Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 33. (16.8.1882)
- Date
- 1882-08-16
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/5367336-6488244-8755987--2150-4855378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
verbreiteter an•- n 1׳.. ijuBLjK *■■»׳«,יי י' ־־ ־״ ’• י1י!י|ייי^ייי ״,d Wir nchtung!•bec^ein ausw: . bt, Ruf m־־ ־ ־ ־ ,*bni iea* dasirsle v Hahn und M. Hafter in den Elemeatarkenataissea der hebräischen flpndw tiie benOthjgte Unterweisung erbaltea können. übrigen• mit vollkommener Hoch- Bw. pbgniäcenz and Seaatus Ampi, diaast bewilligst« Dacsaaa, Senior and sämmtliehe Professor« Qrdioarii der philosophisches Facultät. Fac. PhiL h. t, Decauas. Der Senat überreichte die• Schreiben am 25. Mira der königl. Regierung mit folgender Bemerkung: ״Wir köaaien nicht ander• ab dieaem Ga tackten völlig bei• pttabten, aad lügen nur noek diesen Umstaad hinaa, da« dabei noch dieser Missbranch kaum verhütet werden könnte, dass aftmlieh mancher 80 promovirte Jüdische 8tudiosus ohne den sonst in solchen Fallen festgeaelaten Schuta seinem sonst gewohnten Handelsverkehr aam Nachtheil andrer weiter nactigehen dürfte“ Selbstverständlich wurde Eachel, der sich am 10. April mR •einem Gesuche ״bis zur Ansetaang eines FMfcssoris Linguarum orientalium, öffentlich über die Btoagenlindisohe 8prachkande lesen au dürfen“ an den flfänt gewandt hatte, äfacbläglich beschieden, mit Verwaftmng auf die das christliche Bekenntnis« der Magisä« fordernden Statuten: ״wenn gleich die erweiterte Denkungsart unserer Zeit manches anjetat einräumen würde, was eingeschränktere, dennoch aber den vormaligen Zeitamständen weislich angemessene Grundafttae der Vorfahren verboten.“ Kaehel hatte in seinem Gesuch sogar die Hoffnung ausgesprochen, der Senat werde (falls er sich als Dooeat bewährt habe) später ״thun, was Herzog Albertmi, ßtifter unsrer Akademie, wenn er au unserer Zeit gelebt und den Nutzen der Jugend als das höchste Gut seiner Stifter angesehen hätte, gethan haben würde, und ihm das jus legendi et doeendi sfUF*$mmer ertheiloa.** Diese Hoffnung war eine sehr verfrühte. Der erste jüdische Privatdocent an der Universität zu Königtbeeg (Dr. J. L. Saalschäts) wurde 184$ zugelassen, doeh di• BeCtimmaag ihrer Statuten, nach welcher nur Lehrer evangelischer (Konfessionen zugelassen und angestellt werden sollten, erst1867 ־ unter Kühler aufgehoben. Du heutige Syrien Der ״Qlobos" bringt eine Artikelreihe unter obigern 71101 nach dem Französischen des M. Lortet, dem w$r..Epaz4£ne•, unseren Lesern besonders Interessantes, rt(bfitmü). Freilich, was Herr Lprtet über äpkteo qei den palästinensischen Juden erzählt, sind durch dfe abantUabe Brill• gesehene Bilder. Da erscheinen Safettgp •» griechisch Katholischen,. Aechkepapim ■** rö«. Felltollieben u. s. L Das» die ^ache. anders liegt, *HW Lehe- oder dogmatische Vemehiedenbeiteo, sondem allein ritgäUe. Bräbcbe die DUfareaa bUrien, wissea,unsre Lener. Doch iftpeo wir Hrn.Lorlet selbst: ״Der Jjrste Gang tqjrigen 'Jerqeglea lutung,‘ mpft י lichel Jiinarhck h die via dolorosa einp Jteffrf ron « 1 —nP־״ wahren Itreuzesstrasse, sowie in der Feststellung der einzelnen za verehrenden Stationen nichts anderes sehen können, als ebensoviele prieeteriiehe Fictionen." Der Zweifel mag begründet sein. Warum sehen die Herren jedoch sofort Betrüger und nicht lieber gläubige Gemüther, die im besten Glauben geirrt haben? ״In den dichtbevölkerten Strassen der Unterstadt (dem alten, die Stadt in beinahe nordsüdlicher Riehtuog durchschneidenden Tyropoeonthale, das schon in den ältesten Zeiten das industrielle Quartier der jüdisehen Hauptstadt war) tritt uns die Jlerabgekommenheit and der Verfall des eigentlichen Jerusalemer Volkes am anschaulichsten entgegen. Man kann durch einen längeren Aufenthalt im Orient schon an gar Vieles in dieser Beziehung gewöhnt sein und doch aurch den hochaagehäuften Schmutz und die entsetzlichen Gerüche in den engen, von einer unsaubern Bevölkerung wimmelnden Gassen der Unterstadt immer wieder auf das Unangenehmste überrascht worden. Die zahlreichen überwölbten Gässchen und Durchgänge leisten dieser allgemeinen Unreinlichkeit noch Vorschub; grosse Haufen der heterogensten Dinge in allen Stadien der Fäulnis« und des Vftrderbens finden sich in ihren dankten Winkeln and Ecken zusammen. Der Bazar von Jerusalem kann mit den Bazaren von Kairo oder Damaskus keinen Vergleich aushalten. Mit Ausnahme vielleicht der Erzeugnisse einiger Sattler- und Schuhmacher Werkstätten ist in den düsteren überwölbten Hallen nichts zu Behen, was auf Originalität oder gute Arbeit Anspruch machen könnte; man sieht es dem elenden Inhalt der Buden an, dass er ausschliesslich für den niedern, ärmern Theil des Volkes, sowie für die Beduinen bestimmt ist. Am interessantesten erscheint noch der Getreide- und Fruchtmarkt mit den hocbaufjgeschütteten Haufen Getreides und den verschiedenartigen Sämereien. Hier triff! man als Verkäufer viele Beduinen aas dem Haurän und dem Thale von Jericho an“ — ״Verkäuferinnen von Milch, Kä9e, ״Leben“ (=־ saurer Milch) und von Früchten aller Art, Orangen, Citronen, Gurken, Oliven u. 8. w. kauern unweit von jenen auf dem Boden, ihre Waare in grossen ciselirten Metallschalen oder auf Sachen, aas Palmblättern geilochtenen Körben vor sich.“ ״Von grossen Chanen oder Karawanserais, die mit ihrem bewegten Treiben für die orientalischen Bazars so charakteristisch sind, hat Jerusalem nnr wenige aufzaweisen, was bei dem vollständigen Fehlen alles Grosshandeis sowie einer irgend nennenswerthen Industrie leicht erklärlich ist.“ ״Die östliche Bazargasse, die sich nach dem Süden hin in das eigentliche Judenquartier hinzieht, zeigt in dieser Verlängerung womöglieh noch mehr Anhäufung von 8chmutz und Abfallstoffen als vorher. Trödelbuden, wenig verlockende Weinschenken und kleine Werkstätten, deren Inhaber sich mit der Anfertigung von Zimmergeräthen beschäftigen, sind hier vorwiegend vertreten. Im höchsten Maasse widerwärtig und ekelerregend erscheinen dein Fremden die grossen Fleisch Verkäufe, die an unappetitlichem Aussehen und pestilentialisehem Gestank die des muslimischen Bazars noch Ubertreffen, Der ganze Boden neben ihnen ist von dem Blut der geschlachteten Thiere aufgeweicht, in grossen Haufen liegen die blutigen Köpfe der Ziagen und Lämmer vor den Buden aufgehäuft; die Häute aber werden, kaum!, abgezogen, mit grossen Holzpfiöaken auf dem Boden der Strasse ausgespannt, um durch die Küsse der unabläs-