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Das jüdische Literaturblatt · 1882-08-23 · No. 34. (23.8.1882) · p. Seite 134

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 34. (23.8.1882)
Date
1882-08-23
Page
Seite 134 (sequence 2)
Language
German
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Wortwitzund Ährt fort: ״Dass wir neaardings joarnalistische Spassmacher ond Literatarnarran haben ▼on jüdischer Abkunft, die es dem Germanen abzulernen _ suchten, ist in der Beartheilung der Frage, sofern man sie sar Racen frage gemacht hat, gleichgültig. Genug, dass das Germanenthum den Narren als privilegirten Spassmacher im Mittelalter sich anstellte;“ Wohl hat auch der Jude seinen Esprit, seine fei• nen, scharfsinnigem Denken" entspringenden Pointen, , aber mit Recht nähert Kirchbach diesen dialektisch zugespitzten Witz mehr dem Geiste antiker, griechischer epigrammatischen Weise. Alles das wird von K. nicht zum ersten Male gesagt. Aber es gehört Math dazu, m einem kritischen Journal heute auszurafen: ״Wir gleichen mit unserem Eifern gegen das sögenannte Jadenthum, dem Manne, der vor dem Spiegel steht □na sich selbst eine lange Nase zieht und ferner: ״Der Jude 80 11 ernst sein; das ist es, was ihn ziert, was dem jüdischen Geiste die Macht gegeben hat, seine hohe sittliche Mission unter den Völkern durch sein Gesetz zu erfüllen. Instink tiv haben wir eine Abneigung gegen den sögenannten ״witzigen Jaden.“ Es mag gestaltet sein, aus sachlichen Gründen hier anzuführen. dass uns in dieser Angelegenheit gegen die Erfindung der ״Zangengeburt semitischen Witzes“ bereits einmal eine Polemik gegen die ״Germaaia“ aafgezwungen war. Wir sprachen damals von den ״aus dem Jadenthuine der Neuzeit hervorgegangenen Satirikern und Witzbolden, die für Geld und gute. Worte Meister der Karrikatur geworden sind und ▼on dem ,Jüdischen literarischen Opportunismus, der hier aus dem Jadenthume eine literaiische Mumie, dort einen poetischen Schatten gemacht.“ Dem gegenüber steht das wahre Judeothum in der Literatur, dem gegenüber naht jetzt die Zeit wieder für die Leopold Korn per t, Frankl, Franzos, Michael Klapp, Kapper, M. Sachs u. a. m*) Hier raft auch der germanische Dichter aus: ״Wenn wir mit staunender Begeisterung die gewaltigen Klänge ihrer Psalmen vernehmen, so fühlen wir, dass das heutige Jadenthum sich selber verleugnet, wenn es nach Witz and Esprit hascht. Möchten die Juden in unseren Tagen den Schwur von neuem thun, niemals Jerusalems־ zu vergessen, d. h. g a n z e und echte Juden sein. Wir lieben sie, wo sie sieb selber treu sind und ihre Väter nicht verleugnen“ 8chon Göth’e erwartete (Recension der Gedichte eines polnischen Juden) von dem Judenthum in der Literatur etwas Pathetisches, Erhabenes. . Der Witz sei und bleibe unsere Waffe, wo es gilt, unser Heilig- ׳stes gfigen Barbaren zu vertheidigen, nicht aber die Spottgeburt des Renegatentums. Den guten Humor des alt- und neujüdischen Kleinlebens, dem wir so unendlich viel Widerstandskraft gegen die Misere des Mittelalters verdanken, brauchen *) Vergleieh« ״Praktisches Jadentham* von K. Friedeberg, ß- ». Leipzig, Vertag von R. Friese. wir deshalb nicht von ans abzuwöisen. Wir sind stola darauf. Was uns nicht angeht, das ist die Frivolität im Witzeln, das sind die ״Gewaltsachen“, wie sie z. B. der ״Schalk“ aus angeblich jüdischen Kreisen jetzt fortwährend bringt, und die dann die Runde durch alle Blätter machen. Das heutige Syrien. (Fortsetzung.) Der schlechte Gesundheitszustand während der Sommermonate hat nicht eswa im ungesunden Klima Jerusalems, sondern im Mangel an gutem Trink wasser, in deo Miasmen der Strassen und Gossen, in der luftlosen Bauart und der Uebervölkerung der alten Quartiere seinen Grund. Abhilfe ist um so schwerer, als der weitaus grösste Theil der Häuser, sowie des ganzen Grund und Bodens der Stadt und ihrer näheren Umgebung dem W&kuf (den muslimisch kirchlichen Anstalten) gehört. ״Man mag über den wahrscheinlichen Lauf dar alten Mauern von Jerusalem denken, wie man wolle, die Stätte der ursprünglichen Stadt Davids, das Zion im engem Sinne, auf den östlichen oder den westliehen Hügel verlegen, an die Authenticität der ,,heiligen Stätten“ der Christen glauben oder nicht: darüber, dass wir in dem östlichen Hügel den Berg Morija des alten Testamentes, den Platz des Salomonfsehen Tempels zu sehen haben, kann heute kein Zweifei mehr bestehen“. ״Durch grossartige Unterbauten und Aufschüttungen wurde die unregelmässige Gestalt des Hügels schon damals (von Salomo) zu einer ebenen (?, nach den Talmud ״Stufen“!) Plateforin umgeschaffen, auf der der Tempel mit seinen S&ulenvorhöfen sich erhob. ״Ein grosser Theil der aus gewaltigen Quadern bestehenden Substructionen an der östlichen, westlichen und südlichen Seite des heutigen Haräm - esch - Scherif stammen von jenen ersten Salomonischen Bauten. Bei dem Wiederaufbau des Tempels nach der babyloniseben Gefangenschaft ist das Terrain wahrscheinlich unverändert geblieben; die Mackabaeer sollen den heiligen Bezirk nach Norden hin erweitert haben, erst bei dem dritten Tempelb&u aber, dem im Jahre 20 v. Chr. begonnenen grossartigen Werke des Herodes, hat die Tempelarea durch neue gewaltige Unterbreiten an der Südseite ihre heutige Gestalt, die eines regelmassigen Rechteckes, erhalten.“ ״Rings um den grossen Tempelbezirk lief schon damrls die mächtige Umfassungsmauer, innerhalb derselben eine Doppelreihe monolithischer Säulen; von der nördlichen Pforte des Tempels führten 2 Säulengänge nach der Burg Baris- Antonia, welche die Nordseite des heiligen Bezirks bildete. Die Hauptfacade des Tempels war nach M01gen gerichtet. Nach der Einäscherung des Heiligthums durch die Soldaten des Titus lag die Stätte etwa 50 Jahre lang wüst und verödet, bis Hadrian auf dem alten Platze einen grossen Jupitertempel errichten liess, in dem er neben einer Bildsäule des Gottes auch sein eigenes Reiterstandbild aufstellte. Der älteste uns überkommene Pilgerbericht, der des Pilgers von Bordeaux aus dem Jahre 330׳, erwähnt noch dieses Tempels mit der Reiterstatue des Kaisers. Wie laDge er gestanden haben mag, welche anderen Gebäude auf ihn gefolgt sein mögen, darüber sind die verschiedensten Hypothesen aufgestellt worden. Der prachtvolle Oktogon bau der Moschee es-Sachra, der heute hier steht, den die Franken des Mittelalters für den alten Salomonischen Tempel ansahen, und nach dem sich der Orden der Tempelritter benannte, stammt aus ar»• bischer Zeit und zwar aus dem Ende des 7. Jahrhun-

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