Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 31. (2.8.1882)
- Date
- 1882-08-02
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/5367336-6488244-8755984--2142-4855372- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 4× ep/1002670
OCR text
יייייי ייימי ■•4 -1 1S4 — T «p^miuf nvwrnmmmmfm cri{>t8 ia Um ÜDdlejana and other; Oxford libraries. SocniUc Seriös. ' Voä. I. Part-rel. Com me n fea ny on'. Ekra and- Nehemiah by Rabbi 8a ad iah. Ox* foT>d, at the Clafrendop Press 1882. Werth rolle Bacharsch äize liegen noch in der Abge8chiedenheit grosser Universitätsbibliotheken, und besonders ist es die Bodlejans, die in ihren Menuscripten noch manchen bedeutungsvollen Aufschluss Über die jüdische Literatur des Mittelalters aufbewahrt Mit grosser Freude ist daher das Unternehme« zu begrQssen, nunmehr mit der Veröffentlichung dieser theilweise noch ungekannten Literatur vorzugehen. Mit obigem Commentar von Esra und Neheiniah wird die semitische Serie eröffnet und zugleich ein recht trefflicher Anfang gemacht. Der gelehrte Herausgeber Mathews hat, wie es scheint, alles vorhandene manuscriptliche Material benutzt. Eis sind 13 Manuscripte. Der Text ist in schönen Typen, wie es scheint ganz correct edi'rt, die Varianten, welche nicht gerade sehr wesentlich sind, theilweise in deR Text, theils unter demselben, theiis ain Ende angegeben. Die vorliegende Edition hat aber sowohl einen historisch- ן kritischen Werth als auch einea für die traditionelle Exegese. Es existiren zwei Ctynmentare, die Saadiah , zngeschrieben und nach dem Vorgänge von Sachs, > Zu dz, D ok es als nicht dem Gaoh Saadiah, sondern 1 einem späteren, vermuthlich in Frankreich lebenden, ■ angehörig betrachtet werden. Es sind dies ein Commentar zu Daniel, in den Warschauer grossen Thenachausgaben abgedruckt . ist und einer zu der Chronik, dem irrlhQmlich Raschi als Verfasser früher zugeschrieben wurde. Der neuedirte Commentar z-1 Esra und Nehemijah wil־d in dem Pariser Codex als Werk des R. Jos. Eara bezeichnet; dafür hielt ihn auch Saraval; Geiger bestritt es. In einem andern Codex wird er als Aben Esra oder Raschi zugehörig betrachtet, in einem Münchener Codex aber als Benjamin ben Jehadah angehörig. Diese Ansicht bezweifelte Stein- Schneider. Ein Mailänder Codex aber bezeichnet den Commentar als eine Arbeit des R. Saadiah Gaon. Dass Saadiah der Verfasser sei, wird, wie Vetf. zeigt, durch drei äusserliche Momente unterstützt, erstens, dass in 11 Manuscripten der Commentar Saadiah’s zu Daniel vorangeht, eine ähnliche Einleitung wie dieser in einigen Manuscripten zeigt und der Verfasser von 8chibbole haleket, von Ohei Moed lind Asariah de Rnssi diesen Commentar als einen von R. Saadiah er- , wähnen. Aber auch innere Momente sprechen nach Ansicht des gel. Verf. dafür, indem der Commentar | zu Daniel mit dem zu Esra und Nehemijah sowohl in ‘ sacliliehen Erklärungen als in exegetischer Manier viel Uebereinstimmendea zeigen. Schwer aber ist es, diej sen Saadiah genauer zu fixirca. Sehr treffend zeigt der Verfasser, dass die Ansicht Rapaports von der Abfaaaung des Commentars zu Dauiel durch eiuen Saadiah eigentlich sich auf eine Angabe in Likute hapardes ptüizt, die genauer betrachtet gar nichts beweist. Ebenso unzuverlässig ist die Stütze für die Annahme, dass der Pseudo-Raschi-Commentar zur Chronik einem Schüler von 8aadiah angehöre.׳ Es ist also offene •Frage, wer hat die Commentarö zu Daniel und Chronik geschrieben Soviel lässt sieh auch nur überden Commentar von Esra und Nehemijah sagen, dass er «ach den Manuscripten aus dem Jahre 1285 und 1288 unbedingt so früh als Raschi seihst angesetzt werden kann. Möglich, dass Ihn Esra und Isnsah de Trani ihn gekannt haben. Verfasser schliefest seine recht gründliche Untersuchung mit der Negation, dass der Saadiah noch nafixirbar sei. Der Fortschritt seiner Untersuchung besteht in der Erschütterung der bisherigen yknnahmein . Dennoch können wir aber nach inhaltlicher Seite das Positive hervorheben, dass der Commentar als Wiedergabe traditioneller Exegese, wie seine Quellen 8 ■ט ירושלמי, אמרי חכמים, מימנה, תנא• w., sowie seine Termini ללמדן?, מכאן, ומתרגטינן, u. 8. w., sowie die Deutung von Namen, die Anführnng von Dinim 11. s. w. beweisen, von hohem Werthe ist. Eine Stelle, im Anfange gleich, zeigt sogar, wie es scheint, abweichende Lesarten midraschischer Stellen. So heisst es im Commentar: ארבעה [מלכים] שלטו בכל העולם כלו וב׳ (S. 3, Z. 4 v. u.) und im T. b. Megillah lla heisst es: ג' שמלכו; ferner ist im Commentar Salomo mitgerechnet, im Talmild absichtlich ausgeschlossen. Au anderen Stellen wird ein Midrasch in klarerer Form wiedergegeben, oft ohne ausdrückliche Cilation. Alles dies zeugt auf ein hohes Alter des Commentars. Eine Bemerkuag aber könnte dazu führen, die Heimat 11 des Comtnentators iu eine Gegend zu versetzen, wo arabisch gesprochen wurde. S. 4, Z. 5 v u. sagt er: ועל כן נקרא סכין של שחיטה ח לא פ א. Das stimmt wohl nicht für einen französischen Verfasser. Doch für entscheidend kann das eine Moment nicht gellen. Krön er. Notize 11. 1) Zur Erklärung der Rasch i־S teile in Nr. 29. Mir scheint der Herr Redacteur hatte sehr iin Interesse des Herrn A. in D. gehandelt, als er die Notiz den Tiefen des Papierkorbes überwies, denn die Ungereimtheit des: ,,במםפר ist Dicht puuktirt, um es zu negiren“ wirkte auf mich geradezu verblüffend.. Das klingt grade wie das Messer ohne Klinge, dem der Griff fehlt. Die Schwierigkeit, die Herr Dr. Heinemann in der betreffenden Rasclustelle findet, ist sehr einfach durch deu Wortlaut der Mischna Makot 22a gelöst. Dort heisst es: ארבעים חסר אחת שנאמר במספר ארבעים — und dazu bemerkt Raschi:במספר וסמיך ליה ט׳ יכנו ודרשינן כמאן דכתיב במספר ארבעים Dasselbe sagt er auch zu Deuteron. 25, 2: ואינו נקוד במספר למד שהוא דבוק לומר במספר ארבעים. Caro. 2) Aus den Worten des Midrasch ß. R. zu Gen. 26,32 : ..,יאץ אנו יודעין אם מצאו או לא מצאן zieht Geiger (Jüdische Zeitschrifr, 4. Jahrg. S. 169) den Schluss, dass ein Zweifel bestanden, ob לן oder לא gelesen wird. Wäre dieses der Fall, so wäre der Zweitel keineswegs gehoben durch den gegebenen Bescheid. Die Sache liegt vielmehr einfach so, es sind die Worte: מים חיים nach לא מצאו im Midrasch ausgefallen, worauf eben die Frage gerichtet war, und die Antwort lautet: פן מה דכתיב וימצאו שם באר מים חיים הוי שמצאו מים חיים, indem aus der גורת שוה von מצא das מים חיים entdeckt wird. Den Midrasch die Schuld der LXX tragen zu lassen, ist hier nicht am Platz. Dr. Sidon. 3; Unter den ungedruckten Poesieea des im 17. Jahrhundert lebenden Rabbiners von Modena, Abraham Joseph Graziaui — über den der zeitige dortige Rabbiner, Herr S. Jona, eine» Artikel in der französischcn Zeitschrift der Gesellschaft zur Verbreitung der jüdischen Wissenschaft geliefert hat — lindet sich auch eiu Hoehzeitsgodicbt. Die Notiz, dass diese Feier am Freitag stattgefunden, begleitet ,,Arch. isr.־ mit einem Fragezeichen^ Unser geschätzter Herr College hat übersehen, dass in der Zeit des R’mo der Freitag der allgemein für die Ehfeschliessung beliebteste Tag gewesen ist. ———»—"T < ■ ' ' —IT——.. .. . ... I- . I I.. 1.1■ II — ■- Vanaiwartiieber feibiliiif Dr. Rehmer ia Hagdebarg. Drutk rea U. Horb ach ia ßarbjr. Verlag ron Kobart Friese in Leipaif.