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Das jüdische Literaturblatt · 1882-05-10 · No. 19. (10.5.1882) · p. Seite 76

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 19. (10.5.1882)
Date
1882-05-10
Page
Seite 76 (sequence 4)
Language
German
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1VJW:',wWM!pPÄ jjilj». _ .14ףיגך י י י p■י, י *י «uiwjy gar?ines Ringelchens oder Kreises O . anzudeuten, and am Rande oder Passe des Blattes die Verbesserung vorzunehmen. Ein Kreuz für eia solches Andeutung«־ «eichen war aus religiösen Gründen ausgeschlossen. Daher wohl die Bezeichnung,, und zwar die speeielle ־Bezeichnung ״Kreis“ als Fehler. Die Gebräuchlichkeit des Wortes , Kreis* erhellt auch aus לחול קרייש worin ״Kreis* die deutsche ITebersetaung des hebräisehen Wprte ״ חולKreis; umkreisen* ist, von dem Gebranch hergenommen, bei. der häuslichen Feier der Namengebung die eingeladene Kindergesel 1 scoaft die Wiege des neugeborenen Kindchens im Tanze und Jabel umkreisen zu lassen. w&hnten Sinne. Ja aer ersten H£1rte des Satzes scheint übrigens Onkelos einer von Luzzatto im Philo xenos übersehenen Lesart gefolgt za sein. Statt ־שם המקום las er wahrscheinlich ־תטן באתרא ההוא ישם במקום ההוא Caro* Erfurt Göthe’s ״Freudvoll und leidvoll“ ins Hebräische übertragen. 2) Bekanntlich haben ,alte Synagogen die bauliche Eiarichtang, dass die Stufen des Eingangs in die Tiefe führen; begründet wird dieselbe durch Hinweisung auf Psalm 130, 1: ׳rt ״ ממעמקים קראתיךAus der Tiefe rufe ich zu Dir, o Gott.“ Gesetzlich ist weder diese Einrichiung, noch Begründung; die angezogene Bibelstelle hat einen andern Sinn, als den hineingelegten, und ־dient nur als äusserliche Anlehnung. Woher stammt aun dieser Gebrauch? Die christlichen Kirchen hattea_in der alten Zeit der Verfolgung sogenannte Kry plen, unterirdische, verborgene Betstätten; in Erinnerang daran werden solche in grossen Kirchen heute aoeh angelegt und nachgeahmt. Eine blosse Nachahmung der christlichen Einrichtung ist bei den Juden hiSr wohl nicht anzunebmen, aber in der spanisehen Verfolgung kommen Beispiele auch bei den Juden vor, dass sie in unterirdischen Räuthen (Keller) ihren Gottesdienst abbielten. Die. Erinnerung hieran sollte durch jene bauliche Einrichtung, ähnlich wie im Christenthum, wohl festgehalten werden. * R.-A. 3) 80 plausibel die Auslegung des Hrn. Wolfssohn aber das עין הרע in Nr. 17 ist, 80 wenig darchscblagend und überall anwendbar scheint sie mir zu sein, R. Jochanau tödtete einen Menschen darch den Blick. Ein Kind, das in den Bereich seiner Blicke kam, zog die Mntter schnell beiseite, indem sie sprach: Komm Weg, dass er dir nicht thue, wie er deinem Vater gethan. (M. M. 84 8. Raschi). Derselbe lödtete einen Schüler darch den strafenden Blick. (B. B. 75, Syhnh. 100). Die Macht, durch den strafenden Blick zu* tödten, wird insbesondere zugeschrieben dem A. Soheschet <j. Aabbi Simon b. Jochai und seinem Sohne R, Elie- 4er (Ber. 58, Sabb. 33, 34). Es heisst: Man 8011 nicht bei einem Felde stehen bleiben, dessen Halme hoch ömporgeschossen, wegen עין הרע ß. M. 107. Wie lässt Qich das mit Hrn. W. allegorisiren? In der That ist yv wie שדים מזיקין buchstäblich zu nehmen, diess auslührlich darzutbun, ist hier nicht Raum. Unsere Alten aitid darob nicht zu missachten, sie waren nicht von diesen Dingen befangen, aber sie wollten dem Volksglauben Rechnung tragen. Der Glaube ist noch heute verbreitet, dass manche Menschen durch ihren Blick krank_and todt machen können. Duschak. V. הרבה' גיל מלאה חיל, T : ב,עיון אין,קצב; מעד בזד נגוזעה מעצב; או תר:ע בנחת, קודרת אעחת; אד הנה באשרתה -י ** : T T S T הנפש באהבתה. E lk - Hemel. Zu Wittkower’s köstlicher Uebertragung der Verse aus Egmont erlaube ich mir eine kleine Anmerkung zu machen. Das פוקד. וצוקה würde ja dem ״hangen und bangen“ ziemlich entsprechen, obwohl פוק meist vom Zagen des bösen Gewissens gebraucht wird. Alleinder Göthe'sche Urtext lautet gar nicht ״hangen und bangen* sondern laugen und bangen verlangen und fürchten. (Siehe die kritischen Textausgaben und ßüchmanus ״Geflügelte Worte“), 80 dass שואלת, נבהלת vielleicht textgemässer wäre.*) Sonst ist Herrn Wittkowers Liedchen eine wahre Perle neuhebräischer Poesie.**) Caro- Erfurt. •) Oder: תשוקה וצוקה. (Red) *•) Wir haben auf die unsererseits von Herrn W. gerichtete Bemerkung, dass das von ihm in der vorletzten Zeile singularisch gebrauchte לבדגה in der Bibel nur im Plural vorkomme, von demselben eine Umarbeitung der letzten 4 Zeilen erhalten, die wir später noch veröffentlichen werden; vielleicht berücksichtigt Herr W. inzwischen auch noch obige Variante des Göthe’- sehen Textee. (Red.) 4) Za der exegetischen Notiz in Nr. 13 u. 14 d. Hl. über Genesis 22, 14 sei noch Folgendes bemerkt: Die eigentliche Schwierigkeit liegt ja nur in der «weiten Hälfte des Verses 'אשר יאמר היום וב, in welcher Ibn-Esra noch dazu eia Hysteron-proteron findet. Man darf jedoch nur בהר von *ד trennen und letzteres als Subjekt auffassen, um einen durchaus, erträglichen Sinn zu erhalten: ״wie heute noch gesagt, wird ״aut dem Berge wird Gott geschaut.* Seit der Akeda hat die- •er Berg im Munde des Volkes als eia für Gottes- •Chan bestimmter gegolten. Sowohl Onkelos als Jonatan ben Usiel vollziehen diese Trennung des הר von 1ד and übersetzen demgemäss בטירה הרץ im oben er- 4״af der 118he.“ Das Maiheft dieser gediegenen Honatsschrilt bringt zunächst die Fortsetzung des spannenden Romans nFnta von Soldat!“ von Sacher-Masoch und der interessanten karolingisehen Gesohichte ״Dame Carcas“ von Escallier. Hermaat Lingg giebt in seiner Geschichte aus dem dreissigjäbrigen Kriege 01״• Bregenzer Kiaeee“ eine neue Probe seines epischen Talentes, das dramatische Spannung und Bewegung mit seltener Plastik zu vereinen weiss. Oer gefeierte Historiker Aub6 in Paris fahrt uns'in die Zeiten des Trajan Decius und die Christenvarfolgung in Rom. Seine Abhandlung giebt in der seltenen Vereinigung gründlicher Stadien mit lichtvoller Erzählnngskunat ein Meisterwerk histori- ■eher Darstellung. Thomas von Szana in Budapest bietet ein fesseindes literarisches Porträt des mayarischeu Dichters Vajda, von dem ein Gedicht in gediegener TTebersetzung von Rewitzki folgt. Der durch seine Geschieht« des Gartenbaues bestens bekannte Gartendirector 0 H&ttig in Charlotten barg behandelt in eingehender Weise und mit der ganzen Sachkenntniss eines tüehtigea Fathmannes ״Die Rose und ihre tultur“. Sein gediegener Auf- ■atz dürfte besonders den Lesern aaf dem Lande ■ehr erwünscht sein Der montenegriuische Dichter Nenadovic in Centinje führt in seinem Gedicht ״Die Erdscholle“ ein historisches Ereigniss der letzten Zeit in ebenso origineller als echt nationaler Weise vor. Der geniale dänische Novellist Hermann Bang in Kopenhagen tritt mit seiner kleinen wunderbaren Skizze , Eia Fragment“ zum ersten Male vor das earopilische Publikum. Professor Heyden in Rom bespricht die Dntwttrfe zum Victor-Emanuel-Denkmal. Baron vse Menei eas geistige Leben in München, während Olivier de inii* ein allerliebstes Bild des Pariser ״Salon“ giebt. Das Jeelheft wird unter Anderem ״Das Wirthshaaa zur Stranddistel“ von dem lie* benswürdigen Dichter Heisrieh Seidel ln Berlin und einen Aufsatz des holländischen Schriftstellers Hanger enthalten. '▼eraatwcrUiebcr Radaetear Dr. Bahmer » Magdebarg. Druck von H. Horbach ia Barby. Verlag von Robart Friese in Leipag «

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