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Das jüdische Literaturblatt · 1879-11-12 · No. 46. (12.11.1879) · p. Seite 183

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 46. (12.11.1879)
Date
1879-11-12
Page
Seite 183 (sequence 3)
Language
German
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— 183 — zu heilen (ibid. p. 377) verboten habe. Und ist dem Talmud etwa nicht Zauberei überhaupt mit Götzendienst identisch? (vgl. Synhedr. 67b; Sota 4Lb; Chulin 7b.) Und verpönt der Talmud etwa nicht au sympathischen Kuren, mit denen Handlungen von Zauberei irgend welcher Art verbunden seien (? (vgl: Synhedr. 101a; Schebuot 15a). — Zu den von!mir in meinem Werke: ״Der Islam in den Tradi ionen“ nach• gewiesenen Uebertragungen gehört auc 1 die Ueberlieferung, dass Mohammed ein gebrochen( s Hein dadurch heilte, dass er seine Hand lediglich djarauf legte und sagte: ״strecke den Kuss aus“ (Miskat JI. p. 701); da schon ein Talmudlehrer auch einen Ahderen dadurch von seinen Schmerzen befreite, dass dr ihm lediglich die Hand zum Aufstehen reichte (Beraihot 6b). Noch mehr! Es scheint mir nun als gewis^ dass Zuweilen' die medicinischen Kenntnisse der Jud^n bei den unwissenden Arabern als Zaubermittel galten, weil sie den natürlichen Hergang für Wunderwerk hielten. So verbreitete sich bei der Ankunft des Propheten in Medina die Kunde, dass die Juden mittelst Zauperinittel dieUnfruchtbarkeit bewerkstelligen (Muir ibid. p. 208), da nämlieh die Juden aus dem Talmud (Sabba; 109b; Jebamot 65b; vgl. Sota 22a) ein die Unfruchtbarkeit des Weibes bewirkendes Mittel gekannt haben mochten. - Wenn Mohammed gegen das Fiebe: etwas Erde von einem gewissen Orte, in Wasser aufgelöst, zum Trank und zum Waschen verordnete (Wüstenfeld, Geschichte der Stadt MedinaS. XI. und Muir ibid. p!. 478 u. Note 2), so scheint er ebenfalls nur seinen jüd. Mentoren gefolgt zu sein, da schon der Talmud der Erdschollen erwähnt, von welchen ein späterer gross gewordener! Lehrer während seiner kümmerlichen Studienzeit sich ernährte (Rab. Gen. c. 42) und auch solcher, die als Heilmittel dienen Sabbat 113; Beza 35a; Nasir 42a) sowjie derer, welche gegen hitzige Krankheiten zur Verwendung kommen (vgl. Sabbat 67a); und pflegte man ja! von dem Grabe des Abba Areka ErdscholLen als Heilmittel gegen Fieberhitze zu gebrauchen (Synhedr. ^r7b). Zwei von Mohammed gegen das Fieber ungeordnete, geradezu entgegengesetzte Methoden finden, wenn gerade nicht in jüd. Schriften, doch in den damals herrschenden Ansichten ihre Begründung. Bald befahl! Mohammed das Fieber mit Wasser zu vertreiben (jjis’kat I. p. 352^ ibid. II. p. 374; Fundgruben I. IS. 277) —'wesshalber auch in seiner letzten Krankheit sieben Schläuche kaltes Brunnenwasser über sich zu giessen befahl (Ibn Hischam II. S. 344) — bald verordnete er, es mit Feuer zu löschen (Fundgruben I. S. 299). Monamraed wandte nun diese beiden Methoden, wie sie, nach Wichelhausen (Ueber die Bäder des Alterthums etc S.l 129) im siebenten Jahrhundert üblich waren, an, bald! suchte man eine kühlende Methode anzuwenden, das Blut mit einer Fluth wässerriger Getränke zu verdünnen, zi kühlen und zu reinigen, bald verfiel man in’s ander3 Extrem, indem man die Kranken in ein von dem geringsten Zuge freier Luft wohl verwahrtes Zimmer sperrte, sie mit dicken Federbetten belastete und ihnen zugleich die hitzigsten, schweisstreibenden Arzneien «gab, um den KrankheitsstofT durch die Poren der Haut wegzutreiben. Vielleicht waren diese beiden Methoden auch bei den urab. jüd. Aerzten in Anwendung, die Mohammed nach einander den Seinen anempfahl. Da nun der Talmud eine! gewisse» Samen als ein vorzügliches Heilmittel in vielen Krankheiten empfiehlt (ßerachot 44a, Aboda Sara 29b; Gittin 69b), 80 sagte auch Mohammed, dass ein gewisser schwarzer Samen gegen jeden Schmerz, nicht aber gegen den Tod Heilung biete (Mis'kat II. p. 374) und dass das Semen Mel&nthii ein sicheres Heilmittel wide! das Fieber Sam, welches den Tod bringe (Fundgruben I. S. 305), sei. (F. 1.) 1 Literaturbericht Baer, S״ u. Strack, H. L. Die Dikduke Ha-Teamim; des Abron beü Mosche ben Ascher und andere alte graminatisch-massoretische Lehrstücke. Leipzig, 1879. | L, Fernau. XL1I u. 95 S. 8*. I.)ie Namen der gelehrten Herausgeber bürgen den für die Massortfh sich Interessirenden für die Exactheit und Gediegenheit' der hier zu besprechenden Leistnng. Baer’s Verdienste um die Massorab und die Feststellung eines correcten Textes sind auch dein grösseren jüdisehen Publikum nicht unbekannt geblieben. Fast jede grössere Gemeinde legt Werth auf den Besitz seines סדר עבודת ישראל mit dem trefflichen• Coinmentar יכץ לשון• Wie wichtig eine correcte Edition der Ben Ascher'schen Dikduke Hateamim ist, erhellt schon daraus, dass sie zum Mindesten seit Maimuni (vgl VIII, 1 הלכות ם״ת) massgebend sind für die Fixirung des hebräischcn Bibeltextes. Auf den reichen Inhalt dieser selbst archäologisch sehr interessanten Piece, in welcher man die Wiege der späteren hebräischen Grammatik erblicken kann, brauchen wir hier nicht näher einzugehen, zumal die wichtigsten Abschnitte unseres Buches schon im J. 1846 von Leopold Dukes unter dem Titel קונטרס; המסורת המיוחם לבן אשר דל edirt wurden. Einen Begriff von der Sorgsamkeit und Ge wissen hiftlgkeit der Herausgeber erhält man, wenn man bedenkt, dass sie bei der Edition dieses Buches ausser allen hier in Betracht kommenden Druckwerken nicht weniger als 20 Handschriften und Codices zu Rathe gezogen haben. Hr. Prof Strack hat während seiner langeni Anwesenheit in Petersburg und der Krim durch sorgsamste Würdigung der reichhaltigen Firkowitz’schea, leider auch oft gefälschten Manuscripte die eingehendsten massorei bischen und text-kritischen Studien gemacht. Eine reife Frucht.dieser exaetc.n Studien liegt in unserem Buche vor Die Anlage des Textes ist insofern originell, als die 1'n Betracht kommenden Handschriften im Einzelnen die weitgehendsten Differenzen aufwejsen. Der gelehrten Herausgeber philologischer und kritischer Tact musste die einen Stücke aufnehmea, die anderen verwerfen und selbst die Reihenfolge der einzelnen Abschnistefeststellen. Treffliche, das Verständniss fördernde Anmerkungen, Angaben über Textesverschiedenbeiten in den einzelnen Handschriften, grössere Noten, Sach- und Wortregister verleihen dem Werke einen seiner Herausgeber würdigen, bleibenden, wissenschaftlichen Werth. VVir verweisen hier besonders auf die einlei• tenden Bemerkungen (I—XLII), auf die Gründlichkeit, mit welcher Namen, Ort und Tendenz dieses Werkes und seines Autor’s eruirt wird. Manche Ergebnisse der Herausgeber scheinen uns allerdings nicht über alle Bedenken und Zweifel erhaben, besonders da, wo sie sich auf die Autorität Jakob Sappir's stützen. Letzterer r hat ja unstreitiig auf seinen Reisen im Orient und Aegypten viel gesehen und von Vielem Kenutniss genommen; allein seine Angaben!Hessen ineist aas apokryplicn oder ganz obscuren Quellen, so dass sie der grössten kritischen Sichtung bedürfen und ihre wissenschaftliche Ausbeute auf ein Minimum reducirt wird , Die Frage, ob Ben Ascher den Karäern oder den Rabbaniten angehöre, ist noch immer eine offene. Die Herausgeber entscheiden sich gegen Pinsker und < 1 rätz mit S&ppir und David Oppenheim für dessen rabbanitischen Ursprung. Sie stützen ihre Annahme hauptsächlich auf ßen Ascher’s Bekanntschaft mit הדרה ‘B and auf den Umstand, dass Maimuni Ben Ascberä Angabe■ acceptrrt. Ein weiteres Argument für den rabbanitteto■'

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