Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 35. (30.8.1882)
- Date
- 1882-08-30
- Page
- Seite 139 (sequence 3)
- Language
- German
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Weise das Blut entzogen worden sei, woraus man nun weiter folgerte, dass aabei nothwendig J^den and jüdischer Fanatismus thfttig t gewesen sein mussten ... In Folge der dadurch entstandenen Aufregung und Erbitterung griff in der oben bezeichneten Nacht (20./21. Juli) ein zahlreicher Volkahaufb die Wohnungen zweier in Neuenhofen wohnenden Juden an und verwüstete sie sammt den darin befindlichen Mobilien und Waaren fast gänzlich, während gleichzeitig j zu Bedburdyk die dortige Synagoge erstürmt und ebenfalls ganz zerstört wurde“ (״Elberfelder Zeitung.“,!26. Juli 1834, Nr. 205.־) Wenige Tage darauf verkündete ein amtlieber Erlass der königl. Ober-Prokuratur zu Diisseldorf vom 26. Juli (Amtsblatt der königl. Reg. zu Dtlss., Nr. 48, S. 415): ״Die im Kreise Grevenbroich geschehene Ermordung eines Kindes christlicher Eltern hat einen aus der Barbarei längst verflossenpr Jahrhunderte hervorgegangenen Aberglauben geweckt, und grobe Gewalttätigkeiten gegen die in der Nlähe wohnenden Juden und die Stätte ihrer religiösen Versammlungen veranlasst, (Schluss folgt.) Das heutige Syrien. (Fortsetzung statt Schluss.) Als Lortet das Heiligthum besuchte, waren Schnaren von Gläubigen dort, die ihren Unwillen deutlich zeigten, namentlich als er sich anschickte, die Kubbete8־Sachrä zu betreten. ״Dieses heute poch, wie schon von den Franken des Mittelalters oft irrthümlich als Omar-Moschee bezeichnete Heiligthum j (die eigentliche Omar-Moschee ist ein kleiner kahler! Anbau des El- Aka) ist auf seinen 8 Seiten von dem mit Marmorplatten bekleideten Sockel aufwärts, mit bunten Fayenceplatten bedeckt, die in Blau,!Weiss und Grün nach persischer Art gefertigt sind. Kbranspriehe ziehen sich in verschlungenen Schriftzügbn wieiein Fries Uber den Fenstern entlang. Die 4 (mit Thüren verseltenen Seiten des 8eckigen Unterbaupä sind nach den 4 Uaupthimmeisnchtungen gerichtet, per grosse Innenraum ist durch 2 konzentrische Säulen- und Pfeilerreihen in 3 Theile getheilt; in der mittelsten Rotunde ragt der heilige Felsen, el-8achrä, aus! dem Mosaik des FussbOdens empor. Unzählig sind diü Sagen über die Bedeutung dieses Stückes Felsboden, welche die lebhatte Phantasie der Araber erfunden!hat.“ (Es ist dies sicher der Eben Schessijoh, der Ort!der Bundeslade! Anm. der Red.) ״Ein buntseidener Baldachin und eine Menge von Lampen hängen von dpr Kuppel herab über den von doppeltem Gitter umgebenen B’elsen.“ ״Der Fussboden des Gebäudes besteht aus kostbarem Marmormosaik, die Wände des 8eckigen äusseren Schiffes, sowie die der Trommel, auf welcher die grosse, von aussen mit Beiplatten belegte Kuppel ruht, weisen ebenfalls das herrlichste, buntfarbige Mosaik auf. Phantastische Linien, Blumenguirlanden, Bluinenvasen, aus denen auf Goldgrund Trauben und( Aehren hervorquellen, sind in kunstvoller Art aus (kleinen gefärbten Glasstückchea zusammengesetzt. Bronzenes Blätterwerk und breite blaue Streifen, auf deinen Koransprüche in goldenen Lettern! stehen, ziehen sich als Fries um den obern Rand des äussern Räumest und der Trommel. Die innere Septe der hölzernen Kuppel ist mit schindelartigen IlolzsUlcken benagelt und reich mit vergoldeter und gemalter Stukkatur geschmückt. Die Grundfarbe ist auch hier blau. Die herrlichen Fenster, des Oktogons, sowie der Trom!; lal, stammen, aus dem 16. Jahrhundert, wo der Tempel durch■ Böhmen restäurirt,, wurdet die kleinen, einfirbigpd Glässtück-, cNm, a״, denen sie zusammenges! >tzt sind,“ smd ’in Gips, nicht, wie bei uns, in Blei gefasst und dusch kleine eiserne Klammem verbunden. Ist 80 der bprrliehe, Bau wohl danach - abgethan, auf Gläubige wie auf Ungläubige durch seine harmonische Pra6hl einen tiefen Eindruck zu machen, so finden sich auch in seiner nächsten Umgebung, auf der Plateform selber und dicht an diese grenzend, eine Anzahl kleinerer Ge* bände, die unsere Bewunderung erregen. Da ist der'" sogenannte Kettendom, ein zierlicher, säuleägetrag^ner Kuppelbau an der Ostseite. Westlich von der Moschee and etwas von der Terrasse abgerückt, erhebt sich der sogenannte Seblt Katt Bei, ein schönes, aus der Mitte des 15. Jahrhunderts datirendes Biunnengeb&ade, das sich vornehmlich durch den reiche□ Arabeskenscha^uck seiner steinernen Kuppel auszeiebnet. Ein wahres Prachtstück des zierlichsten arabischen Geschmackes zeigt sich uns aber in der am südlichen Portikus der Sachrä-Terrasse befindlichen Kanzel des Kadi Bofhftned - Din, in der während des Fastenmonats Ramädan jeden Freitag gepredigt wird. Das Kan2elhäu sehen, das von zierlichen Hufeisenbogen getragen wird, besteht aus 8 schlanken, oben durch kIeeblattförmige Bogen verbundene Säulen; die Kuppel erhebt sich Uber einem breit vortreteuden Seckigen Rande■'1 Nun ging'8 nach dem Oelberge, der, durch das Kidrontbal von der Stadt getrennt, dieselbe von Osten her beherrscht. Von dem östlichen, dem Stephänusthor ausgehend, führt der Weg über die sogen&nnte ״obere Brücke“, die, nur aus 1 Bogen bestehend,(etwa 5 m. über dem Thalbett liegt und iu ihrer jelMgen Gestalt aus neuerer Zeit ist Der Gipfel des Oelhsrges, der sich in seiner höchsten Kuppe noch 60 m. über der oberen Terrasse des Tempelberges erhebt, trägt die im Besitze der Muslimen, befindliche Auffahlrtskapelle. Neben dem Eingangsportale des Hofes ^rhebt sich ein schlankes Minaret; es gehört zu einem Derwischkloster. ״Unbeschreiblich schön und grossartig ist die weite Rundsicht, die man von der Höhe des Minarets geniesst; ganz besonders interessant aber nach Westen und nach Osten hin. Auf der ersternl Seite zeigt sich uns das Bild der ausgedehnten Stadt mit den herrlichsten Moscheen des Tempelhttgels ink ▼0rdergrunde; nach Osten hin sepen wir das ThM des Jordan und das blaue, schimmernde Wasser des 1todten Meeres vor den in violetten Duft gehüllten Höbeozägen am Horizonte,. 1200 m. tiefer als der Gipfel des Oel־- berges liegt das Becken des todten Meeres; aber die kahlen, trockenen Hügelterrassen, die sich zwischen beiden hinziehen, fallen so allmälig ab, dass män den Höhenunterschied nach dem Augenscheine nie fttr so bedeutend halten würde. Man unterschätzt ihn ebenso, wie die Entfernung, die kaum 1 bis 2 Meilen 'za betragen scheint und die doch nur in 7stündigem Ritte znrückgelegt werden kann. ״Nach allen Seiten hin führen Wege votn Oelbeige zum Thale' hinab, und ein jeder von ihndn führt auch" an einem oder mehreren Punkten vorbei, die durch irgend einer frommen Tradition geheiligt sind.“ ״Ganz besonders reichliche Veranlassung zu frommen Sagen geben aber die zahlreichenaltein Felsengräber, die sich an den Abhängen des Berges vorüöäea. Tief unten am westlichen Abhange sind die Gr&ber Absalom’8, Josaphat's und des Jacob* (?), sowie die Sogtenaüüte Pyramide( des Zacharias: grossartige, in deti Felsen gehauene Grabmäler. Unweit des Weges, der 'in süd-‘ lieber Richtung nach dem Dorfe Siloa führt, liegt eine andere, von den Jaden ebenfalls hoch verehrte. Gräberstätte, das sogenannte kleine Labyrinth oder d»« Pro־ phetengräber, eine’ umfangreiche ünterlrdisehe Anlage, dieaus einer grosrtn Rotunde, verschkjdufihp EjUhttferiP und mehreren, sich kreuzenden GüngetV von