bezeichnet, sind die meisten Ceremonien von einem poetischen und zugleich rührenden Hauche gläubiger Innigkeit, ergebener Entsagung und belebender Hoffnung durchweht. Hervorbeben wollen wir, dass man in Jerusalem weder am Versöhnungstage, noch am Sedertage den Kittel oder das Sargenes trägt, dieses Kleidungsstück auch nicht'den Leichen mitgiebt. Die Sefardim machen am Versöbnungstage nach Mussaf eine zweistündige Pause und tragen die Haftara am , 9. Ab in der fränkischen Umgangssprache vor. Den Bewohnern des heiligen Landes eigentümlich, ist die Feier des Lag be - Omer als ״Hillule di. R. Schimon b. JochaL“ ייויוומי« *mmm ז׳4* -'£י Mann hegt durchaus keine phantastischen Wünsche, was er vorschlägt, ist sofort praktisch durchführbar und verlangt nicht die Hälfte jener Summen, die in unbesonnener und gedankenloser Weise an Müssiggänger, privilegirte Bettler und fanatische Faullenzer, leider auch an professionirle Wucherer und Blutsauger verschwendet werden. Ja: verschwendet, denn uns steht kein anderer Ausdruck für die sittenverderbendc und unheilvolle Chaluka zu Gebote. Als dringende Notwendigkeit zur Hebung des tief gesunkenen Zu- Standes unserer palästinensischen Glaubensgenossen giebt L. an: 1) Strenge Befolgung des Printips der Arbeitstheiiung; 2) Grüudung einer Arbeiterkrankenkasse; 3) Erziehung zum Ackerbau; 4) Gründung einer Handwerkermusterschule, besonders für Holzschnitzerei und Perlmutterarbeit; 5) Exportvermittlung dieses Industriezweiges; 6) Anstrebung eines Monopols unter den Israeliten aller Welt für Sifre-Tora, Tefillin und Mesusas aus Palästina, ebenso für palästin. Ethrogim; 7) Anlegung von Brennereien und Küfereien, um den Export von Wein und Branntwein zu ermöglichen; 8) Anlegung von Papierfabriken, Webereien und Oelraffineriea für den heimischeu und ausländischen Bedarf; 9) Beförderung des Häuserbau’s in Jerusalem und Gründung eines Leihhauses und einer Darlehnskasse mit geringem Zinsfuss und der Möglichkeit kleiner Abzahlungen zur Verhütung des fchändlichen Wuchers, der unzählige Existenzen vernichtet. Ob derjenige das heilige Land der Väter und unsere Brüder dort mehr liebt, wer solchen Vorschlägen das Wort redet und niit allen Kräften zur Ausführung derselben aneifert, oder wer dem Vagabundenthum, der Arbeitsscheu, dem sittlichen Verfall und dem physischen Verderben durch unbesonnenes Almosenspenden Fortgang verschafft, das möge Gott, der Allwissende, richten. Dem Jahrbuch ,Jerusalem“ wünsehen wir von Herzen viele tausend Käufer, viele tau^ send Leser und ein fröhliches, immer wachsendes Gedeihen. Caro-Erfurt. Mit wandervoll ergreifenden Worten schildert der Verf. den Gottesdienst am Freitag'׳Nachmittag bei der כותל מערבי (Westmauer des Tempels). Wahrheit und Dichtung enthält das Verzeicbniss von 290 Grab- Stätten heiliger und berühmter Männer und Frauen mit der Wiedergabe dines grossen Theils von DenkmalsiDSchriften. Der Reisebericht eines R. Meschullam aus Volatra aus dem Jahre 5241 über eine Reise nach Palästina and Egypten, enthält manche interessante Angabe, ist aber wegen der italienischen und hebräisehen Spr&chmengerei ein wenig ungeniessbar. In mythischer Manier ist ein altes Verzeichniss heiliger Grabstätten eines candiotischen Reisenden aas dem Jahre 5233 ae. m. gehalten. Den Schloss bildet ein sehr bedeutender, and der weitesten Verbreitung ebenso wie der Beherzigung würdiger Aufsatz des Herausgebers mit Vorschlägen, die socialen 8chädea unter unseren Brüdern im heiligen Lande zu heilen. Der Rappoport and Luzzatto. (Schluss.) Der Ton der Briefe Luzz&tto’s muss .von ausser* ordentlicher, durch den Widerspruch Rappoports sich immer mehr steigernden Leidenschaftlichkeit gegen Jost, den Urheber dieses Streites, gewesen sein, denn R. sagt zu ihm, dass sein Blut in ihm aufwalle, wie ein brodelnder Kessel; so er von ihm spreche, und er ihn Ketzer nenne, der die Grundvesten des göttlichen He-- ligthums erschüttere;') scherzend preist er sich glücklieh, dass er nicht auch in Deutschland geboren sei, senst wäre es vielleicht auch ihm so ergangen, denn ,gewaltig wie der Tod ist Deine Liebe, aber auch Dein Hass“.’) Hingegen imponiren Rappoports Briefe durch ihre ausserordentliche Ruhe, ohne jemals eine leidenschaftliche Erregung zu zeigen, tritt er ia männlieber Entschiedenheit der Maasslosigkeit Luzzatto s entgegen. Er bittet, er beschwört ihn, ihm Nichts •) p. 13. י) p. 30.

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