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Das jüdische Literaturblatt · 1882-06-07 · No. 23. (7.6.1882) · p. Seite 91

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 23. (7.6.1882)
Date
1882-06-07
Page
Seite 91 (sequence 3)
Language
German
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ung, bedarf nieht erst eines ausführlichen Beweises. Qia Abfassung des Baches Sirach fällt, wie von mass? gebender Seite angenommen wird, in die Zeit Alexender» des Grossen Demnach erhalt die Annahme von Graetz, Koh, sei! sar Zeit des Herodes als Tendenzschritt gegen letzteren abgefasst worden(, einen gewaltigen Stoss. Misslungen ist dem Verf. die Erklärung, warum das Buch Esther beharrlich die1 Nennung Gottes unterlasst, warum das Buch Koheljäth seinen Namen fahre u. A. m: Darum darf mau aber die Vorzage der Kohn'schen Leistungen nicht |aber8ehen. Collins, G. W. ספר השהם דקדוק לה׳ק וספר השרשים חברו ר׳ משה בן ר׳ יצחק הידוע •*טמדנת איגגלטירא. London, Truebner and Co. 1882. 8. X. u. 40 gr. IV.* Von diesem grawmatisch-lexicalischen Werke hat nach Angabe des gelehrten Herausgebers schon Dukes ror Jahren den Beginn der sehr lesenjswerthen Einleitung veröffentlicht. Es gilt vor Allen!, den Autor mit Sicherheit festzustellen. Wer ist dieser Moseh ben R. Jizchack aus England? Die Zeit der Abfassung könnte vielleicht auf die richtige Spur leiten; allein auch diese ist heute nicht mehr genau zu1 ermitteln. Geiger halt den Verf. für einen Schulet׳ des R. Joseph Kiuichi, rockt also das Werk in das \12. Jahrhundert hinauf, Dukes lässt es im 14. Jahrhunderte abgefasst sein, zwei Ansichten, mit denen sich der Herausgeber nicht zu befreunden vermag. Er i^entiflcirt unsern Moseh ben Jizcbak mit dem bekannten R. Moseh Hannakdan, dem Verf. des דרכי שערי הנקוד והנגיגות und des שערי הנקוד. Zur Stotze seiner Annahme macht er gel teud, dass sich beide Grammatiker, die hier unter dem Namen Moseh in Betracht kommen, ^uf dieselben Autoren, wie R. Samuel Hannakdan unjd Moseh Roti berufen Somit dürfte dieses Buch etwa um 1230 der Qbl. Zeitrechnung abgefasst worden sein. Freilich er- 8cheint uns das Argument des Hrn. Callins nicht durchschlagend genug. Warum solltenyäinrei verschiedenen Zeiten angehörige Autoren bei Behandlung eines und desselben eng begrenzten Thema's auf dieselben Auto ritäten sich nicht spontan berufen können? Viel bes- 8er wäre der Beweis geglückt, wenn der Herausgeber gezeigt hatte, dass der Lehriohalt (der verschiedenen grammatischen Pjeoen sich deckt. Von dem השרשים 'D habe ioh in dem jetzt edirten השהם 'D Nichts finden können; es müsste denn sein, dass man die vielen Beispiele, die zur Erläuterung syntakti-cher Anomalien angeführt werden, als lexicalische Bestandibeile reciamirt. Auf das Lehreystem des Verf. naher einzugehen, halten wir für überflüssig; Mit den Ergebnissen der spanisch arabischen Schiule, eines Ibn Ganach, Jefanda Chajjug u. A., zeigt sich dieses Werk sehr vertraut. Sein Hauptvorzug besteht darin, viele Bibelstellen, die in grammatischer Beziehung, sei es nach ihrer elementaren, sei es nach ihrer syntaktischen 8tructur, Schwierigkeiten bieten, zusanuneagestellt und meist auch recht angemessen erklärt zu haben, dass 8tellen, wie Jer^ 25, 26. 61, 41. 31, 1. Kz. 25, 7. 47, 13. 21, 20. 16, 40. u.'a. durch א׳ט ב״ח ,א״ת! ב׳ש erklärt werden, sind Verlegenheitsmanöver, zu denen fast sätmntliche Grammatiker des Mittelaliers*) ihre Zuflucht ungescheat genommen. חדש בחדשו plernastiseh, wie ותראהו את הילך und nicht distributiv zu erklären, lässt 8ich grammatiseb nicht rechtfertigen. Was die Her- Stellung des Textes betrifft, gebohrt dem gelehrten Herausgeber Unser aufrichtiger Dank. Ihm hat ein *chätzfaares Manuacript der Bodlejana, sowie aia anxheinrnd1 jüngeres Hanuseript der kein Bibliothek za *) Wird schon Tun Hieronymus in leinen Commentarien engewendet. (Bod.) ISt. Petersburg (▼orgelegen. Beide Handschriften •lad auf das Sorgsamste za Ratbe gezogen und auf das Beste verwerthet worden. 8öhrau 0/8. Dr. Immanael Deutseh. Singer, Isidor. Berlin, Wien and der Antisemitism us. Wien 1882. Verlag ▼on D. L5wy; Praterstr. 16. Die ▼on ö 81 e r r e i c h i 8 c b-patriotischem Geiatedqrahwehte, und jede Zeile mit sittlicher Entrostung uesobriebeae, etwas scharf zages pitzte Broschüre koniHit, nachdem eine zwischen den antisemitischen Bestrebungen ■er* lin’s und Wien's gezogene Parallele zu Uagaasten der enteren Stadt ausgefallen, za der Schlussfolgerung: ״Wien ist noch immer die erste Stadt des Deutschen Volkes.“ Der Herr Verf. sagt selbst Seite 7: ״Da» Wesen des Deutschen Volkes ist friedfertig, freiheitlich, human und tolerant; und dem reinen, ursprüngliche■ Deutschen Volksgeiste sind die hässlichen Attribute fern.“ — Wir betrachten darum die antisemitische Bewegang nicht einmal als Auswuchs am Organismus des deutschen Volkskörpecs, denu jeder Auswuchs schliesst eine Summe von gesundheitsschädlichen 8ubstanzen in sich, die 8chlie68Uch zu der Kraakheüsferm die Veranlassung bilden. Die antisemitischen Bear•- gangen in Preussen sind küns'lich iasoenirt, um die vorhandene wirthschaftiiche Misere mit dem Schild unlauterer Motive, die den confessionellen Heder hn schnüren im Stande sind, zu decken. Um der Bewegung einen grösseren Nachdruck zu verlOthea, musste ein Geschichtsforscher und ein Geistlicher an die Spitze gestellt werden. Beider Charakter« waren ja auch der Situation angepasst. Wir haben ja beaonders im letzten Jahrzehnt genugsam erfahren, dam dio Diplomatie, unabhängig von Moral und. öffentlicher Volksmeinung, ihren eigenen Weg geht Und jetzt sollen wir von confessionellen Zerwürfnissen in politisehe verfallen, von der Charybdis in die Skylla I lat das nicht der Fall, wenn der Herr Verf:, wie schon oben bemerkt, für Wien als die erste Stadt des deatsehen Volkes plaidirt? Bei den kosmopolitischen ldeäa, worauf das Judenihum beruht, müssen wir daran festhalten, dass wir erst Menschen, dann Deutsche undJuden sind. Trotz der schändlichen, schmaehvollen, gegen uns gerichteten Bewegung, dürfen wir Deutsche keine k Lein liehen Rachegedaaken ia uns hegen and das Vertrauen zn dem wiederkehrenden ge- 1 Sunden Sinn des Deutschen Volkes nicht verlieren. Wir dürfen dieses nicht für das Treiben einzeiaarHetzer verantwortlich machen. Es darf nieht vergessen werden, dass der Kronprinz des Deutschen Reiches es wer, der die antisemitische Bewegung als ״ ei ne Sch mach Deutschlands1* brandmarkte. Berlin ist and bleibt der Mittelpunkt des unter der Führung Preussen» neuer- 8tandeneu deutschen Reiches. Die HoheaaeUern werden ihrer civilisatorischen Aufgabe treu bleiben. Notizen. | 1) Etymologie von Schaleat» Herr tfr. Grünbaum wiederholt in seiner jüdisch-deutsche« Chrostomathie (S. 263) die alte Ableitung des rätheelhaften Schalen!aus dem aJtspaniachea ,eaealastor*, warmhalten. Diese Ableitung aus dein Spanischen ist jedoch eine gänzlich verfehlte, und schon au■ dem Grunde unzulässig, dass, das Wort den spanischen Juden gfnalieh unbekannt ist. Der in Bude stehend(• Ausdruck ■ist offenbar nicht auf!romanischem, sondern aafatkwi* sehem Boden entstanden, sowie c|enn auch d&tgßkse J Art und Weis• der Aufbewahrung von Sjaeääe* ia

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