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Das jüdische Literaturblatt · 1882-08-16 · No. 33. (16.8.1882) · p. Seite 131

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 33. (16.8.1882)
Date
1882-08-16
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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sighier entlang strömenden Meng« auf dieeinfächst* ־ WdM gegerbt*« werden. Die sehr dichte BevölkBruag des Judenquaröers, das sich zwiscieo dem westliebe« Stadthügal, dem fälschlich sogenannte« Berge Zion und dem Tempelhttgel ausbreitet, itiaoht den traurigsten Eindruck eines physisch herabgekommenen Geschlechtes. Gin bleiches, kränkliches{ Aussehen charukterisirt sie alle. Die Frauen sind klein und darftig gebaut, meist mit blondem oder röthliehem Haar und grauen oder hellblauen Augen.“ (?) ״Der a» europäische Tracht erinnernde Schnitt ihrdr Kleider, das grosse weisss Linnentuch, das sie um den Kopf schlingen, nimmt ihrer Erscheinung gewöhnlich den letzten Rest ▼an Antnuth. Unter den Mänaern, die in Kaftanea von hellgrüner, lichtblauer oder grauer Farbe ein- }!ergaben, findet man bisweilen noch auffallend grosse, freilich auch ebenso hagere Figuren. Ein unverhältnissmästig grosser Theil der. Jerusalemer Juden lebt bekanntlich von der Mildthätigkeit ihrer reichen europäischan Glaubensgenossen, ohne weitere Beschäftigung, als die religiösen Studien und frommen Uebungen. Die letzteren, die namentlich im Abhalten regelmässiger Gebete bestehen, werden gewöhnlich im Aufträge jener europäischen Wohlthftter ausgefUhjrt; denn es ist ja noch heute gültige Aunahme des streng jüdischen Glaubens, dass die Weil unfehlbar wieder in den Zustand des ursprünglichen Chaos zurüjckfallen muss, sobald nicht mehr wenigstens zwei Mal; wöchentlich in den 4 heiligen Städten Palästina’s, Jerustialem, Hebron, Safed und Tiberias, die vorgeschriebenen Gebete abgehalten werden.*) ״Jüdische Handwerker, meist Steinschneider und Verfertiger kleiner Metallarbeiten, gietH es auch hier nur wenige. Der unermüdliche Handel9geist des Volkes aber wird in ganz Syrien durch die Furcht vor der Regierung gehemmt, deren drückendem Aussaugesystem heute noch, wie vor Jahrhunderten, der reiche Jude als willkommene Beute dienen :soll“ (d. h. der unermüdliche Handelsgeist ist hier elrmüdet —• tritt hier nicht zu Tage. Da dies aber nicb|t zu der vorgefassten Meinung stimmt, wird ein Grund geschmiedet. Er lässt sich hören — nur Schade dhss in anderen Provinzen der Türkei — selbst in Bagdad etc. der Handelsgeist trotz des Aussaugesyatems florirtü) ״Trotzdem leben natürlich doch eine Menge kleiner jüdischer Kaufleute und Wechsler in der Sladt, und zwar stehen diese in Bezug auf Ehrlichkeit and Zuverlässigkeit in demselben guten Rufe, wie die inuslimischen Araber: ein Ruf, dessen sich die christlichen Kaafleute Syriens meist nicht erfreuen können. Unter den Asebkenasim soll es heute nebe« vieler Armuth noch eine Anzahl sehr reicher eingewiande rter Familien geben, die jedoch ausser der ersten Vorsicht, sich unter den Schutz ihres Oonsuls zu stellen, auch noch die andere gebrauchen, in möglichst einfacher Weise und ohne jeden Prunk, der die Augenj der türkischen Regierung auf sie ziehen könnte, zu leben. Die Synagogen, sowie die zahlreichen, grossaHigen Gebäude der Wohlthätigkeit8anstalten, welche dii Familien Roth- *cbild und Montefiore und die Assoeiatidneu von grossen jüdischen Firmen Englands, Frankreichs and Deutschlands hier errichtet, bähen im Laufe der letzten Jahre das Judenqaartier von Jerusalem im mir weiter ausgedehnt. Dass eine wirkliche Abhilfe dqs in den politisehen Verhältnissen begründeten Nothktandes der Je־ *) Wir reproüaeirea Alles, was Herr Lortkt nach dem ^Globua* über^die dortigen Jaden sagt, seihet wenn es das religiöse Gebiet straft — »50 auch diesen halbverdauWn Midrasch — wo. Hiseversttndnisse auf der Hand liegen, om, sn kelgeb, welches uild die Chalakawirthschaft dem Nichtjudeu mit anf den Weg 1 *ןךממז .**יי— j —. ז rasatemer Jaden durch diese reichen BcUteweNi 1Jet Glaaben^enosaan doch nicht na erreichen kein Wüf&e, darüber war nnd ist man sieh aüeh heute noch radCtt betreffenden Kreisea vollkommen klar. Arf Sie Bitfaenntniss dieser Thaisache gründete sieh dem auch seinerzeit Beaconsfields heute fastvergessenes Projekt der Gründung einer grossen syrisch-jüdischen Kolonie im alten Gilead und Moab. Ein Areal ton 600J800 Hektaren, jetzt nur. von nomadisireadea Beduimn .bewohnt, sollte das Gebiet. dieses neajüdisebea, unter die Oberhoheit der türkkehea Regierung sa steUeadOa Reiches sein, an dessen Spitze eia Fürst aas jüdischem Geschlecht« stehen würde. Wie Lortet mit Bestimmt• heit wissen will, wäre es übrigens-damals nicht nur bei dem Projekte dieser Gründung geblieben. Har englische Gesandte in Konstantiaopel hätte dam Baitan den Plan zu dem ganzen Unternehmen zu unterbreiten gehabt und Bei dabei auf keinerlei Widersprach gestossen. Zur Erledigung der finanziellen Seite der Frage, d. h. zur Zusammeubringung der au die Pforte zu zahlenden Millionen, seien durch 8ammlung0a in der hohea Finanzwelt die ersten Schritte glücklich gethan. Sobald die definitive Einwilligung der Pforte gegeben sein würde, solle mit dem Bau von 3 Bisenbahnen, der einen von Jaffa nach Jerusalem, der andern von Haifa bis jeuseit des Jordan, sowie mit der Anläge eines Kanals v0rg%asgen werden, der das Mit* telmeer mit dem Golf von Akabah verbinden würde. Der Bevollmächtigte der, wie es scheint, mehr finn•- zielle als religiöse Zwecke verfolgenden Gesellschaft soll ein bekannter englischer Diplomat sein.“ (Ist dies der in’s Wasser gefallene Plan.des Sir Oliphant?) Lortet sieht in diesem Vorbabe• eine Schädigung des französischen Einflusses — der ״Globus“ meint, es sei bezeichnend für die Zähigkeit and das nicht zu unterdrückende grossartige Selbstvertrauen des Volkes ■Gottes.) (Fortsetzung folgt.) - Karaitische Mannscripte. In vor. Nr. brachte der Unterzeichnete eine Notiz über den Ankauf hebr.-karaitischer Manuscripte voa Seiten des British Museum. Herr pr. Shapira beschreibt dieselben in einer Mittheilung ap's Athenäum näher, die auch hier in Uebersetzung feflgen möge ״Die erste Abtheilung, unter der Rubrik ks, besteht aus 61 Bänden, beinahe klle arabische Com* mentare zur Bibel (wenige sind t&lmudische and 2 persische Erklärungen). Die meisten derselben sind einzig in ihrer Art Von besonderem Interesse sind An ans eigene Worte in aramäischer Sprache; seine bündigen Argumente für die verbotene Ehe mit der Schwester der verstorbene« Frau (im Gegensätze zum Talmud) scheinen wirklich beweiskräftig zu sein. Ebenfalls von hohem Interesse sind die Erklärungen von Sita, eines der. grössten hehr. Gfelehrten des 8. Jahr• hunderts, viel benutzt ist es von Ihn Esra, welcher, wie dem auch sei, viel von ihm j lernte, wo er gegen den Talmud spricht. ׳ Die 2. Abtheilung, kb, besteht aas 30 Bünden, alle in arab. Lettern, sogar wenn der[ Text hebr. ist, alle biblisch. Ihr hohes Alter — einige sind‘ aas dem' 10. Jahrhundert; die Aussprache!1der 8elbstt«üter, da die frühere Zeit in einer, lebende!» Sprache umschrieb; die Verschiedenheit des Textes schwierigen Partien, wie im manche Verse andere Stellen haben, wie* sie in nnserer Bibel inemtar de• Karkaasirii, mit sei! lbst, vorzüglich in hebe'Job, woeqfbst angewiesen erhalten rfinden1; der Regeln \bihBsdher dav elue Wort ftr

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