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Das jüdische Literaturblatt · 1879-10-29 · No. 44. (29.10.1879) · p. Seite 175

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 44. (29.10.1879)
Date
1879-10-29
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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Schalen befreiten — Zwiebeln und Knoblauch sehr nachtheilig sei (Niddah 17a) und dasf nicht nur eine 41 rt von Zwiebeln — wie bereits angeführt — als wohlthuend angesehen wird, sondern dass selbst Knoblauch .fünf heilbringende Mittel iu sich enthalte (B. Kama 81b). Die von Mohammed als Vorsichtsmassregeln angegebenen Vorschriften, kraft deren die Gesundheit erhalten und Krankheiten vorgebeugt werden, wie auch die Angabe von unnatürlichem oder nachlässigem Verhalten, wodurch oft Krankheiten herbeigeführt werden, sind Auszüge oder Entlehnungen aus talmud. Vorschriften. Er verbot, stehend zu trinken (Miskat II. p. 335), da der Talmud das stehende Trinken unter jenen Fällen aufzählt, die den Tod herbeiführen (Sabbat 129a). Er verbot, unmittelbar von Wasserröhren zu trinken (Miskat II. p. 335), ohne den Grund dafür anzugeben, während die bezügliche talm. Quelle ergiebiger flieset, dass man nämlich aus Flüssen und Bächen nicht unmittelbar mit dem Munde oder aus der Hand schlürfen solle, weil man der Gefahr ausgesetzt wird, einen Blutegel oder sonst ein schädliches Insekt zu verschlucken (Aboda Sara 12b). Schon der Talmud untersagt jegliches der Natur zuwiderlaufendes Verfahren: Wer seine Nothdurft zu verrichten aus Nachlässigkeit verschiebt, der übertrete das Gebot: ihr sollt euch nicht ekelhaft machen (vgl. Maccot 17b; Gitiin 70a). Man solle desshalb keinen Anstand nehmen, öffentlich zu harnen; einst unterdrückte Jemand aus Anstand seinen Harn und bekam einen geschwollenen Leib (Bechorot 44b). Zwei OefFnungen befinden sieh im Menschen (an den Zeugungstheilen’), durch die eine wird der Harn und durch die andere der Samen abgesondert; beide aber trennt eine Membrane, so dünn wie eine Knoblauchschale; sobald at>er diese Scheidewand durch Zurückhalten des Harns durchlöchert wird, bleibt die Person unfruchtbar (Berachot ibid.). Wie zurückgetceteaer Stuhlgang die Wassersucht (Berachoth 65a, 83b; Bechoroth 44a; Tamid 3,27), so habe auch verhaltene Harnentledigung die Bleichsucht (|bid.) zur Folge. Demgemäss verbot Mohammed, dass man Keinen beim Harnen stören dürfe, weil dies demselben schädlich werde (Miskat I. p. 110). (Forts, f.) ’) Da in der Agada das Vorhandensein des Hermaphroditen als ausgemacht galt, und schon Adam als Hermaphrodit erschaffen worden rein soll, (Rab Gen. c. 7; Rab. Levit. c. 14; Jalkut Psalm 119 $ t-87), wo es vielfach und umständlich Aber den Standpunkt, welchen ein Hermaphrodit zu den verschiedenen Gesetzen einnähine, besprochen und gestritten ward (vgl B. Batna 127a; Orach Chaim 9 509, Abschn. Schofar; JoraDeaJ 194, Ueber die Unreinheit einer Menstruirenden; u Eben-ha-Eser $ 22 und $ 172־), so ward dieses Thema auch im Islam schon frühzeitig der Erörterung unterzogen: Omir b. Atzarib Aladwumi bestimmte zuerst, dass die Frage, ob ein Hermaphrodit als Mann oder als Weib Su betrachten sei, ob er das Erbtheil eines Sohnes oder einer Tochter tu bekommen habe, darnach entschieden werdeu solle.*) aas welchem Gliede er arinire Ed. Sachau iu den Sitzungsberichten der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien Jahrg. 1870 S. 719 Anar.l. Ebenso veutilirte man bereits die Frage . wie denn die Uermaphroditen, in Hinsicht des Gebetes in der Mosche«, es zu halten hätten, ' (t. Kromer: Geschichte der herrschenden Ideen des IslamsS. 1 <P). ■ *) Aehnlich soll Salomon die Forderung eines zweiköpfigen Menschen, der in der Erbschaft seines Vaters, der vom Aschmedai «us der Erde mit zwei Köpfen und vier Auge|n hervorgebraeht war, auf zwei Theile Ansprüche machte, dadurch niedergeschlagen haben, dass er־ nachwies, dass die au einem Gesichte veraniassten Schmersen zugleich auch von dem anderen mitempfunden worden, wodurch ersichtlich war, dass beide Köpfe uur'einen Körper bildeten (Sepber Maassiot von Ihn Ittur ad. Veu. S. 12). Auf diese Midrasch dsr wahrscheinlich nicht alt ist, beziehen sich T0M»pi10t(Menachot 3 a) (vgl meine Schrift: .Aeussere Einflüsse auf Sage und Sitte in fs- ־ rael 8. 12). Es sei nun ein für alle. Mal anijene Herausgeber von Midraschim die dringende Mahnung hieioit ergangen: nicht jade als Midrasch sieh ankttndigeade Erzählung »1s Midrasch gelten ■a lassen; noch weniger jegliches in einem KJwiderweisth geschrle• bene Mtrcbnn in rein Hebräisch übertragenem lassen, da dadurch aiehl die historische Forschung, sondern nür die Selbsttäuschung gefordert wird. ___ > Nochmal»יכה יוסי את יוסי. Obgleich sonst kein Freund von Repliken, da ich meine Meinung Niemandem aufzudrängen versuche, so muss ich dennoch auf die Notiz des Hrn. Rabb. Duschak im Jüd. Litbl. Nr. 41/42 zarückkommen und offen gestehen, dass mich seine gegebenen Erklärungen nicht veranlassen können, ״ihm seine Baderequisiten in’8 Badehaus nachzutrageD.* Herr D. findet es für weit hergeholt, dass ich in יוסי Jovis finde, während es doch '80 nahe liegt, -dass es, gleich dem Ei des Columbus, zu verwundern ist, dass’ diese Conjectur nicht schon längst gemacht wurde.. Nach Hrn D.’s Meinung soll unter וסי" Josephus gemeint sein, welcher den Talmudisten als Verräther galt; wo aber findet sich eine solche Ansicht im Talmud angedeutet?*) Da wäre doch eher det■ Name eines der bekannten Menachem oder Acher am Platze gewesen. Aber dass man überhaupt den Namen eines Abgefällenen oder Verräthers an der Stelle des Tetragrammaton gesetzt haben sollte, ist ebenso unwahrscheinlich wie wett hergeholt. — Nach der zweiten von Hrn D. gebrachten Meinung, soll es der Name der 3 unter den זונות bekannten Jose sein; warum aber dana dieser Name als 81 e h e n d e Formel blieb, und späterd Richter, welche einen Gotteslästerer abzuurtheilen hatten, nicht ihren Namen substiluirfen, ist nicht wohl abzusehen. Aber auch hiervon ganz abgesehen, konnte die Zeugenaussage keine Bedeutung haben, wenn sie einen menschlichem, und nicht einen göttlichen Namen nannten, welchen der Angeklagte gelästert hatte, wai bei Jovis jedoch statthaft war, da־ hach 3. B. M. 34,14 der Ausdruck וסמכו כל השומעים die bekannte Erklärung an die Hand gab, dass שסע בכל לשזן bedeutet. Zudem war Derjenige, der eine Gotteslästerung in Verbindung mit einem heidnischen Götzen aussprach, nach 8ynhedrin Abschnitt 9 Mischna 6 ebenfalls der Todesstrafe, und zwar durch Lynchjustiz, verfallen (&*}Oj3- פוגעים בו). Auch Maimonides, Raschi und Bartinoro suchen deshalb in יוסי durch Gematria einen göttlicueu Namen zu finden — Ueberhaupt bedeutet *her der Ausdruck כנוי ein aus einer fremden Sprache entlehnte• Wort, welches dem Hebräischen gleichbedeutend ist (Vergl. Raschi und Bartin. zu Nedarim I. Mischnah 3k Daher ist es mir auch wahrscheinlich, dass bei der Schlussverhandlung, wo auf die vollständige Aussage der Zeugen das Todesurtheil gefällt wurde, das umschreibende יכה für ßkräpt; wegfiel und die Zeugen den biblischen Ausdruick קלל oder נקוב gebrauchten (Nach Schwnaus Abschn. 4 M. 13 wird zwar mit Bezug auf 5. B M. 28, 27 ה^! als Fluchformel gegen einen Mensehen, nicht aber in Bezug auf Gott angeführt.) — Was nun den Einwurf des Hrn. D. betrifft, dass Jovis eine Genitivform sei, 80 glaube ich, dass, wenn das nicht ״ein Irrthum, ausgegangen vom Herrscher“, ist, ״dev Rabbi schlummernd diesen Aasspruch gethan“. Denn bekanntlich war Jovis die ursprOngliche Nominativform, und Jupiter, zusai&mengezogen aus Jovis-pater (Vater Zeus) entstand erst in späterer Zeit (vgl. die Lexiea). Die• Alles, meine ich, müsse jedem Unbefangenen so eialeuchten, dass man bei einer neuen kritischen Ausgabe der Misehnah getrost meine Conjectur als knOU arm Rande anmerken dürfte, und wie König Salomon dem Dichter Ein&nuet seine Anerkennung bezeigte, dass er zuerst die richtige Erklärung in 8pr. Sal. 33^ 8 gefanden (a dessen ,,Hölle uad Paradies“) so erwarte ich einen יישר כה von Rabbi Josua ben Korcha, dass ich die Tun. ihm eruirte Halacha klar gelegt habe. M. S Rens. *1 Wir vcrweinftD bat dieser GelembeM auf aiae Nnsiz ia Brüll'* Jahrtob. IV.Jbrg. & 42, die םילוסיפוס סו (P*** Erna rabb• «. 5) den Mi ■in E1«via«J'oeep41a• «MNteMteHtl. (Red-P

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