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Das jüdische Literaturblatt · 1882-03-22 · No. 12. (22.3.1882) · p. Seite 47

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 12. (22.3.1882)
Date
1882-03-22
Page
Seite 47 (sequence 3)
Language
German
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eher wohl sicherlich unabhängig vom Aristeas-Briefe | aus der lebendigen Volkssage schöpfte. Nacjh ihm l jst’s der II. Ptol. Philadelphus gewe9en. ״Abel־ w&hrend man nicht“ — wendet Graetz Gesch. Bld. III. Note 2 ein — *den Schatten eines Beweises \ weder für die Judenfreundlichkeit dieses Königs noch Uberhaupt für eine einem solchen Unternehmen günstige Zeitlage hat, übergeht man einen andern König, des• ten Zuneigung zu den Juden . . . historisch beurkundet ist“, näml. den VI. Ptolem. Philometor. Indessen wenn wir auch keinen Beweis für die Judenfreundlichkeit des Philadelphus haben (obschon ein solcher vielleicht in der vom Ar. Briefe überlieferten, kaum erdichteten Thatsache, dass dieser König einer! ganzen Anzahl von seinem kön. Vater gefangener jüdischen Sklaven die Freiheit geschenkt habe, zu erblicken wäre), so liegt doch andererseits zum Mindesten nicht vor, was gegen dieselbe Zeugniss ablegte. .Ja, Ph׳- ladelphus, zu dessen Zeit der das jüd. Alterthum beschimpfende Manetho lebte, brauchte nur ein gerechter König zu sein, um sich selbst gegenüber dem prahlenden Judenfeinde aus den jüd. Quellen informiren zu wollen. Und dafür ist, wie es scheint, ein genügender Beweis in der Ausschmückungsart der auf der Insel Pharos lebendig gewesenen Völkstradition zu finden. Was wollte die Sage mit der!Angabe, der König hätte die vielen Ueberselzer vereinzelt in Zelten eingeschlossen? Liegt nicht darin eine [Vorsicht, mit einem gewissen Misstrauen gegen die Jaden gepaart? Man kann antworten, die Sage wolltf die ursprüngliche Vollkommenheit der Uebersetzung j betonen, und sie erfand zu diesem Zwecke, dass did zahlreichen Uebersetzer, obwohl vereinzelt in Zelign eingeschlossen, dennoch Alle ganz übereinstimmend Ubersetzt hä׳ten Aber liegt nicht dieser Fiktion [der Kern Wahrheit zu Grunde, dass es nämlich det^ Könige nicht sowohl darauf ankam, eine Uebersetzung zu haben, die er in seine Bibliothek aufnehmen könnte, als viel mehr darauf, dass sie ohne Jeden Zweifel tadellos, richtig und genau würde, um mit ihr und i!n ihr die Verdächtigungen eines Manetho prüfen zu können? — Einem ausgesprochen j u d e n f r e u n li 1 i c h e n Könige gegenüber, wie Philometor. w|ürde die Sage kaum zugemuthet haben, dass er von Misstrauen erfüllt, mit ganz unbegründeter Vorsicht ei!)e Schaar von Uebersetzern ausersehen und einem jedqn Einzelnen, in eine besondere Zelle gethan, die Aufgabe Ubertragen hätte. Und auch die schon oben [ erwähnte Umschreibung des hebr. ארנבת spricht mehr [für Phila delphus als für Philometor, mehr für einbn König, dessen irgendwie beeinflusste Voreingenommenheit gegen die Juden zur Vermeidung dieses Anstosses Veranlasst, als für einen freundlichen König, dem gegenüber eine solche unrichtige und gesuchte, peinliche Aenderung einem Uebersetzer wohl schwerlich in den Sinn aekommen wäre. Kommt hinzu, dass zur Zqit des VI. Ptolemaeer’s der Gedanke an Lagos, den Ahn, bei Weitem ferner lag als z Z. des II. Ptolemaieer's, des- 8en Vater ״Sohn des Lagos“ genannt wurdö, so will uns Philadelphus, und nicht Philometor als der wahre Ptolemaeer der Septuaginta erscheinen. Literaturbericht. ItenslMti. Singer, Dr. S. Onkelos und das!Verhältniss seinesTargums zurHalacha. Berlin 1881. I Unter dem Titel ״Die Jonanathische Pentateuch- 1 Übersetzung in ihrem Verhältniss zur Halacha“ ist im Jahre 1879 von Dr. Gronemann eine von gründlicher Sachkenntniss und hingehendem Fleiss zeugende tüchtige Schrift erschienen,*) die bei Behandlung ihres Gegenstandes, wie diess nicht anders sein konnte, vielfach die Halacha im T. Onkelos mit in Erörterung zieht. Der Verf. der oben ahgezeigten Schrift hat davon keine Kenntniss. 1875 ist in hebr. Sprache von J. Reifmann ein Heft mit dem Titel.• שדה ארם erschienen, das eine Fülle ausgezeichneter Bemerkungen enthält, sowohl, hinsichtlich der höhernFragen, die das T. O. betreffen, als auch hinsichtlich des Verständnisses im Einzelnen, wobei besonders das halachische und hagadisebe Eiement eindringliche Beachtung und Beurtheilnng gefunden. Auch dieses so reichhaltige, dem Zwedke des. Verf. so überaus dienliche Heft ist ihm entgangen. Die frühere Literatur citirt er in nicht geringem Maasse. Was nun der Verf. in seiner Schrift geboten hat? Nach irgend einer Seife neue Aufklärungen oder doch' zum mindesten Anregungen? Etwas derartiges muss man doch von einer neuen• Schrift erwarten,, zumal einer wissenschaftlichen, da doch eben darin ihre Exi- Stenzberechtigung liegt. Wir wollen die Schrift näher ins Auge fassen. Der erste Theil — bis S. 19 — befasst sich zunächst mit der Abfassungszeit und dem Verf. des T. O, und da hat es entschieden den Anschein, als ob dem Verf. der eigentliche Knotenpunkt des hier obwal-- tenden Problems gar nicht recht klar geworden. Er hält nämlich die Berichte im jer Talmud Megilla I, 11 und im b. T. Megilla 8a für vollkommen identisch; עקילם (Aquila) und אונקלוס sind eine Persönlichkeit, das unter dem Namen 0. bekannte Targum ist die Version in den Berichten beider Talmude, die ihre Sanction von R. Elieser und R. Josua erhalten. Wäre von einer griech. Uebersetzung die Rede, so dürfte — argumentirt der Verf. — יו(ית nirgends fehlen. Das wäre annehmbar, wenn mir nicht 'andere Momente von grossem Gewicht entgegenstehen würden. Diese sind: 1) Alle Citate aus עקילם in* ]er. T. und den Midrasch Raboih werden in griech. Sprache vorgeführt; 2) findet sich im jer. T. — wie Retfmann hervorhebt — kein einziges aramäisches1 Citat aus עקילם — über M. Raboth siehe Reifm. daselbst —; 3) sind im b; T. alle Ciiate aus T. O. aramäisch. Zur IlluSträtion sei hier ein Beispiel angeführt. Zu Num. 31,50 wird im jj.• T. Sabbaih VI ,4 b *-merkt: אצעדה זו כדופסלה עגיל קדש י יא 0) כוטז יש אומרים♦•♦. hat.: שירין׳ וב' עיוקין׳ קדישיין ומחוך). Darauf folgt ibid. eine Worterklärung zu Jesaj. 3, 18 bjs 23. und bis בתי הנפש wird עקילם eingeführt: תרגם עקילם אסטוטוכריא■ Das T. 0. wird nicht citirt, nicht berücksichtigt, ja die gegebenen Erklärungen stehen mit demselben nicht in Einklang, hingegen erscheint עקילם mit der griech. Uebersetzung. Aber i|n b. T. Sabbath 64a ist zu lesen: «אטר ר׳ יוסף היינו דטתרגטינון ״מחור, ibid. das ist die Uebers. des T. O für עגיל. Und bei Alledem soll T. 0. im jer. T. dieselbe Autorität sein und haben wie im b. T., was allerdings ,der Fall sein müsste, — wenn es von R. E. und R. J. autorisirt worden wäre. Die Frage nach dem Quellen oder der einzelnen Hai., die legt sich der Verf. nicht vor; das ist aheh etwas peinlieh und kann der Annahme von ddm hohen Alter des T. ein wenig gefährlich werden. Cr begnügt sich mit der Aufzählung der hal. Elemente ohne Rücksicht auf die Autoren, von denen dieselben herstammen.־ Auch hat der Verf. nicht den lj?eg eingeschla- •) Bei Robert Friese in Leipzig. (Za er tmSssigtem Preis• direct beim Verfasser Rabb. l>r. Gr. in Danzig) י~" Alter der hal. O. benutzt hat,

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