Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 19. (10.5.1882)
- Date
- 1882-05-10
- Page
- Seite 75 (sequence 3)
- Language
- German
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zum Aberbit während htszeit waiten in der Ulen Ca 1 alau, ״Aber die Stellung dee Judenthums glauben**) welcher in der Menschh der biblischen und talmudischen Geschijc tete, veranlasst mich, Uber die rubri! Bibel (II Samuel c. 21 u. 24) mitgetha mitäten eine kritische Forschung anzustellen Wir müssen zu diesem Zwecke etwas weit ausholen. Blicken wir zuerst auf die Blutschuld, deren sich der König David gegen Uria, den Gatten der Bathscheba schuldig machte. Der Prophet Nathan verkündete in Folge derselben dem Könige: ,Nunmehr wird das Schwert nicht aus deinem Hause weichen auf immer!“ Dieses folgenschwere Ereigniss hat der zur Ver-r herrlichung des ßegierungshauses Davids schreibende Verfasser der biblischen Bücher der Chronik wohlweislich gänzlich verschwiegen. In der Tltal aber folgte Not 11 zucht 1 o n, welcher Bruder Tamars, r|jrde (II. S. c. welcher nach ilscher Weise wollte, durch bald darauf die blutschänderische Tamars durch ihren Stiefbruder Amu dann von ADfaloin, dem leiblichen meuchelmörderisch umgebracht w 13); und so wurde auch später Adonija, dem Tode Davids in blutschänderi dessen Concubine Abischag heirathen seinen Bruder, den König Salomo, timgebracht. — Die schlimmste Folge der Sünde David’s gege i Uria, bei der bekanntlich Feldherr J 0a b ins Vertrauet gezogen werden musste, bestand eben darin, dass Letzterer nunmehr gegen seinen König sich gar zu viei herausgenommen hat. So bestellte derselbe eine kluge Frau, welche mittels eines erdachten Vorfalls den König dahin brachte, dass er den Brudermörder zu seinem eigenen Unglück begnadigte,(ds. c. 14); wobei dt r König wohl merkte, dass solches eben von Joab, der eiu Freund Ab8alom's war, veranstaltet wurde. Ybsalom hatte hatte aber nachgehends seinem Vater David vom Throne 6t06sen wollen (ds. c. 15) un< beging sogar die blutschänderische Unthat, d:n Kebsfrauen seines Vaters ini Angesichte seines Vo kes am hellen Tage beizuwohnen (ds. c. 16). Eine weitere schlimme Folge der Hauptsünde Davids war, dass der ehrgeizige Joab, welcher sich schon früher gegan den Willen seines Königs erlaubte, Abu er, den Verwandten und vormaligen Feldherrn Sauls, meuchelmörderisch umzubringen (ds. 2, 27), nunmehr auch den Amasa, welchen Darid — wohl aus gerechtfertigtem Misstrauen gegen Joab’s Eigenmächtigkeit — zur Besiegung des Benjaminitischen Rebellen Scheba, abscllickte, ebenfalls meuchelmörderisch unterwegs tödtete! (c. 20). So wurde das Haus David’s in Folge jener ersten schweren Versündigung, wie der Prophet Nathan es strafankündigend vorhergesagt, zu einem ,Haus der Blutschuld* (בית דמים). (Schluss folgt.); I *) Hinsichtlich des durch die Hexe von A i n d o r (i. I. Sam. 28, 7) bewirkten Aberglaubens habe auch ich schon in meinein vor einem Jahre gedruckten ״Vortrag z 1r Versöhnung der positiven Religionen und ihrer Bekenner“, wc rin ich vom ״prophetischen Visionen“ spreche, in einer Anmerl.11 ng (ib. Seite 13) der freisinnigen Ansicht des Gaon R. Samuel ben Chophni den Vorzug vor allen andern Schrifterklärern gegeien, wonach jenes Weib eine Betrügerin war, die mittelst ihrer Taschenspielerkunst für den König Saul — dessen Lebensg! schichte ihr wohl bekannt war und dessen bevorstehendes Leben: ende im damaligen Kriege sie voraussehen konnte .— den verst irbeneu Propheten Samnel, (etwa in einem Hebelbilde) ans dem Grabe steigen und durch ihre gleichsam bauchrednerische ätimmnachahmung auch sprechen liest! Behauptet ja dchon der Uidras! h (Jalkut II, 139), dass Saul des Propheten Bild nicht ans dem Grabe steigen sah, sondern nur dessen Stimme xu vernehmen;laubte, was eben bei allen dergleichen aberglftobischen Zauber! den und Todenbeschwörnngen der Fall sei;המעלה אותו רואהו ואינו שומע את קולו) i (י .והשואלו שומע את קולו, ואינו רואהו Literaturbericht Keeensianen. Schvrabaeher, Dr. Der Kaiserpark, IL Abth. Blätter der Erinnerung den Manen Alexandere des Befreiers gewidmet. Odessa, L. Nitzsche 1881. 88 8. Religionsverfolgungen richten sich aaturgem&8 stets gegen die besten und treuesten Elemente eines Staates. ‘ Denn wer mit dem Verluste oder der Bedrohung seiner materiellen Existenz nicht aafhört an idealen Gütern festzuhalten, dar besitzt Charakter und der Staat, der Gesinnungstreue schädigt, schneidet ''in Sein eigenes Fleisch. Wenn man in vorliegenden Blättern, welche die geistreichen und geititlthstiefen Reden des bekannten Odessaer Sladtrabbiners bei den historisch bedeutsamen Momenten im Leben der russischen Kaiserfamilie enthalten, den Gesinnungen hingebender Treue und Ergebenheit, tiefster und innigster Dankarkeit gegen einen hochverehrten Fürsten, dem Ansdruckeaufopferungsbereiter und bewährter, glühender Vater■ landsliebe und einer alle Volksgenossen umfassenden Menschenfreundlichkeit begegnet, wenn man, wie wir es sind, überzeugt ist, dass jene Gesinnungen nicht nur ausgesprochen, sondern mit dem Redner von allen russischen Jaden ohne Ausnahme mit Herz und Seele tief empfunden wurden, dann möchte man wohl mit Fug udö Recht ansrufen: Wehe dem Vater, der seine ־ Kinder vertreibt von seinem Tische, wehe dem Lande, das seine treuesten besten Söhne verzehrt, wehe dem Volke, dem seine edelsten Bestandteile geraubt werden. In den vom Joche der Leibeigenschaft erlösten Sklaven .ist bis heule noch kein Funke von jenem Feuer der Dankbarkeit anzutreffen, rhit welchem Sch. diesen grossartigen Akt verherrlicht, glühender konnte ־ der dem Throne nächststehende Adel nicht *ar Jubi- ‘c läumsfeier der 25jährigenvThronbesteigung des Kaisers seiner Treue und Ergebenheit Ausdruck verleihen, als es Sch. durch Poesie und Prosa gethan, tiefer und inniger konnte niemals eine Regentin bei ihrem .Hin• scheiden betrauert werden, als von ihren jüd. Unterthanen durch den beredten Mund .des Rabbi; vielleicht in keinem Go.tteshause des weiten russischen Reiches ertönten so innige und rührende Klagen, flössen so viele Thränen aufrichtigen Scmerzes um den schreckliehen Tod Alexanders II,.als in den jüdischen Sj־ndgogen und Bethäusern — und für alles dieses quittiren die Juden den Dank mit ihrem Blute. — — —- Siehe Odessa,'Kiew, Balta, Moskau etc. .etc.!! Ein kaiserlicher Dank, überbracht durch Haman- Igna'ieff! Wein es darum zu thun ist, ohne Vorurtheil über die gegen die russ. Juden gerichteten Anklagen richten zu können, dem empfehlen wir bei «dieser Ge- legenheit desselben Verfassers: ״Drei Gespenster* eine Zeitfrage, Odessa bei H. Ullrich, in welcher der gewiegte Kenner rassischer Zustände die ganze Hohlheit und Nichtigkeit jener nichtswürdigen Verläumdungen nachweist. Christenblut, Kahal und Exploitation, diese 3 Gespenster eines wahnumnachleteu Zeitalters sucht Verf. mit aller Kraft überzeugender Logik zu verscheuchen. Mit welch* geringein Erfolge leider, zeigen auch die jüngsten Vorfälle. Caro-Erfurt. Notizen. 1) Die Erklärungen von ,Greis, Kreis* sind noch nicht erschöpft; mag auch noch folgende mit. aufgenommen werden. Man pflegte einen Schreib-, Druck- oder Gedankenfebler durch die beigesetate Fi-