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Das jüdische Literaturblatt · 1882-01-04 · No. 1. (4.1.1882) · p. Seite 2

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 1. (4.1.1882)
Date
1882-01-04
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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was wir frUhnr sagten, ist eine unfehlbare Wahrheit. Denn Ew. Majestät, Unser Allergnädigster Herr,' ist als Herr tob Polen uad Litthauen ein- ,König rechtgläubiger Völker and Selber rechtgläubig, ist mächtig in der Gnade und Barmherzigkeit wie kein Zweiter und seinen Vätern, dem Dawid, Jechiskia und Josiah völlig ^gleich. Und Ew. Majest&t regiert in dieser verheisseuen späten Zn k an ft, denn 6chon 18 Jahrhunderte 8ind es, seit der Messias gekommen ist, und die göttliche Höhe, auf der das Haus des Herrn steht, ist fest gegründet. Das Haus des heiligen, wahren und ungefährdeten Glaubens hat seine unbezwingliche Schutzmauer. ׳♦ * Indem min unsre Menge anfängt, eich diesen! (Haus des Glaubeus) zu nähern, giebt, sie sich der unverzagten Hoffnung hin, wenn sie durch die Gnade Ew. Majestät in dieses Haus des heiligen Glaubens wird eingeführt sein, dass dann aus dem von Thränen getrabten Blick der Schmerz ▼ergehen, dass die Wunde vernarben wird, und hineinwachsend in den Kranz des Messiaskönigs, werden wir schauen die Herrlichkeit Jerusalems, nämlich die Herrlichkeit Ew, König). Thrones, welchen die ewige Weisheit durch die sieben KardiUaltugenden, wie mit sieben Säulen fest begründet hat. Wie sehr unser, vor einigen Jahren schon erfolgter Auszug aus der Knechtschaft Aegyptens, —: nämlieh aus dem Unglauben — gleichwohl bis auf den heutigen Tag für ans mit Leiden verknüpft ist, obwohl wir doch 3öhne sind der messianischen Kirche und des Glaubens theilhaftig, ist Ew. Majestät durch Deren ge- Irenen Rath schon bekannt, und indem wir vermeiden, diesen Punkt hier zu erwähnen, schrieben, wir' nur auf, was wir zu unserm ewigen Heil von dem Throne Ew. Majestät ▼erlangen.; ' Josef Jakub Frenk, welcher mit Frau und Kjn- _.dern und mit mehr als 60 Personen, die Türkei und Italien ▼erliess, mit Verlust eines bedeutenden Vermögens nnd kaum das Leben leitend, da er und die Seinen ausser seiner vaterländischen und einiger Orientalischen Sprachen keine andere ▼erstand und die Sitten dieses erlauchten Landes nicht kannte, bittet flehentlich Ew. Majestät, beim Mangel jedes Lebensunterhaltes - seinerseits wie auch dieses zahlreichen Volkes, das er zu m wahren Glauben geführt hat, um «ine Stätte und eine Möglichkeit zum Lebensunterhalte. (Schluss folgt.) Bemerkungen su Vr. MW! ״Beiträgen sar Erklär« ag griechischer Wärter ia ära UdrascU■ a«J TiImIn.“ Von Rabbiner Dr. M. Jastrow in Philadelphia. Die philologischen Versuche auf dem Gebiete des *p Fremdwörtervorrathes in den Talmuden und Midraachim sind bisher so sporadisch und systemlos, dass man für jeden Beitrag dankbar sein mnss, so wenig er auch den Anforderungen, genügen mag, welche die heutige Philologie mit Recht stellt. Leider ist mir Nr. 22 des Literaturblatts, worin Dr. Gebhard's ״Beiträge* angefangen wurden, nicht zu י־ Gewehr gekommen, aber von der mir vorliegenden Nummer (34) zu urtheilen, leiden Dr. G.’a Versuche (obwohl nicht durchweg neu) an den Mängeln, welche bisher allen ähnlichen Versuchen anhafteten. Ich will'g versuchen, in wenigen Zügen die Gesichtspunkte fest- ‘zu8tellen, von denen man bei der Erklärung der •in Rede stehenden Elemente des Talmud und Midrasch zu Werke gehen sollte. Ehe m in zur Anu dune schreitet, dass ein Fremdwort im Texte vorhanden ist, muss die Frage womöglich beantwortet werden, 1) ob denn eine Veranlassung zum Gebrauche eines Fremdwortes vorhanden ist? — 2) ob denn eine Erklärung aut heimischen Boden unmöglich ist? Als praktische Beispiele zur lllustration meiner Aufstellung wähle ich Nr 8, Sl, )3 und 14 der G.’schen Erklärungen. Zu 8 Für אמבירום Midr. Ps. 22, liest man im Midr. Schir Haschiria! אימום שיתף, i!n Tanch. שירוף אימת עליו. Das Wort שירוף bedarf keiner Erklärung, es ist ein Piel- Nonien von שרף. Was aber ist אימום (denen dass אימת blos> eines Copisten-Correetur ist, sieht man leicht ein)? Es ist eine Coniraclion von איסאום, Stamm כאם, wovon auch 80 ,מיאוס gut wie wir אילפם und לפס halten, und wie איפול neben פול (Bohne) gebräuchlich ist. , ־ אימום, von מאס abgeleitet, heisst Entstellung oder ein entstellter Körper; אימום שיתף ein durch Brand entstelltes Wesen, oder (wenn עלין hinzugefugt istleineEntstellung durch Br undflecken. אכבירום, Midr. Ps, verdient keine Beschtung gegenüber den zwei besseren Autoritäten in Midrasch Schir Haschirim und Tanchuini. Zu 9. אגבטאות, Exodus Rabb. 12, hst eine vollsiändige spät-bebräische Form, es ist ein Plural von אנבכי (wie לולאות von לולי) oder, spätere Form, אנבטא, chaldäische Form אגבטי Diese letztere Form findet sich in der Thal im Jalkut Esther Nr. 1058, ״alle Welt soll hinausgehen“ להדיי אגבטי, um der Execulion Mordeclni's beizuwohnen. Lev. R. 28, gegen Ende, liest להון פרסי! was offenbar eine Corruption der richtigen Lesart im Jalkut ist. Nua ist אנבתי oder אנבטא oßenber ein aus נבט gebildetes Nomen, ganz so wie מצפת von ״ .צפהMizpeh־‘ ist der Wachtthurni, die Festungswerke, die die Stadt umringenden Höhen. Dasselbe ist אנבטו, oder אנבטא, oder besser im Plural אנבטי (chaldäiscbe Form), אנבטאדת (hebr. Form). Daher heisst es in Exodus Rabb. I. c : Die Hagelsteine thürmten sich so auf ,והיו נעשין אני אג dass sie gabze Festungswerke bildeten, so dass das Vieh nicht entweichen konnte. Dasselbe Wort findet sich noch einmal corrumpirt in Lev. Rah. 5 על אמבוניא דמדום cfr. (Editionen durch das folgende אילנייא, noch einmal אילנ*א)- Es heisst dort, wenn man die אטבוניא bestieg und auf Sodom blickte, koante man Nichts als Bäume sehen, — 80 fruchtbar war die Gegend. Statt אמבוניא lies *אמבטי, und wir haben dasselbe Wort mit מ statt נ, während פרטי in Lev. R. 28 leicht in מבטי umgewandelt werden kann. (Forts, folgt.) Literaturbericht. Beeeisiaira. Bacher, Prol. Dr. Wilhelm. Abraham Ibn Esra als Grammatiker. Ein Beitrag zur Geschichte der liebräi sehen Sprachwissenschaft. Budapest 1881. 192 S. Lex. 8°. Dem Jahresberichte der Landesrabbinerschule zu Budapest geht diese an Umfang und Inhalt gleich belangreiche Abhandlung voran. Der gelehrte Verf. beabsichtigt nach •einer eigenen Angabe (pg. 28) in erster Reihe die grammatischen Voraussetzungen zu zeigen,

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