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Das jüdische Literaturblatt · 1882-03-01 · No. 9. (1.3.1882) · p. Seite 35

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 9. (1.3.1882)
Date
1882-03-01
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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durch sich auszeichnenden Predigten, dass nicht jeder! Unberufene sich auswendig lernen und als sdin Eigen ' ausgeben kann, erscheint uns ״III. die symbolische Be• deutung der Menorah“, deren Einleitung schon, der Nachweis, dass alle echte Kritik sich der Autorität unterwirft, jeden gebildeten Leser dem Verfjasser befreunden muss. In H. ״Der mosaische PrieStersegen“ wird eine Lanze eingelegt für Beibehaltung! des ברכת נהנים. — Doch wozu Einzelnes hervorlieben,) wo jede Einzelheit durchdacht und wohlgefügt undizweckbe* * **) wusst ist? Le wi n ■ Col()lenz. In Stuttgart ist soeben eine von den^ bekannten Literaturhistoriker Dr Ludwig Salomou [verfasste, und mit des Verewigten Porträt und Facsjmile gezierte Biographie Berthold Auerbach's erschienen. Iin Verlag von M. Driesner in Berlin ist eine sehr anziehend geschriebene, empfehlenswerthe Broschüre von Dr Ludwig Stein ״Berthold!Auerhach und das Judenthum14 erschienen, deren Ertrag der Verfasser zur Unterstützung der nothleidenden ׳russischen Juden bestimm! hat. (Preis 1 Sl.) (Eine Besprechung folgt später in diesem Blatie.'' Red.) 1 N o t i z e 11; 1) Rabbiner Hirsch’s Psalinenübersetzurjg, welche in der Thal die Meisterschaft des gelehrten!Verfassers auf dem Gebiete agadischer Auslegung 1 auf’s Neue beweist, hätte eine bessere 6achgemässere Recension verdient, als wir sie neulich in einem orthodoxen Blatte gelesen haben. Nach einer jubelnden Beaeisterungshymne folgt: ״Es mögen hier noch einige von den höchst interessanten Einzelerklärungen folgen, die neu sind und so natürlich einfach, dass wir erstaunen müs- 8en, dass sie nicht schon zu den alten zählen.“ Nun erstaunen wir mal los! "שףרני כאישון בת עין gewöhnlieh fasst man (wer?) א״ב״ע in einen Begriff zusam• men. In dem Commentar macht der Verf. 1darauf aufmerksam, dass בת עין wahrscheinlich gleich[ ist בבת עין (diese Neuigkeit steht im Fürst S. 227 utfd in Aschkenasi’s 219 .6 אוצר הנרדפי) dann ist es nicljit Augapfel, sondern die Thür des Auges ״Augenlied“ .1. .. so wird in unserem Verse ב״ע zum Subjekt und אישון zum Objekt, es heisst also ״Hüte mich wie den Ajugapfel das Augenlied“! So neu, Herr Recensent, und so natürlich einfach, Herr Recensent, dass wir erstaunen müssen etc. Gemach, gemach, wir erstaunen nicht so lbicht, selbst darüber nicht,'dass ein Recensent der IHirsch’schen Psalmenübersetzung den פירוש ר״שי nicht kennt, denn da steht geschrieben zu lesen : כאישון הוא השחור שבעין שהמאור תלוי ב(ו... והק״בה הכץ לו שומר את ריסי העין הטכסין אותו תמ״ד. (Ps. 17,8.) Nun Hr. Recensent, staunen Sie mal! 2) Die Auslegungen des Midrasch beruhen selbst da, wo sie willkürlich scheinen, doch oft auf gesunder exegetischer Basis. Zu den Beispielen, die u. A. Güdemann veröffentlicht hat, fügen wir 1:0311 folgendes .hinzu. Zu 2. B. M. 24, 10 u. II erklärt der Midrasch, dass diejenigen, welche Gott geschaut hatten, den Tod verdienten, nur um die Freude nicht zu stören, verschob Gott die Ahndung (siehe Raschi zu ויראו). Das in V. 11 genannte Schauen ויחזו rechnet!der Midrasch aber als Verdienst an, indem er sagt: היו טסתכלין בו ■בלב גם מתוך אכילה ושתייה• Offenbar unterscheidet der Midrasch ויראו und ויחוו dahin, dass das erste leibliches Schauen, das zweite aber nur ein Schauen im Geiste bedeutet. Wenigstens ist חוה bei concreien Dingen äusserst selten, und auch nur dichterisch angewendet wie Ps. 58, 9. Prov. 22, 29 und 29, 10. Das הודים בכוכבים/ Jesaj. 47, 13 ist abstrakt anfzulassen, wie fast die ganze Wortfamilie חוות, חזיון, מחזה, חזון etc. Anfrage. Kann mir vielleicht einer der gelehrlen Leser d. Bl. mittheilen, ob die Bemerkung Raschi's zu 1. B. M. 1, 1 בראיאלהים ולא אמר ברא ה׳ וכי noch eine | andere Quelle hat als Midrasch R. Ber^schit Cap. 12 zu Ende? C a 1f o - Erfurt. 3) Von Dr. G u 11 m a n n in Hildesheim erscheint in den nächsten Wochen eine grössere Arbeit über die ( Religionsphilosophie des Saadia im Vetjlage von Van- ן denhoek und Ruprecht in Göttingen. j! 4) In dem soeben ausgegebenen 3. Bande von F. Dajin’s ,,Bausteine“ (Berlin, Ottq Jankä) lesen wir einen bereits im Jahre 1859 erschienenen Artikel über G. E Lessing; gleichsam als Epiloge folgen z Gedichte, die der bedeutende Königsberger Professor und Poöt bei Gelegenheit von Lessings lOOjährigem [Todestage gedichtet. Das an zweiter Stelle ubgedruckte mag hier seinen Platz finden: ״Sagt an, wie heisst der Ritter wertb, Der hell und hoch das scharfe Schwert Ob dumpfen. Feinden schwang? Wer hat die Bühne deutsch gemacht? Wer rief zuerst durch dunkle Nacht Des Weckrufs kühnen Klang?“ ״Wer schritt, ein Herold geistesklar, Vorauf dem Dioskuren-Paar. Verkündend Uorgenschein? J _ Wer war’s, der in deD Pfaffentrug , Mit lichten Siegeswaffen schlug, .L . Als schmett’re Donar drein?“ | ״Wer kränzte frisch Homer's Altar? Wer war es, der die Bildkunst klar Vom Reich der Dichtkunst schied? W er sang in finstrer Mackerzeitj Das schöne Lied der M enschlichkeit, Der Duldung' hohes Lied?“ ״Held Lessing war der Ritter werthI So deutsch •sein Sang, so deutsch sein Schwert Sein Helm vom Sieg gekrönt: Gepriesen sei er alle Zeit, Gerühmt so lang, gerühmt so weit ן Die deutsche Sprache tönt!*־ ft e p 11 k.1) Herrn Anonymus ״:׳Schewet!“’) Ueberzeugt, dass alle meine wahrheitsliebenden Glaube nagenossen meine in der Schrift: *) ״Zur Kritik der Antisemiten und Semiten“ geäusserten Anschauungen theilentl),*“) sehe ich mich dennoch' zu einer Entgegnung Ihrer abfälligen Beurtlieilaqg derselben aaä Rücksicht gegen die Oeffentlichkeit veranlasst, weil Sie mir unwahre Behauptungen in den Mund legen, indem Sie wissentlich den Sachverhalt entweder ignoriren oder verdrehen (II), und weil Sie mir mit Drohungen entgegenzutreten die Liebenswürdigkeit haben. Auf das Gebiet persönlicher Beleidigungen und Schmähungen folge ich Ihnen nicht. , Ich soll, wie Sie behaupten, denjenigen, die :ich zu vertheidigen suchte, beleidigende Redensarten an den Kppf geworfen haben. — Das ist unwahr, indem ich meinen Clienlten als ״Amitti* .nur die Wahrheit gesagt habe. (111) Ich soll für den Richter des Chriatentlmms schwärmen..— . Für diese Ihre Behauptung finden Sie nicht den leisesten Anhaltspunkt in meiner Broschüre; Sie haben >demnty:h gegen Ihr bessres Wissen die Unwahrheit gesagt. (IV) Ich soll die Speisegesetze und die ,Halacha beschimpft haben.״- — Das ist unwahr(• da ich die guten Seiten derselben ebenso betont habe, wie ihre tür die Gegenwart schädlicfaien. (V) Ich soll die Thora (und mich) lächerlich gemacht haben. — Das ist, was die Thora anbetrifft, unwahr, (VI) und was mich anbetrifft,"80 ist.mir Ihr Urtheil gleichgiltig. Ich soll einem Rabbiner die ״gemeinsten Dinge“ (VII) vorderfen — Das ist unwahr. ״Amitti“ ist. wahr, aber nicht gemein. ') Auf besonder n Wunsch des an unsere Unparteilichkeit appellirendeu Einsenders unverändert aufgenommen. Red. ’) Siehe Nr. 2 dies. Bl. — Red. *) Dieselbe ist in Eisenach gedruckt, weil ich dort einige Zeit gelebt habe, und ist Herrn und Frau Kleiä in Cincinnati gewidmet, weil diese meine Verwandten sind. **) Die römischen Zahlen beziehen sich ahf die umstehende ' ״Duplik“ des Recensenten. (Red.) J.X.־ / 1■ 1

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