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Das jüdische Literaturblatt · 1882-08-23 · No. 34. (23.8.1882) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 34. (23.8.1882)
Date
1882-08-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Wo. 84 Jahrg. XI Zar Beleaektaag aller Jadentkia aad Jadea betreffenden llterarUek. Ersekelnnngea an( dem Gebiete der Pbtlonopbir. OeeeblehteJtba0|rrapble,n»eeI0(ia,OrieataUa, Exegese, Ho- ■lletik, Lltarrfk, Pkdagoglk. rlerausgeveben f ..V ▼on Bieker der eiaseklkgigea LI. teratar, weleke der Kedaettea Hubbiner l>r. .Moritz Kalimer. 1 .. —>..»»-- sazaaaaldt werde«. Ca dea la■־׳ dlaaaaOHaMa ela«ah.Bawrate aaz. BrWIamadaas vaaa wel Raeea.1»a»exe»pljure■ Hhl(t >1 agfileburt. ä3> Anguat eaekErwftka.i.d.Weefceaaciu׳. . D». ״•BfMlaeh« K<lter«»t«rblat•“׳ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis b«i allen Bacbbaaffkngw (1* Lei pilg bei Robert Friese) pro Jahrgang:8Bk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteliihrl. bei allen PfttltnrtiUw. and Bnehhandlnngen 3 Bk. kostet) erhalten Ufts ״Jüdische Literaturblau‘‘ gm tis. — Inserate werden mitJöPC fllr die drei ge- ■peltene Petitzeile berechnet und ausschliesslich entgegengeuonuinen durch die Central-Annoncen-Expeditioe von O. VDaabe äc Co., Frankfurt a. B., Magdeburg, Berlin, Hamburg, Cöln, München, Zürich, Wien, Paris. *׳■ labslli Wissenschaftliche Aufsätze: Das Judsnthum und die neuere deutsche Literatur. II. Von M. Friedeberg. — Das heutige Syreu. (Fortsetzung.) Li tera tnr beric h t: Recensionen: Illustrirter jüdischer Fami• lien Kalender für das Jahr 5613. — La Biagrayhie d’Adolphe Crdmieux. Notizen. 1 NaeMraok nur mit valler Quellenangabe gestattet. Das Judenthum und die neuere deutsche Literatur. II.*) Von M. Friedeberg. Uotto: ״Jeder Jude hat den Stoff za einem Messias, jede Jüdin hat den zu einer mater dolorosa in sich.“ M. Hess in ״Rom und Jerusalem.‘‘ Endlich, nachdem wir soviel hinuntergeschluckt von feindlichem, von verschwommenem und pietätlosem literarischem Stoff, — endlich einmal eine reine Freude. Denn eine solche ist es, wenn wir einen jungen germanischen Dichter, Wolfgang Kirchbach, mannhaft zugleich mit poetischer und kritischer Kraft fUr unser Jadenthum eintreten seheö. Bevor wir von seiner jüngsten Vertheidigungsrede für das Judenlhuin in der schönen Literatur reden, wollen wir aus einet soeben erscheinenden epischen Erzählung des Dichters, aus ״Wodao’8 Reise“, eine erfrischende Probe geben. Es heisst da: ״Wodan war in eines von deta Jahrhunderten gerathen, wo Deutschland wieder geistig in BlQthe stand. Allerband Sekten durchzogen das Reich, die sich selber mit Geissein schlugen, und solche Men• sehen, die Andere zu prtlgeln die grösste Lust hatten. Nun begann ein grauenhaftes Handgemenge, Alles fiel über die Jaden her, schlug sie, trät sie mit Füssen. Ein gelehrter Magister aber stand dabei, hatte eine Anzahl mittelalterlicher Studenten um sich yersam* melt, rückte seine Brille zurecht und sagte: ״Meine Herren, betrachten 8ie die interessante historische Erscheinung. Man möchte es wissenschaftlich eine hamijaphetitische Bewegung neaaen. Der Hamijaphetismus ist eine nothwendige Erscheinung im Gesundungsprocesse der germanischen Rasse.“.Er ) Art. L *ich« Nr. 12 dle.es Blattes. ויי" -1; feuerte einen von den Männern an, die stark unter' die Juden hineinschlugen: ״Brav, meia lieber Antisemirici.“ Darauf wendete sich de'r- Magister wie-ei der an seine Schüler, und sagte: ״Sie sehen, m. H., wie auch die fJeschictate nach wunderbaren Naturgesetzen siel! abspinnt. Sie würden ohne Frage dea historischen Process wesentlich beschleunigen, wenn' Sie diese hamijaphetitische Bewegung gefl. unterstützen wollten. Bedenken Sie, in. H.,j dass in unserer Zeit jeder Gebildete am historischen( Process bewusst mitzuarbeiten hat.“ So sagte der!gelehrte Magister, worauf die Studenten .mitten untier die Jnden sprangen und viele Ohrfeigen, Duelle, Füsstritte und Misshandlungen erfanden, die sie dann kuch sofort experimenteil erprobten. Wodan ־hatte1 sprachlos dieser Ent- Wickelung der V^eltgeschichte zugesehen.“ — — Diese Episode ist amüsant. Einen wesentlichen Dienst aber erweist unsKirchbach durch seine kritischen Darlegungen in Nr. 32 des ״Magazin für die Literatur des Auslandes“, die eine Ehrenerklärung für das historische Judenthum bedeuten, und nachweisen, dass das, was man heutautage in der Litcratar zumeist ״Judenthum* nennt, ,‘dUr Ausartung einer echt germanischen Eigenschaft ist. Es handelt sich hier um die frivole Witzelei unserer Tage die in der schönen Literatur eine Zeit lang förmlich grassirte und damals am allermeisten wohl auf^Ver• spottung lies gedrückten Judenthums hinauslief. Der ן Schaden, den diese Richtung verursacht hat, ist in der That unermesslich. Kirehbach tritt nun jener Kolonne literarischer Streber entgegen, die für diesen Schaden das Judenthum verantwortlich machen. Das Ergebniss ׳ seiner im Ganzen und Grossen einleuchtenden Unter- Buchung ist: ״Das eigentliche, echte, gesunde Judenthum, das nicht vom Stamme seiner Väter sich loslöste, das nicht dem Renegatenthum anheimfiel, ist von Jjjptur eigentlich witzlos, wie das Römerthum,’ wie dar-.j■ Slaventhum, wie der grössere Theil'י orientalischer, gebildeter Völkerschaften. D6r Witz und ganz •pecMl der Wortwitz (also unser ״Kalauer“) Ist eine kerngefmanische Fähigkeit and Neigung, je nachdem auch >!! ein germanisches Laster. - Einen Shakespeare, einen 1V! Fischart, einen Rabelais, ciürt Kirchbach für den^

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