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Das jüdische Literaturblatt · 1882-08-02 · No. 31. (2.8.1882) · p. Seite 123

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 31. (2.8.1882)
Date
1882-08-02
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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prodokte keinen beoseren Ausdruck gehen zu können, als mit einer Zusammenstellung der aus lung gewonnenen Resultate. Die Polemil: gegen einige wenige anfechtbare Behauptungen seien einer anderen jener Abhand• Gelegenheit aufbewahrt. (Die als Separe t-Abdrucx aus der ganz vorzügliche bebr.-literarische Aufsätze bringenden hebr. Monatsschrift ״Beth-Talmu 1“ erschienene Arbeit hat D. Löwy in Wien zum Verleger.) Rabi Salomon bar Jizchak oder Hjaschi genannt ist im Jahre 4800 in Troyes geboren.j Sein Mutterbruder war R. Schimon hasaken, nichtimit dem Poetan K. Schimon ben Jizchak zu verwe'chsejn.*) Sein Lehrer war R. Jacob ben Jakar in Worms, der Schüler des berühmten R. Gerschom Meor hagola. Nach R. Jacobs Tode sass Raschi zu den Füssen des R. Jizchak halevi, ebenfalls in Worms, endlich hfirie er auch den R. Jizchak ben Jehuda in Alainz. Dass Raschi auch Schüler des R. Eljakim in Speier gewesen, ist nicht erwiesen?״*; Obwohl seine Lehrer aus Frankreich stammten, sprachen sie sowohl als auch ihr Schüler deutsch und aus der geringen Anzahl der von ü,. citirten deutsehen Vokabeln darf nicht auf seine Unkenntniss der Sprache geschlossen werden.***! Da fcr seine Schriften in Frankreich verfasste, so war eB ohne Nutzen, deutsche Uebersetzungen beizubringen, j So innig R. seine Lehrer auch verehrte, so weni^ tlieilt er den damals in Deutschland üblichen AutcjritiUenglauben, nichts in der Welt war ihm heiliger, a s die Wahrheit, sie bekannte er, selbst wenn er sich! in praktischen Entscheidungen mit seinen Lehrern in Widerspruch setzen musste. R. hatte frühe schon geheirathetj der Ehe waren jedoch nur 3 Töchter entsprossen, dersn Männer und Nachkommen zu den Zierden der talmudischen Wissenschaft gehörten. Nach Vollendung seiner Studien in Deutschland, kehrte er nach Frankreich zurück und hier schrieb er jene bisher unerreichten Coinmentare über den Talmud und die Bibel, hier auch entstanden die meisten seiner liturgischen und halachischen von ihm selbst oder von seinen Schülern niedergeschriebenen Werke. Auf dem Gebiete der Talmuderklärung hatte R. bereits an R. Gerschom einen bahnbrechenden Vorgänger, doch gab es einerseits noejt nicht zu allen Tractaten Comrnenture, andrerseits waten die vorhandenen viel zu breit, zu wenig sachlich und den Bedürf'nissea der Lernenden nicht angemessen. R. selbst bezeichnet einen vorhandenen Comnjeniar als ״den fehlerhaften Commentar eines spitzfindigen und sopbi• slischen Menschen.“ j Das wichtigste Mittel zur Begründung einer neuen ausgiebigen und lichtvollen Talmuderltläruug war die Reinigung des furchtbar entstellten Textes zuerst durch Vergleichung der Handschriften. R. besass Handschriften des T, babli und kannte auch den (T. jeruscbalmi f) obwohl er letzterem durchaus^ ע eringts Gewicht ' bei- , legte. Zur Herstellung eines gereinigten Textes greift .er auf die älteren Berajtot und Midrkschim, auf Tosefta, Mechilta, Sifre und Sil'ra zurück, die er jedoch auch oft nur dem Sinne nach citirt. j Die in unseren Sifra-Ausgat en fehlenden ברייתו^ לפרשות עריות nnd ברייתא דפרשת טלואים lagen ihm vor, ausserdeij! citirt er einen uns unbekannten ■\yg ספרי על■ Er| kannte die 32 Midot des R. Elieser ben Jose Hagliji, das Sefer Jezira, Abot di R. Natan, den Seder 01am|. Masseichet. Derech Erez, Semachot, Kala, eine בריית׳ דטעשה מרכ|בה ומעשה בראשית, Me״illatTaanis+f) eineבריית׳ דמלאכת הט׳*כן und eiD ברייתא ד״טט םיד1ת. Von den |aramäischen Bibelübersetzungen kannte er das Targum Onkelos, das er überaus hoch schätzte, und von dein er er den ausgiebigsten Gebrauch machte, zu den Piopheten benutzte *) Gegen Giätz VI. 71. ••ו Gegen Grätz ib. 7ö. T) Gegen Bloch, Anm. 18, zu Zunz Razchi -■v’. er das Targum Jonatan b. Usiel, za den Hagiogr^- phen, ausgenommen das Bach Ester, besass er icela Targam, ebensowenig zu den Büchern אמ׳ת. Von Midraschim kannte nnd benutzte er: schit raba, auch Agadat Erez Jisrael von ihm genang Wajikra raba und Eie debarim raba (doch findet sic das Citat aus Letzterem in unseren Ausgaben nie־ Midr. Schir haschirim oder Chasita, M. Echo, vel rahati oder M. Kino!, M Kohelet, Midrasch oder dat Tehillim, M. oder Agadat Schmuei, auch ״Et 808“ genannt, die Pesikta (di R. Kahana), die Pesijcfcä rabati (von R. wohl von der ereteren unterschieden) die Pirke di R. Elieser, M. l'anchuma und Jelamdeina - in einer gegen die unsere viel ausführlicheren Fassung. [ Auch die Masora gedola und das Buch J ossipon ben V Gorion werden von ihm mehrfach erwähnt. f ׳ Aus der nachtalmidischen Literatur citirt er die Scheeltoot des R. Achai, die Halachot gedolot, die er ■'fr dem Gaon Jehudai viudicirt, die Responsa Gaonim, die Asharot des Saadia Gaon, dessen נקוד und dessen יסוד, den Siddur des R. Amram, den Scherirabrief, den Commentar des Hai Gaon, dessen responsa und des- •'^1? 8en portae, das Buch ״Fleisch über Kohlen‘־ (speise- ' M gesetzlichen Inhalts) die Schriften Samuel Hanagids, die •'J* Commentare Rab. Gerschoms, responsa des Joseph bon r־־;V fils, den ,Aruch des R. Natan b. Jechiel (einmal, 8a- :*> bat 13, mit Namen genannt, sonst ohne Namensnenc:: nang.) Von sonst weniger bekannten Männern seiner und der vorhergehenden Zeit nennt er R Jizchak; b. Menrchem und dessen Seder Jeschuot, R Samuel b. David Halevi, R. Kalonymos aus Rom oder b. Sabati und R. Kalonymos hasaken oder ben Jizchak. Von Grammatikern und Exegeten benutzte er Me- , uachem b. Seruk und dessen Machberet, Dunasch ben Labrat, Jehuda ben Koreisch (einmal Jerem. 11,?19-«£יי erwähnt), R. Machir und dessen Alfabet, R. Moscbel ״ hadarsclmn, Menachein b. Chelbo, R. Josef Karo zu V; Proverbia, R. Jehuda hadarschan. Von Poetanim end-, lieh spricht er vorzüglich mit höchster Achtang vonc־- Kalir und R. Salomo hababli. Von dem Cantor Meier; b. Jizchak scheint er sogar einen Bibelcommentar ■*". benutzt zu haben ־ An einzelnen Stellen endlich weri den mein• oder minder bekannte Gelehrte, Aerzte und Dichter erwähnt, deren Zusammenstellung jedoch für' unseren Zweck kein weiteres Interesse hat. Obwohl nun Raschi’s Enkel, R. Tarn aus Ramerü, den Bibelcommentar über den Talmudcommentar stellte und sich’s zutraute, nöthigenfalls einen solchen herstellen zu können, während er sich zur Abfassung des ׳. ersteren unfähig erklärte, müssen wir doch diese Ansicht für falsch erklären. Ein Talmudstudium ohne 3: Raschi’s Commentar ist einfach undenkbar, während , seine Erläuterungen zur Bibel schon der agadischen Elemente wegen entbehrlich, ja oft dem klaren Wort- י verstände hinderlich sein mögen. Das bekräftigt auch ך| die Erscheinung, dass der Talmudcommentar sofort nach seinem Erscheinen fast canonischen Charakter erhielt, '־ während die Bibelerklärung von späteren Exegeten- J bemängelt, angegriffen von IbnJ Esra oft mit versteck- .f tem Spott widerlegt wurde. Dass auch der Rasch•׳ ' bam, Raschi's Enkel, häufig gegen seinen grossen Ahn polemisirt, ist bekannt, ebenso wie Raschi’s eigene Aeusserung über die Unzulänglichkeit seines Bi bei- ' commentars. (Fortsetzung folgt.) Literaturbericht. *) Dagegen Zunz. 1 ff) Gegen Zunz. üeceaslaara. Mathews, H. J. M. A. Anecdota Oxoniensia.. 1 Texts, documents, and extractschiefly from Manu8- ^'j(

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