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Das jüdische Literaturblatt · 1882-01-18 · No. 3. (18.1.1882) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 3. (18.1.1882)
Date
1882-01-18
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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der jener Anschauung von dem göttlicheh Ursprung des Köoigthums, welche später in dem Köqig רוח אפינו משיח ד" ,den Lebensathen! des Volkes, des Gesalbten Gottes“ erblicken liess, war David. Die Unverletzlichkeit . der königlichen Person betont er bei jeder Gelegenheit, nicht am wenigsten sogar seinem Feinde und Verfolger Saul gegenüber; in demonstrajiver Weise lässt er den amalekitischen Flüchtling, ()er ihm den Ausgang der Schlacht auf Gilboa!meldet, Ujdten: ,Dein Blut, spricht er, komme über dein Haupt; denn dein Mund zeugte wider Dich, indem Du sprachst, ich habe den Gesalbten des Herrn getödtet.“ Nur einmal in seinein Leben mochte David aus politischen! Rücksichten und um der Selbsterhaltung willen das Verbrechen der beleidigten Majestät ungestraft lassen. In! der Revolution seines Sohnes Absalom erhob die Partei Sauls wieder hoffnungsvoll das Haupt. Mefibosdt betrug sich zweideutig, Simei aber rief öffentlich derji flüchtenden König das Wort ,Thronräuber“ entgegejn. Die Begleiter des Königs brausten auf in wildem Zorn, David aber erwog, dass er die Bevölkerung, aus welcher er Truppen und Parteigänger zu rekrutir)en gedachte, nicht durch den Tod eines ung! scheue)! Mannes aus der Familie Sauls stutzig machen oder elrbittern dürfe. Zudem hatte der Schmerz über einen j undankbaren Sohn sein Gemüth weich und mild gestimjmt, er musste das Verbrechen eines Fremden weniger ljart verurtheilen, weil sein eigener Sohn sich dergleichen schuldig gemacht hatte. Aber einen tiefen Blicik that er bei dieser Gelegenheit in die Seele des SinJei, der wilde unauslöschliche Hass des Sauliten gegen die Davidi’- sehe Dynastie barg drohende Gefahren für seinen Thron and sein Haus in sich, der Gedanke an■ den majestätsverhrecherischen Mann aus Bachurim wich nicht mehr aus seiner Seele. Nach de|m Tode Absa- 10ms und der Beschwichtigung des Aufruhrs ging es noch weniger an, Simöi nach Verdienst zu bestrafen. Der listige Mann hatte klug den Tag [der feierlichen Einholung des Königs durch die wiederversöhnten Stämme gewählt, um sich als reuige) Sünder David zu Füssen zu werfen. Mehr der Noith gehorchend, als dem eigenen Trieb begnadigte ihn i der König und sicherte ihm das Leben, aber noch duf dem Sterbebette blitzten ihm die rachefunkelnden Augen entgegen, gellten ihm die Worte Simeis: Blutmensch, Thronräuber, in den Ohren. Mit einer so drückenden Sorge für Salomos unbeschützte. von Gefahren dicht umdrängte Tugend konnte der Vater, der Regent, nicht scheiden, er musste den Blick des Thronfolgers dorthin senken, von wo ihm die gefährlichsten Umtriebe droheten. In diesem Sinne sprach ef nun folgendes: ,Siehe du hast bei Dir Simei ben Gera) den Benjainiten aus Bachurim, der fluchte mir heftig, p!n Tage da ich nach Machanaaiiii ging. Er aber kam piir entgegen an den Jordan, da schwur ich ihm zu bei dem Herrn, dass ich ihn nicht mit dem Schwerte tödten werde. Du aber halte ihn nicht für harmlos 1t) und ungefährlieh, denn du bist ein kluger Mann und wirst wissen mit ihm umzugehen. Sein Haupt (c)as sehe ich voraus) wimt Du blutig zur Gruft bringen müssen.“ Salomo brauchte jn der That nur aufmerksam das Treiben Simei’s zu 1überwachen, um zu; seinem Ziele zu gelangen. Er liess den Benjamiten!rufen und wies ihn an, in Jerusalem zu wohnen, sielt jedes Verkehrs mit ausserhalb :zu enthalten und bei!Todesstrafe nicht die Bannmeile!zu überschreiten. Meinte es Simei mit der Enthaltung: von politischen Umtrieben ernst, dann hätte er ein ruhiges Ende erwarten jtönnen, aber die *) Für ועתה ■würden wir nach dem Vorgänge von Gr&tz an anderen Stellen .ואו*־ lesen. נקי in der Bedeutung .harmlos“ oft , passender als ״unschuldig•, so במסדרים יהרג נקי, Pa.!0,8. י I Voraussagung Davids erfüllte sich bald. Drei Jahre genügten, um Simei’s alten Hass wieder auflodern zu lassen; der Verlockung, mit dem Erbfeinde Israels, dem‘ philistäischen König Achisch in Gath, in hochverrätherische Verbindung zu treten, konnte er nicht widerstehen.' Die Flucht zweier Sklaven bach Gath musste den Vorwand zu einer Reise dorthin abgeben, er kehrte sehr bald mit den Entflohenen zurück und beglaubigte so den vorgegebenen Zweck seines Bannbruehes. Aber Salomo erkannte die ,bestellte Arbeit“, auf den Kopf zu beschuldigt er Simei des versuchten Hoichverraths, einer Fortsetzung der Gesinnung, die er einst" gegen David bethätigt hatte.*). Simei weiss keine Entschuldigung vorzubringen, und so endet er blutig, wie es David ahnenden Geistes auf seinem Sterbebette vorausgesagt hatte. Er starb, erzählt die Schrift, und die Regierung war nun ungefährdet in der Hand Salomo’s.**) , Bemerkungen 1■ Dr. tebhardl's ״Beiträge« nr Erklär•■; griechischer Wärter in de■ Udrasehi■ und Talaadea." Von Rabbiner D'r. M. Jastrow in Philadelphia. , (Schluss); 2) Wenu in der hier in Rede stehenden Literatur Fremdwörter Vorkommen, so müssen sie durchaus aus dem Leben der Völker genommen sein, mit denen die Juden in Palästina, respective in Babylonien umgingen, und es muss in jedem einzelnen Falle nachgewiesen werden, dass das betreffende Wort in seiner ganzen Form (entstellt wie sie sein mag) in der U an * gangssprache des betreffenden Volkes gebraucht wird. Beispielsweise wähle ich Nr. 17 und 22 der G.’scben Erklärungen. אפיקטויזץ oder אפיקטפיזץ soll von entstanden sein. Ist irgendwo־ das Wort im Sinne eines Brechmittels, an^wendet? Nein. Wohl aber ist ein anderes griechisches Wort vorhanden, das vollstendig der hier angcdeuttien Bedeutung entspricht. Es 16t özGzottajiiCs’.v, welches im humoristischen Sinne die Bedeutung angenommen hat, ,ein Erbrechen erzeugen, um wieder frisch essen zu können“, — bekanntlich eine römische Gourmandensitte (Polius X, 76; Alben. XV, 2; Herod. apud. Orib. I, 410, 4). Ob יפקטז in Targ. für hebr. יגעיל dasselbe Wort ist, wage ich nicht zu entscheiden. Wohl aber erklärt sich aus «)ieser Eymologiedes Wortes, warum (Sabb. 147b) R, Nehemia, das אפיקטויוץ ganz verboten haben will .משום הפסד אוכלין אנגיטריס, ארנינטין, ארגיניטון (j. Tar. viil. 46c, Gen. R. s. 63, Jalk. Gen. 247) ist רוגנומיס», oder (Accuss. Form) ארוגנוטין zu le9en, und ist <*״.■!;־>3),־«״׳«), Philipp. Thessal. 12 (IX, 290)'־ein Dämon, welcher den Schiffern beistellt, und in der That macheu in den bezeichnten Stellen die Hartbedrängten ihre Reise auf dem Tiberiassee. Nur noch einige Bemerkungen, und ich will für heute sch Hessen. Nr. 20:.אפתיסים, איפתיסים, איפתוםים Schir Hasch. R. zu 1,9, muss in איפוהורום (i^o&Gpo;) verwandelt werden; •rבד.», ist ein Leid,.welches während der Belegung der Stuten* gespielt wurde. Welch’ eine Satire auf die lasciven Egypter 1 Dje י־ Wellen erschienen deD egyptischen Rossen als' Mähren, und als die Egypter sie fragteti, warum stürzt ihr euch heute denn so eilig in’s Meer, während ihr gestern nur dem Zwange gehorchend in den Nil gehen mochtet?“ Da sagen sie: א׳ געשית לכם בים: ,Ein Hippothoros ist für euch im Meere vorbereitet!“ מילא דאי׳ איסטופיטא, Ruth R. (hinter 1, 18) ist za lesen טרגלא אטימיטא, .v. J• Peah I, 15 unk, Gen. R. s, 1 (״. Keg. 3,44. *״) ibid. V. 46.

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