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Das jüdische Literaturblatt · 1879-12-24 · No. 52. (24.12.1879) · p. Seite 206

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 52. (24.12.1879)
Date
1879-12-24
Page
Seite 206 (sequence 2)
Language
German
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nedig). Die Handschrift selbst ist mit kleinen samaritanischen Lettern geschrieben, welche übrigens vielfach undeutlich und ▼erwischt sind, und jedenfalls unter den Handschriften des alten Testaments von ehrwürdigem Alter, auch wegen gewisser Varianten ▼on Werth. Lächerlich ist freilich, dass der Schreiber ein Zeitgenosse Josua’s zu sein sich den Anschein giebt,*) Die Samaritaner bedienen sich im Umgang, wie die übrigen Landesbewohner, der arab. Sprache, die gottesdienstliche dagegen ist die samaritanische, in weleher viele liturgische Stücke vorhanden sind. Ihre Gemeinde und ihr junger Priester machen einen sehr wehmüthigen Eindruck. Erstere schwindet immer mehr zusammen und ihre Tage sind gezählte Daran trägt namentlich auch ihre Isolirung die Schuld. Da die Juden ihnen ihre Töchter nicht zur Ehe geben und sie mit Genossen anderer Religionen sich nicht verehelichen können, so haben sie starken Hangei an •Frauen. Mit den aliessinischen Falascha’s suchten sie deshalb in Ehegemeinschaft zu treten, doch lehnten diese es schliesslieh ab. ״ Die Samaritaner rühmen sich, das Gesetz Mose's genauer zu beobachten,'als die Juden. Sie machen es ihnen z. ß. zum Vorwurf, dass sie am Vorabend des Sabbath noch Speisen warm stellen. Nach samarit. Auslegung 8011 überhaupt kein Feuer am Sabbath brennen. Das Verbot, das Böcktein nicht in der Milch der Mutter zu kochen, rühmen sie sich sehr pünktlich zu beobachten, indem sie zwar Schmalz (». h. Butter) zum Fleisch essen, aber dafür sorgen, dass die Butter aus Jaffa, das Fleisch dagegen aus der Beduinenstadt Es-Salt im Ostjordanland komme, so dass an jene Verwandtschaft nicht zu denken sei. lüf der Berghöhe des Garizim, doch vom Gipfel entfernt, wurde uns der Lagerplatz gezeigt, wo die 8amaritaner an ihren Festen, besonders am Passah, ihre Zelte aufschlagen.־ ־ Nachdem sie sieben Tage da oben gezeltet bei ungesäuerten Kuchen und bitteren Kräutern, schlachten sie die Passalämmer. Dies geschieht auf dem Gebetplatz, der etwas höher liegt. Hier ist eine längliehe Vertiefung im Boden zu sehen, worin sie die Lämmer brühen, nachdem sie geschlachtet und ihr Blut an Stirn und Nase gestrichen worden, daneben ein Loch, worin die Thiere von Sonnenuntergang, wo die Tödtung stattfindet, hangen und braten bis Mitternacht, wo sie gegessen werden. Das Mahl wird mit grosser Hast gehalten, stehenden Fusses, den Stab in der Linken, zur lebhaften Erinnerung an den eiligen Aufbruch aus Aegypten. ׳ Noch höher finden sich zerfallene Festungsmauern und Trümmer von Wohnungen. Es scheint eine Stadt hier gestanden zu haben. Auf dem Gipfel des Berges stand einst der Tempel der Samaritaner, welche vom Tempel zu Jerusalem ausgeschlossen, zur Zeit Alexander des Grossen hier einen eigenen bauten und jenem entgegensetzten. Sie berufen sich dafür auf den von Josua angeblich hier errichteten Altar, indem sie 5. B. M. 27,4 und Jos. 8,30 nicht Ebal, sondern Gerisim lesen und die Juden beschuldigen, sie hätten diese Namen ▼ertauscht Auch den Moria ▼erlegen sie hierher. Der Tempel wurde von den Makkabäern unter Johannes Hyrkaa zerstört (129 ▼or), nachdem er von den Syrern entweiht und zu einem Heiligthum des Zeus Xenios gemacht worden war. Der Berg jedoch blieb den Säjnaritanern heilig. *) Es stehen 5. B. M. nach V. 6 des Cap. 6 die Worte :* Ich, Attache, 80hn des Pinchas, des Sohnes Eleasars, de* Sohnes Aharoas (möge Gottes Wohlgefallen and seine Herrlichkeit ihm werde■!) schrieb das heiL Buch im Thor der Stiftshatte auf. dem Berg flsriri■ im 13. Jahre, nachdem die Israeliten das Land Kanaan J■ seinen Grenzen ringsum beherrschten. Ich preise den Herrn 1 Professor J. Wellhaasen über das Alter des biblischen Priestergesetzbuches. Von Dr. J. 8. Bloch in BrQx. (Schluss) Cap.V. DieAusstattuug desKlerus. (157—174.) Die Anstellung eines Priesters geschah in alten Zeiten durch ein Handgeld. Der Besitzer des Heiligthums ,füllte ihm die Hand“, d. h., wie Wellh. meint, er gab ihm Lohn. Die Opfergefälle waren 80 wenig, dass sie zum Unterhalt eines Priesters nicht hinreichten. Mit der Zunahme der Wichtigkeit des Priesterberufes, kam an Stelle des Handgeldes eine Art Weihe, und ,unter Füllung der Hände“ verstand man die Ordination. In einer folgenden Periode erachtete das Priesterfhum es seiner nicht angemessen, von einem fremden Subjekt geweiht zu werden; darum lehrte sie Mose, sich selber die Hände zu füllen (Exod 32, 26—29). Bei Ezechiel wird sogar dem Altar die Hand gefüllt (43, 26), und das zeugt, wie sehr die ursprüngliche Bedeutung des Wortes verblasst war. Im Priestercodex heisst M i 11 u i m, die Inaugurationsceremonie, wobei das Subject gleichgültig, und der blosse Ritus, die Formalität der Einsetzung, die Legitimität verleiht. Im Wandel desSprachgebrauchs zeigt sich die allmählicheEntwicklung im Ansehen und in der Macht des Priesterthums; noch mehr aber die totale Veränderung ihrer äusseren Lage. Die Verwerfung des Hauses Eli wird damit motivirt, dass dessen Söhne nichtsnutzige Leute waren, welche von jedem Opfer einzelne Fleischstücke sich aneigneten. Die Abgabe roher Fleischtheile an den Priester galt dazumal als eine unverschämte Forderung Dagegen ist es im Deut. 18, 3 (vgl 1. Sam. 3,12) ein Recht der Priester, dass ihnen ein Vorderbein, die Kinnladen und der Magen des Opferthieres zukamen. Nach Lev. 7, 34 haben sie Anspruch auf die rechte Keule und den Bug. Letzteres Gesetz blieb in Uelüing; um jedoch alle Gerechtigkeit zu erfüllen, suchte man auch dem Deut, gerecht zu werden. Die Söhne Zadoks zeigten sich also in diesen Punkten nicht anspruchsloser, als die ver- und geschmähten Söhne Eli’s. Zu einer gewissen Zeit erhielten die Priester Geld von ihren Kunden, wofür sie die Pflicht hatten, den Tempel in Stand zu halten. Da sie die Bedingung nicht hielten, ward ihnen vom König Joas auch das Geld entzogen. r* Die Erstgeburten des Viehes gehörten Adonai, d. h. sie wurden als ein Mahlopfer verzehrt. Nach Deut. 15,19 darf mit der Erstgeburt nicht gepflügt oder sonst gearbeitet werden, ,vor Adonai sollst Du sie verzehren, alle Jahre an dem zu erwählenden Orte“. Dagegen wird im Priestercodex Num. 18,15 aller erste Wurf schlechtweg als Eigenthum des Priesters erklärt. Ezechiel zählt die Erstgeburten noch nicht unter den Einkünften der Priester auf (44, 28 ff). Für die spätere Zeit war die Norm des Priestercodex massgebend. Auch der Zehnte war ursprünglich Adonai gewidmet, d. h. für heilige Mahlzeiten bestimmt. Jakob widmete seine Zehnten dem Gott von Bethel, nicht aber einem Priester. Nach Deut. 14, 22 ff. soll der Zehnte des Feldwuchses oder dessen Erlös von Jahr zu Jahr vor Adonai in Jerusalem als Mahlopfer verzehrt, in jedem dritten Jahr aber als Almosen an die verarmten Ortsangehörigen, namentlich an die durch die Aufhebung der Cultstätten brotlos gewordenen Leviten gespendet werden. Im Priestercodex ist der Zehnte zu .einer formgerechten Steuer an den Klerus geworden. Um der abweichenden Forderung des Deut, zu genügen, fügte man den sogenannten zweiten Zehnten hinzu, der für gewöhnlich zu Jerusalem verzehrt wurde. Und am Ende entrichtete man obendrein noch einen Armenzehnten. Der Natur der Sache nach versteht Dept. 14, 23

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