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Das jüdische Literaturblatt · 1882-05-10 · No. 19. (10.5.1882) · p. Seite 74

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 19. (10.5.1882)
Date
1882-05-10
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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ז ■PRKfHI?י ׳ ־ <i ■ Ü —י 74 ' die Predigt, weil sie AaezOge aus musterhaften Predigten waren.׳' Ja selten wohl dürfte eine Volksliteratur «0 vollauf zweckentsprechend gehalten, so zielbewusst angelegt gewesen und so segensreich gewirkt haben. ■ Wir können es uns nicht versagen, eine Brzäh- Jung hier Wiederabdrucken zu lassen. Zu •Genesis 13, 13: Die גמרא schreibt in לחלק «Die leut von DiTD die seinen von nischt anders bös gewesen® derweil sie הק ב׳ה (Gott) zu viel brot an’ silber un’ gold hat gegeben, un’ sie sagten: Mir.wein die weg vermachen, dass kein Gascht (Fremder — besonders Armer), soll kommen in trnser land, denn sie kommen von nischt anderst wegen neiert zu nehmen unser silber un’ gold. Un’ sie waren falsche פסקים (Gesetze) geben'; wenn einer is gefahren aber ein brttck, da hat er müssen geben 4 gold gülden, un’ wenn er dorch das wasser Js gefahren neben der brück, da hat er müssen geben 8 gold' gülden u. 8. w.a ,Es hat sich ein mal zu getragen, dass Elieser der knecht von Abraham war. herein gekommen in-Sodom; da haben sie ihm ein wund geschlagen, dass das blut is von ihm gegangen; da war er bald gehn zu den Dajonim un' hat denselbigen vor genommen: da haben die Dajonim gepaskent, dass Elieser soll bezalen, dass man ihm hat blut gelassen zu einer Refueh, denn er het müssen ein balbirer suchen. Was tat er aber der guter Elieser? Der nanfc ein grossen stein un* wurf ihm auf den Dajan, das£ er ein greiliche Wund krog (bekam) un’ blut gar sehr; da sprach Elieser; gib vier tkaler heraus zu bezalh vor die Refueh, da will ich bezaln jenem der mir hat blut gelassen u. 8. w.“ Besonders reich mit Hagadoth ausgeschmückt ist das Buch Esther; so huch die 1590׳ gedruckte Paraphrase. Denn der Targum scheni ist die reichhaltige Quelle all der ״Midraschim un’ Pschotim un' Chiddusch im un’ 6chöne Maassim un’ gar schöne Straf“ (Auslegangen, Deutungen, Anecdoten, Erzählungen und Mond). Da ist’s besonders der Thron Salämonis, der mit orientalischer Phantasie geschildert wird. ,Uu das alles beteit: dass im gericht darf kein schwacher nit 60rg haben vor den starken un’ ach nit ferchten.“ Dem Richter aber ruft jedes Thier ein Anderes zu: Du sollst keine Bestechung nehmen, du sollst Niemand im Gericht erkennen, das heisst nie dabei denken, der hat mir Gutes gethan, ich will ihm helfen, oder der ist reich — ich will zu seinen Gunsten sprechen.“ — Hieran schliesst sich die poetisch und doch naiv gehaltene Schilderung, wie der erste Tempel zerstört, die Jaden in’s Exil geführt und wie Nebukadnezar die töten lässt, welche vor ihm mit den Tempelinstrumenten nicht musiciren wollen. (״Un’ sonst was da gcschach hab ich nit wein alles anschreiben, ich hab es in Echah lassen stehn“ scheint darauf hinzuzeigen, dass von demselben Verfasser eine ähnliehe Verdeutschung der Klagelieder, vielleicht der 5 Rollen, erschienen ist.) Der Schluss lautet:. Der ans hat vertrieben aas unser land an' bat die feinden geben die hant, der sol ans wieder fahren hinein za hant, (mhd. behende, 81?bald) an' 801 ans behüten vor alle sehand. Ganz glücklich ist der Nachweis gelungen, welche Fülle anregender, den verschiedensten Völkern entstammender Erzählungen voll tiefen Sinneg. durch diese Bücher geistige Volksnahrung geworden ist. Wie maneher Schriftsteller ahnt es nicht, dass Mütterchens Lust za fabuliren, die er ererbt hat, geweckt und angeregt worden ist durch Grossmatters Vorlesen dieser jüdischäl Fräuenbücher? | Ganz in Reimprosa geschrieben ist das Kehillath Jakob — eine Bearbeitung der 5 Bücher Mosis, sowie der Bücher Josaa und Richter, die 1693 erschien. — Der Abschied Isaks von Sarah wird alfo geschildert: ,Sara tat ter weinen wegen ihren lieben 800, . die ganze naeht bis aaf dem morgen war sie als aso than. Za morgens nam Sara eia hlpMh Meid un' tets ihm an gar eben, es war nosä von den Hehler das AMmeleeh het geben, an' ein schOne haub tat sie. aaf sein köpf ton, an' ein meehtigen schönen Eben tow (Edelstein) hengt sie d ran. Sie richtet ihnen ach zu auf den weg gute speis, sie stekt ihm den sack 701 mandeln un’ bakt ein fladen aus reis.* n. s. w. In Josephs Geschichte erscheinen all die poetischen Gestattungen, die von den Arabern in Jussuf und Zuleika autgenommen worden sind. Von Büchern religiös-ethischen Inhaltes werden angeführt: ״Der Brantspigel“ (1706 gedruckt). Von dem vielen daraus Angeführten heben wir nur den einen Satz hervor: ״Wenn man an sie (die Verwaislen) hertiglich (Jiart) erbeitet un’ sie weinen, so nimmt der Malach die trehren un’ tragt sie vor Gott, un’ wenn die selbig leut, die da betten an sie geerbeit, hetten viel Mizwaus ge* ton, das is alles angeschrieben, so nimmt Gott die tiehren un’ inekt au9 (löscht aus) alles gutes das sie haben getan.“ Ueber die Merkmale der guten, wie der bösen Frau, dass man nicht viel in Nachbars Haus gehen soll, über Genügsamkeit, Ergebung, Wohlthun, Neidlosigkeit, Fernhalten von Trug und Schmeichelei, Trostspenden und Friedenstiften wird man da belehret und Alles mit aus dem Talmud and den Midraschim entlehnten Erzählungen belegt. Das zweite ist Simchas hannefesch (gedr. 1703). Der Verf. will nichts Neues bieten, uur aus dem Talmud und dein Zri hajagon Geschöpftes zur Zucht und Lehre verwendbar machen. Da83 Hillel die Wehklage, die aus der Stadt ihm entgegenschal Ile, so sicher als nicht aus seinem Hause kommend bezeichnen konnte, erklärter folgenderma68en: ״Un in Emes ist Hillel kein Nowi gewesen, als er versichert is gewesen, als es nit is in seinem Haus; nix mer Hillel hat gewent gehat sein haus gesind, wenn sie gleich got die greste Zoreh zuschickt, als sie nit schreien un’ weinen sollen un’ vor lieb nemen von den allmechtigen got.“ .... ״man sicht manchen tag vor hell un’ klar un’ er endert sich, kommt dernach regen; der krug geht aso lang zum brunnen bis er zubrecht.“ Allzu eifriges Streben nach Besitz wird mit dem talmudischen Worte gegeisselt ״Das keinel (Kameel) hat sich wein herner initbrengen, aso hat man ihm die Ohren derzu abgeschnitten.“ Alexander der Grosse hat, um seine Mutter zu trösten, diese ersucht, nach seinem Tode ein grosses Fest Zu geben und all die eiuzuladen, denen noch keine ״Zoreh“ is widerfahren‘‘. Da Niemand kam, zeigte Aristoteles darauf hin, wie kein Mensch frei von Leid bleibe. Berurias Verhalten beim Tode ihrer Kinder. Auch Abmahnung von Thier- und Menschenquälerei. — Nur eins noch sei angeführt, weil es ״Meinjono“ df h. zeit* gemäss ist: ״Amol hat einer gehat ein af (Affen) in Haus un’ er hat sich den bart gepuzt mit ein schermesser un’ is weg gangen uu' hat das schermesser liegen gelast. Aso is die af gangen un’ hat das schermesser genommen un’ hat wein nach machen sich zu putzen, aso hat sie sich ihre kel abgeschnitten. Aso das grosse stat fuhren, als itücher wil jenem nach machen is das Verderben in dieser Und in jener Welt.“ (Die letzten 7 Worte sind hebr. gegeben). L e w i n - Coblenz. Ueber die Ursachen der Landesplagen in Davids letzten Regierungsjabren. Von Dr. B. Hpchatädter, Bezirksrabbiner au Bad-Ems. Die geisträche Herrn Collegen, Dr, Abhandlung unseres ehrwürdige . Jo öl, Seminarrabbiners zu Bres e 9s

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