Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 3. (18.1.1882)
- Date
- 1882-01-18
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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35, gegen Ende, Schellthoth d’R. Achai טרגליתא אנטיטיטון; es ist, natürlich, das Griechische är!|1r,T0!; Eine Sicherstellnng des Textes durch" Herbeiziehang von Parallelen und darch Prüfung des Zusammenhanges, und vor Allem unter der Annahme, dass unsern Autoren in• Talmud und Midrasch keine sinnlose Sprachmenger und Sprachverderber waren, sondern, im Gegentheil, auf deu richtipen Ausdruck sehr viel Gewicht legten — das sind die Vorbedingungen Ur eine moderne talmudisch-midraschische Philologie Literaturbericht Keeeealeeen. Wünsche, Dr. August, Bibliotheca Rabbinica, der Midrasch Bereschit Rabba. Lieferung X u. XI. Leipzig. O. Schulze 1881. 8*, VIII S.u. r. g. 433—587 Mit diesem Hefte wird die Ueberselzung des Midrasch zu Bereschit Rabba abgeschlossen. Die emsige Sorgfalt und liebevolle Hingebung des gelehrten (Jeberaetzers glauben wir bei der eingehenden Bespre- ' chuing der früheren Lieferungen bereits gebührend in das, rechte Licht gesetzt zu haben. ' Die Lichtand Schattenseiten dieser Uebertragung haben wir zu wiederholten Malen hervorgehoben und unter Beweis gestellt. Wir konnten regelmässig zu unserer Freude constatiren, daas die Fehler reichlich von den Vor- Zügen überwogen wurden•! Wir konnten lobend anerkennen, dass der christliche Vertent sich mit bestem Erfolge in das ihm von Hause aus riesige Schwierig- 1 Seiten bietende rabbinische Idiom hineingearbeitet und es nunmehr mit gjner bei den modernen christichen Theologen überaus seltenen Sicherheit und Gewandtheit beherrscht. Auf Versfösse iin Einzelnen hier näher einzugehen, halten wir für überflüssig,, weil alles Zu Berichtigende und überhaupt hierher Gehörige in den dem Schlusshefte beigefügten ״J?oten und Verbesserungen von Rabbiner Dr. J. Fürst* und den’ ״Bemerkungen von D. O. St rasch uh“ zur Genüge •ürgirt ist. Wir finden, dass unäere Bemerkungen und Richtigste!- lungen za den früheren Heften hier gleichfalls äugegeben sind. Die Noten, welche aus der Feder des Dr. Fürst fliessen, enthalten manches Belangreiche, wenn auch vielleicht nicht sterng zur Sache Gehörige, jedenfalls aber J den kundigen Leser im hohen Grade Interessirende. Sehr werthvoll sind die von I). 0. Straschun dem;Hefte beigefügten Pnrallelstetlen des Jerusalemischen' Talmuds, welchen bekanntlich der Midrasch Bereschit Rabba sehr häufig reproducirt, modifi- . cirt, variirt, jedenfalls mit Vorliebe benutzt. Es ist dies eine Beigabe von unschätzbarem, wissenschaftlichem Werthe, zumal da ein Quellennachweis in dieser miniutiösen Behandlung, soviel wir wissen, noch nicht vorliegt Auch wollen wir nicht verfehlen, hervorzaheben, dass“ die aus den Pariser Codices Nr. 149 und 150 von Dr. M. Grünwald ausgezogenen Varianten dem Werke zur Zierde gereichen und wohl auch vereinzelt den Sinn mancher in unseren Ausgaben dunkel gebliebehen Stellen in dankenswertherWeise aufhellen. Die | diesem Hefte vorangeschickte von Dr. J. Fürst abgei fasste Einleitung hebt mit Geschick und Berechtigung manche charakteristischen Merkmale des Midrasch Bereschit Rabba hervor. Freilich ist damit das Wesen dieser eigenartigen agadischen Literatur-Piece noch nicht zur Genüge gekennzeichnet. Manche Stellen erscheinen uns räthselhaft. Ihnen liegt vermutlich nicht selten ein historisch politisches Motiv bisweilen mit satirischer!Spitze zu Grunde. An anderen Stellen finden wir in Form von mehr oder minder bitteren Auslassungen Stossseufzer geängstigter Herzen und gequälter Gemüther. Alles in Allem genommen verdient die sehr mühsame Leistung des LTebersetzers in dieser Dar- Stellung, Behandlung, Form und Ausstattung unsere volle lobende Anerkennung. Möge es ihm gelingen, sein einmal begonnenes schwieriges Werk mit bestem Erfolge zu Ende zu fuhren. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch über Midrasch ״Schir Haschirim“ einige wenige Worte anreihen. Wir haben die Uebersetzung dieses Midrasch bei unserer früheren Anzeige eine im Ganzen wohlgelungene genannt. Inhaltlich ist sie aber huch eine sehr lohnende, weil die Allegorie, nach welcher der göttliche Freund und seine Geliebte die Gesammtheit Israels redend eingeführt sind, mit strenger Consequenz festgehalten wird und dadurch mehr, als irgend ein anderer Midrasch den Eindruck eines systematischen Ganzen und eines organischen Werkes von oft höchstem poetischen Werthe macht. Ueber Stellung und Bedeutung dieses Midrasch hat der Uebersetzer in seinen einleitenden Worten das zur Orientirung •Erforderliche mit objectiver Anschaulichkeit richtig zusammengestellt. Versündigungen am Texte, die meist nur von Wenig erheblicher Natur sind, finden auch hier in den Schlussnoten und Verbesserungen des Dr. Fürst und des Ueber- Setzers ihre Berichtigung und damit auch ihre Erledigung. Sohrau 0/S. Dr. Immanuel Deutsch. שיר המעלות von Israel ben Jehuda Teller, Lehrer in Fokschan (Rumänien). 34 S. Verlag des Verfassers. Die Marseillaise der Auswanderung nach Palästina verliert im Munde rumänischer Juden den grotesken Anstrich, stimmt wehmüthig, da man den Klagen volle Berechtigung zugestehen muss, die auf S. VIL schön variirt werden: בציה כי תבוא לשונם יחלידו r . — T : T ׳ TT** אחר כדמן איתגו!ו־חיקו i ״In ihrer Noth locken sie uns mit Schmeichelreden siiss.; Ist sie vorüber, mau verachtend uns von dannen wies!‘־ 1 ׳ Aber in der Klage erschöpft sich die dichterische Kraft nach allen Seiten. Gedanklich schwach und nicht frei von sprachlichen Härten ist die Variation: ״Gebt uns die Mittel, dass wir den Boden der Väter bebauen dürfen.“ Durch die Ausführung S. 6 beweist Herr Teller, dass Israel keines eigenen Landes bedarf, um ein Volk zu bleiben, was sein ganzes System umstürzt. Eine kleine Verwechslung ist’s, wenn S. 11 als die bestehenden 2 Säulen, die תופשי תורה und die ענץם genannt werden, zu denen als Drittes die Arbeit kommen soll, und nachher S. 15 an Stelle der Armen ״das Wohlthna den Armen“ gesetzt wird. Im Uebrigen ist’s gut gemeint. Notiz. Alle neuen Entdeckungen und Erfindungen müssen, wie! Manche meinen, schon den Rabbinen bekannt gewesen sein Für die Eisenbahn haben wir קפיצת הרחל; die Telegraphie war wirklich in beschränktem־ Sinne gekannt, dass sind die משיאי* משואות. Ein Stenograph war ben-Kamzar (Joma 38), der mit einem Zuge viele Buchstaben schrieb; von der Eleetricität erhielt das Chaos Licht. Sollten die alten Rabbinen nicht auch das Telephon gekannt haben? Wohlan! in M. r. 118 heisst es: ״Wenn Gott mit Moses in der Stiftshütte sprach, gelangte die Stimme zu diesem wie durch einen Kaual, und die dienstthuenden Engel, welche zwischen beiden sich befanden, hörten die Stimme nicht“. Ist das nicht das leibhaftige Telephon? Dr. D u 8 c h a k. ▼arautwertiieher fadaeteur Dr. K1k>1r in Magdeburg. Druck tob H. Harbeck in Berbjr. Verlag von Robert Prieie in Leip»;.