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Das jüdische Literaturblatt · 1882-02-08 · No. 6. (8.2.1882) · p. Seite 23

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 6. (8.2.1882)
Date
1882-02-08
Page
Seite 23 (sequence 3)
Language
German
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Cap. 18 mit ihm paktiren musste. Allein gerade die- 8e8 noch für nöthig befundene ,,Paktiren“ -jwenn überhaupt die Verordnung mit dem Asa&el diege nicht unmögliche Auslegung zulässt — könnte das Vorexilische des Levit. beweisen. Schon die voreiilischen Propheten paktiren mit keinen Götzen mehr, und die Nachexilischen, welche zugestandenermaassen ״beinahe* zu der höchsten Höhe des Monotheismus sich h'inaufgeschwungen, sollten mit einem Götzen, einem jedenfalls schon längst vergessenen, zu paktiren für nöthig gefunden haben? Man paktirt nur mit einem jjegeuwärtigern Uebel, das vor der Hand nicht vprtilgbar ist, im Dienste eines erst einzuführendet Guten. Im Dienste der noch einzuführenden Offen barifngsl ehre — also vor dem Exil — ist das Opfer- und (Sklavengesetz verständlich, und eoenso die Verordnung mit dem Asasel; ohne diese Absicht sind es utiiösbäre RäthseL Auch die vielen Anthropomorphismen,, welche Hartmann als Zeugnisse für die noch' von früher gebliebenen Reste der geistigen und sittlichen’ Mangelhaftigkeit Jaho’s gelten, würden ihm von dem angegebenen pädagogischen Gesichtspunkte aus «u|r als die naive Schale erschienen sein, welche aber vob Anfang schon den krystallreinen Kern des höchsten &40notheismus in sich barg. H. giebt im Verfolg seiner Abhandlung selbst zu, dass später, zur Zeit der Blüthe des Prophetenthums, und als das vorexilische Gesetzbuch Deuteronomium erschien, in diesem (6, 3—9) der Monotheismus seinen klassischen abstracten Ausdruck erhielt. Wie war diese Wandlung vor sich gegangen? Phil080phirt haben die Propheten nicht, sie brauchten eben nicht zu philosophiren; sie erschauten nur immer klarer den durch die Schale hindurchleuchtehden Kern. Grade aus dem Abstande gegen spätere ajbstractere Darstellungen des Monotheismus in den Propheten geht für mich deutlich die Thatsache hervor, das» die weit anthromorphistischeren Darstellungen in den Ersten Büehern des Pentateuch die ursprünglichen, aber noch dem kindlichen Volksbewusstsein pädagogisch ahgepassten Kundgebungen des reinsten Monotheismus sind. Nehmen wir aber mit H. an, dass jene ersten ifentateuchbücher später als das Deuter, entstanden u|nd ihr Inhart nur eine schlaue ״Phantasieprojectionj* in eine viel frühere Epoche sei, so ist wahrlich reicht abzusehen, wie denjenigen, der schon so gewaltig reflectirte, dass er, um einen absoluten ^Monotheismus ^zu lehren, aus einem Hauptgott Abrain, nicht etlva einen Heros, nein, einen guten, aber doch schwachen Menschen zu machen für nöthig fand, wie einen solcfhen speculativen Monotheisten, sage ich, alsdann die übrigen zahlreichen, jedenfalls zu Irrthümern Anlass gebenden, Anthromorphismen und Mängel nicht gestört halben sollen! (Fortsetzung! folgt.) Literaturbericht. י" Recensionen. Lftw, Immanuel. Aramäische Pllanzenpamen. Mit Unterstützung der Wissenschaften in Wien. Leipzig. Verlag von Wilhelm Engelmann. 18131. Obiges, dem Herrn Geheimrath Prof. Dr. H. L• Fleischer in Leipzig gewidmete, 490 Seiten! umfassende Werk ist eine Monographie Uber die aramäischen Pflänzennamen, die in ihren wesentlichen Grundlinien so weit sie die Namen, oft auch die Arten und das Wachsthum der besprochenen Pflanzen anbetrifft, als eine vom jetzigen Standpunkt der einschlägliahen Sprachforschung und Naturkunde als eine klassische Studie, als eine geradezu den Stoff erschöpfende Arbeit i ersten Ranges zu betrachten ist. Sowohl was den Umfang des in Anspruch genommenen Forschungsgebietes: Aramäische, mischnische, talmudische, syrische, mandäische, nobetäische, punische. arabische. Namen als die einschläglichen Quellen der bezüglichen Literaturen, sowie die hervorragenden lexicographischen Werke älterer und neuerer Zeit anbetrifft, als auch die Benutzung aller dieser Forschungsmittel hat der Verfasser im Ganzen Vortreffliches geleistet,. an manchen Stellen so überraschend neue Aufschlüsse über schwierige talmudische Partien gegeben, dass seine Arbeit in die Reihe der besten lexicographischen Arbeiten emzureihen ist. Dabei ist der Stil und die Darstellung knapp und präcis, und die Kritik der vielen verschiedenen Ansichten oft eine treffende und nnwiderlegliehe. Als einen besonders gelungenen Artikel empfehlen wir die über den Psalm דקלא Seite 109—125. Ganz besonders sind die Arbeiten des Prof. Dr. Löwy in kritische Erörterung genommen und dessen Urtheile nicht selten schlagend widerlegt, dass es zuweilen fraglieh wird, wie Löwy Urtheile so unbegründeter Natur nur aussprechen konnte. Trotzdem der Verfasser an vielen Stellen den traditionellen Anschauungen widerspricht, erweist seine Arbeit doch fast auf jeder Seite, wie er es selbst in der Vorrede betont, wie־ treu und zuverlässig im Ganzen die Tradition gerade in diesen schwierigen Materien die Bedeutungen überliefert hat. Bei Durchsicht des Werkes sind uns einzelne Behauptungen aufgefallen, Uber wetche wir der Reihe nach hier unsere Bemerkungen uns anzufügen gestalten. S. 51. ״Talm.udisch bezeichnet Asparagos אספרגוס nur den Kohlkeim, daher wird Ned. 6,10 bestimmt: ״Wer sich Kohl durch eiu Gelübde "versagt, darf auch Kohlkeim nicht essen, wer Kohlkeim . sich versagt, darf Kohl essen*; Diese Stelle hat den Erklärern Schwierigkeiten bereitet, weil der Gebrauch des Wortes Asparagos ihnen nicht bekannt war.* Das ist nicht genau. אספרגוס bedeutet durchgängig ein Getränk aus Weiu, ’”'oder שכר, mit Kohlkeimen bereitetv Talin. b. Pesach. 120b, Berach. 20a, Erklärung des Rschbrn. . S. 53. ."אפופלייא j• ■Ned.. VII. 40, öob? Vermuthungen wie :r\u.7;werthlos. , Da der Talmud '3ביני א unter verschiedenen Kräutern aufzählt, so dürfte ca/üuia ־־= Falia als Collectivnaine für Kräuterich hier zu vermutheu sein.. S. 67. בוצ״גא״, ein babyl. Wort Nedar. 66b bis opp. ״קרא (gleich dem syr. קטיא אריקא“). Auch R. Tarn, zu Ket, 83b gegen Raschi das. und in Succah 58b קשואוב, während RN zu Ned. 66b und RSch unrichtig אבטיח ץ auf Grund des Targ. dafür aageben. S. 44. Zu בוטטא ist der Artikel in Kohut’s Aruch zu vergleichen. S. 41. S. 71. בנאים dem Verf. unklar. — Siehe Kohut’s Aruch S. '90. . בבייס f S. 71. בובריא. Der ganze Artikel bereitet dem Verf. Schwierigkeiten Auch hier bringt Kohut's Aruch durch eine bessere Lesart genügenden Aufschluss. S. 91. S. 73, Artikel בלוטא Hier ist von dem Vorkommen dieses Wortes im .Talmud gar keine Erw&hnung geschehen. (Auch hier ist Kohut’s Erklärung interessant.) - (Schluss folgt.) Gedenkbl&tter an Ober-Cantor Salomon Salier, veröffentlicht bei Gelegenheit seines Scheidens aus dend Amte von den Beamten der israelitischen Cultusgemeinde Wien. Wien., 1882. Verlag von Alfred Hölder (I. Rothenthurmstr. 15). 25 S. Lexf. Ist’s der Unterschied von Theorie und Praxis r

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