Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 35. (30.8.1882)
- Date
- 1882-08-30
- Page
- Seite 140 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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:.־?״;<* ■ — 140 m. Länge besteht und etwa 2 Dutzend sogenannte Schiebgräber enthält. Die ziemlich rohe Ausführung des Gtunen lässt auf eia hohes Alter rchliessen. Das Dorf 8110• selber, das am Abhänge der südöstlichen Kappe des Oelberges wie ein Schwalbennest An-die Felswand angeklebt liegt, war zum grossen Theii. vpr Zeiten auch eine Nekropole der Judem» Eiqe Menge ▼on Felsengrotten, deren (ursprüngliche Bestimmung als Grabkammern an den in der Rückwand befind• liehen Lampennifchen zu erkennen istliegen in und vor dem Dorfe nnd werden heute theils als Wohnungen, theils als Viehställe benutzt. Jahrhunderte lang, ehe das aralasche Dorf hier entstand, wurden sie von christlichen Einwohnern bewohnt Das Dorf, das im Ganzen etwa 80 Häuser z&hlt, and von einer von Nor• den nach Süden laufenden Gasse durchschnitten wird, ist aas einiger Entfernung nur schwetL von dem' Fel• sen, auf dem es steht, zu unterscheiden) dadie Farbe der Bftoser mit der des gelblichgrauen Halksteinbodens vollkommen übereinstimmt. An seinen* Eingänge befindet sich, heute als mulimisches HeHigthum verehrt und von einer hohen Mauer uinschlüssedj in der Felswand eine grosse monolithische Pyramide, .die de Baalcy für eine ägyptische Kapelle erklärt, welche Salomo für eine seiner vielen Frauen, eine Pharaonen• tochter, errichtet hätte. Die Aehnlichkeit, die diese Pyramide mit dem sogenannten Zacharia9grabe aufweist, die 2 Kammern, die sie im Innern enthält, lassen aber vielmehr auf ein Grabmal schliessen.!.Schluss folgt.) LiteraturbericbC BeceatUaen. * ‘ 1) Die Stelle Gen. 27, 40: •••והיה באמור.תריר ופ-קת bietet der Exegese Schwierigkeit and* hat noch keine ' Erklärung gefunden. Die "Erklärer aber- Die Affen bei de■ Hebräern und andern Völkern des Alterthums, von Dr. B. Placzek. Stuttgart, E. Schweizerbart’sche Verlagshandlung (E. Koch) 1882. Es fehlt wohl kaam eine der im Talmud Midrasch sich ▼erfindenden einschlägigen Stellen, die der Ver- Hasser in seiner kleinen, aber inhaltreichen Schrift nicht herangezogen hätte. Die9e Gelehrsamkeit ist aber noch der geringere Vorzug in den interessanten Untersachangen. Von besonderem Interesse ist die Verglei- . chung der hebr. Affenlehre mit der anderer Völker des Alterthums, in deren Quellen der Verf. ebenso zu Bause za sein scheint, wie in den jüdischen. Nationen, die niemals in irgend welcher Berührung zu einander gestanden haben können, finden sich in ihren Mythen verwandt and liefern 80 ein Glied der Kette von Beweisen für die Einheit des Menschengeschlechtes. So erzählt z. B. eine Mythe der Azteken, die, wie mehrere Völker der alten Welt, verschiedene Kataklysmen annehmen, nach deren jemaligem. Ablaufe die Weltzerstört ward, um immer wieder von Neaem erschaffen zu werden, dass das 3. Zeitalter, das der Laft, durch einen Orkan endigte, der alle Menschen, mit Aasnahme feines Paares, in Affen verwandelte. Eine altindische Sage lässt den Affen ein Kind des Windes und der Luft sein. Hiermit vergleiche inan Synhedr. 109 a: ״ein Theii des Zeitalters der 8prach- Verwirrung wurde in Affen verwandelt“ und man wird ob der einander so ähnlichen Ueberlieferangen . Überrascht sein. _ _ G. R. ‘ Notizen. setzen ״klagen“ nach dem Zusammenhänge, wofür kein sprachlicher Anhaltspunkt vorhanden ist. Die Parallelstelle Ps. 55, 3 אריד• בשיחי'‘ואהיטה schliesst auf diese Bedeutung nur aus dem erklärenden Zusätze. So Raschi, Ibn Esra, Nachmanides in dem Sinne: ״Wenn Du, Esau, über die drückende (weltliche) Herrschaft Jacob’s zu klagen haben wirst, sollst Du sein Joch abwerfen. Israel sollte nämlich dadurch gewarnt werden, keine drückende Weltherrschaft auszuüben. Indess sollte Israel's Herrschaft ja □ar geistiger, religiöser Art sein, die davor bewahrt ist, in eine drückende auszuarcen. Gerade im Gegensätze zu. Israel ist Esau gesagt worden: ועל חרבך תהיה ).der Bestand deines Lelens wird auf die Macht deines Schweries gestützt sein.‘‘ Die Bedeutung von רוד ist ״umhergehen, waudein“, Hos. 12, 1: רד עם אל *m guten Sinne: ״mit Gott wandeln“, Jer. 2,31 im bösen Sinne: ״zügellos, irrend, umherschweifen“, ״von Gott abfallen“. Die Bedeutung des irrenden, verzagenden Umherschweifens findet sich auch Jes. 58, 7, Ech. 1, 7. Man übersieht an obiger Stelle in Genesis, dass חריר Hiphil ist und causative Bedeutung hat: ״umherschweifen machen, zum Abfall bewegen, durch Verführung zum irrenden und zügellosen Abfall veranlassen.“ Der Sinn ist also: ״Jakob, Du wirst über Esau herrschen, dein Bruder und deine Brudervölker werden geistig und religiös von Dir abhängig sein; weou Du, Esau, aber Israel zu irrendem und losem Umhersch weifen, zum Abfall von Gott verleitest, dass Israel in deinen Wegen wandelt, dann wirst du Israel’s Joch abwerfen, dann wird Israel seiner geistig - religiösen Herrschaft Uber dich verlustig gehn, deine Abhängigkeit von ihm wird sein Ende haben. So auch die Targumim; Jeruschalmi bringt sogar den vollen Gedanken zuin Ausdruck: ״So lange Israel fromm mit Gott wandelt, herrscht Israel, umgekehrt Esau. — אריד בשיחי (P8. 55, 3) lässt vielleicht eine Conjektur zu, so da9s es verschrieben, für אוריד בשיח stände, nach Art von Jes. 15, 3: יורד בבכי, nämlich אוריד (נפשי) בשיחי; oder man müsste ״ רדהniederwerfen“ als Stamm annehmeD, so das* der Sinn wäre: ״ich tauche (meine Seele, inicti) unter in meine Klage, ineinen Schmerz.“ Oder wir bleiben bei der Ableitung von ״ חדumherirren“, in dem Sinne: ,;ich lasse (meine Seele) umherirren in meiner Klage, ich jage (meine Seele, mich) umher in meiner Klage, in meinem Schmerze. “ R.-A. 2) Die Frage, ob am Sabbat von einem Juden elektrisches Licht gemacht werden darf, die, wie in diesem Blatte bemerkt stand, im ״Jewish Ctironicle“ besprochen wird, hat ihren Weg auch in französische Blätter gefunden. Herr Dr. Klein sieht sich darum, und wir meinen mit vollem Rechte, veranlasst, im ״Univers. IsraelLte“ auf die Frivolität hinzuweisen, die in der Frage liege, zugleich aber auch die Gründe auzugeben, welche die Anwendung des bibl. Verbotes auf das elektrische Licht beaunden. Erstens, sagt er, i9t es nicht wahr, dass das elektrische Licht nichts verzehre. Zweitens, sei das elektrische Licht schon im frühesten Altertlium und wahrscheinlich auch schon zar Zeit Moses' mit Hülfe des alten Feuersteins erzeugt worden; denn der Funke durch Reibung zweier Steine hervorgebracht, sei nichts anderes als ein elektrischer Funke. Drittens — und dieser Grund ist der wichtigste — finde das biblische Verbot nicht allein auf das verbrennen bare Material Anwendung, sondern auch auf die Flamtne selbst, denn es heisse nicht in der Schrift g»xy לא תבעת. »ondem לא תבערו אש■ .G. ft• _ MC" Dieser Nr. liegt ein Prospectas des Hrn. Max Victor in Cäln (Neujahrsgratulationskarten u. Briefe) bei. VsrMtwcrtlidwr Redaetear Dr. Rabaer i» Magdeburg. Drack von BL Horb seb in Barby. Verlag von Robert Friese in Lelp״f.