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Das jüdische Literaturblatt · 1882-09-20 · No. 38. (20.9.1882) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 38. (20.9.1882)
Date
1882-09-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Hahmer.! ■» fr Zar Baleaeatanff aller Jaden tkam ul Jaden betreffenden literarisch. Krsehelaaagea an( den Gebiete der Philosophie. Geschiehte,Cthsoaraph(e, Theologle.Orlentalla, Sxegese, Bo- ■Iletlk, Liturgik, Pädagogik. Bicher der eiasehULglgea Li. teratar, welche der BedaeHoa sageeaadt werden, -Inden in dienest Blatte eiageh.Besprachang. BelXlnseadnng Ton s w a 1 Beecnslonseneuplaren erlolgt aneh Krwlhn. L d.Woehenschr. Majfdoburg, 30• September XS83 Das ״Jltt4l»el»e I4tert»*nrbl«1t*“ erscheint wöcheutlic h in einem halben Bogen; Preis bei allen BgofthudlligM 01 Leipzig bei Robert Friese)pro Jahr g an g: 8 llk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift* (die rierteliähn. bei ailenPoetanstaltea and Bach handlangen 3 Hk. kostet) erhalten das! ״Jüdische Literaturblatt* gratis. —!■Merstte werden mit 35 PL für die dretoafpalteDe Petitzeile berechnet and ausschliesslich entgegengenommen durch die Central-Annoncen-Expeditioa von Gl. 11s. Daabe ACo, Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Hamburg, Cöln,!tünchen, Zürich, Wien, Paris. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: ״Jerusalem*. — Rappoport und Lazzatto. (Schloss.) Literat •irberiebt: Recensionen: Internationale Revue, herausgegeben von Leopold v. Sacher-Masoch. Notizen. Nachdruck mir mit voller Quellenangabe gestattet. ״Jerusalem“.*) Literarischen Unternehmungen jerußalemitanischer Provenienz standen wir immer sehr spröde gegenüber. Mannigfache Erfahrungen trüber Natur machten uns gegen Editionen misstrauisch, deren mehr oder minder verschleierter Zweck fast immer der Apell an den Geldbeutel blieb. Mit desto grösserer Freude und Genngthuung begrtlssen wir das Jahrbuch ״Jerusalem“ als eine Erscheinung, die unsere Sprödigkeit und unser Misstrauen in lebhafte Theilnahme uhd aufrichtigen Beifall verwandelt hat. Noch kleben mannigfache Schwächen dieser Erstlingsgeburt an, noch müssen Vertröstungen auf die Zukunft über den Mangel vieles Wünschenswerthen hinweghelfen, aber für die physische und moralische Entwicklung unsierer Brüder im heiligen Lande kann eben dieses Jahrbuch von ungleich grösserer Bedeutung werden, als tausend Spendenlisten warmherziger, aber unbesonnener Wohlthätigkeiti Man glaube nicht, dass wir versteckte Anspiblungen machen wollen, wir 6cheuen uns nicht, es aufrichtig und offen auszusprechen: ^o unendlich hoch wir Salvendi’su.A. unermüdliche Arbeit für das VVohl unserer Unglück* liehen Glaubensgenossen schätzen, so. wenig reellen Nutzen legen wir dem Erfolge der nicht unbeträchtliehen Sammlungen bei. So lange ü|xer die gesarn* mellen Gelder nicht eine europäische Controlle dispomrt, 80 lange bleibt die Verwendung eine mehr als zweifelhafte. Iu Bezug auf Palästina ist die riehtige Uebersetzung von ״ אשרי משכיל אל דלHeil dem, der mit Vernunft dem Armen giebt.“ Denn so piet&t* *oll und schonend auch die Angaben des vorliegenden *) Jahrbuch zur Beförderung einer wissenschaftlich genauen Kenntnis» des jetzigen und des alten Fal&stpn&'f* I* Jahrgang ^0—1061, von A. M. Läget. . [ , Jahrbuchs über die socialen Verhältnisse in Jerusalem gehalten sind, Eins geht ans ihnen mit erschreckend« ־ Deutlichkeit hervor: die Grundlage alles gesellschaft• liehen und sittlichen Elends ist und bleibt die Unheilvolle ״Chalaka.“ Klingt das nicht gradezu haarsträu- - bend, wenn auf S. 35 ganz naiv gesagt wird: 290״ Familien (allein unter den Sephardim) betreiben kein regelmässiges Geschäft, da dies ihren Ausschluss von der Chaluka, zur Folge haben würde!!?“ oder S. 51: ״Tüchtige H andwerker etc. können pich ihr Brod ohne Hilfe der Chaluka verdienen, es ist indessen nicht Sitte, seinem Antheil an der Chaluka zu entsagen!!“ Wir halten eine solche *Sitte* za fördem gradezu für unsittlich. Das Jahrbuch enthält einen hebräischen und einen deutschen Theil. Die statistischen, meteorologischen und chronologischen Notizen und Tabellen im 'deatscheu Theil, die Personalnachrichten und die Jahres-^, berichte über Lehr- und Wohlthätigkeiisanstalten sind nach dem Eingeständniss des Herausgebers noch we- . nig übersichtlich und instructiv. Der Artikel über die ׳' jüdische Bevölkeruug und ihre Beschäftigung giebt ein anschauliches Bild der socialen Verhältnisse. Unter den aufgezählten gemeinnützigen Gesellschaften ptävaliren die בטלנים, d. b. die Anhänger eines beschaulichen Müssiggangs; aas dem Berichte über das Wachsthum der Lehr- und Wohlthätigkeiisanstalten aber haben '* wir mit inoiger Betrübniss entnommen, dass der finstere Fanatismus der ungarischen und polnischen Chaasi- J dim noch immer an der Stätte, an welcher das reinste י Licht hätte strahlen sollen, mächtig und siegreich ist. Einige Synagogen und Bote midraschim sind — einem dringend gefühlten Bedürfniss abzuhelfen — hinsugekommen, aber in der Simon Edler v. LemeTschen Stiftung ist ״mit der deutschen Spr&ohe aller Unterrieht in den gewöhnlichen Elementargegenstftnden auf— gegeben, in der Mädchenschule ״Eveline Rothschild* lässt der regelmässige Schulbesuch noch viel zu wünsehen übrig, denn die Eltern der Schüler werden voa den chalukaveischlingenden Chasaidim mit Bann and־ Verlust der Chaluka bedroht, wenn sie ihre Söhne und Töchter auch nur eine Stunde täglich profkheä Wissen unterrichten lassen (siel 8. 194) und endlich

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