Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 44. (29.10.1879)
- Date
- 1879-10-29
- Page
- Seite 174 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1!!3>!£V|i4ppp9pq?C!ffmf!«P|p^ ״י 1 "יי- 1י' ייייי" י"*"•'־UHW.^v.'^W|8^/<WiJJ|JP״W^"*!•ו^יי Gewänder, den Antiochus Epiphanes raubte, nach 2. Makk. 5, 21 auf 1800 Talente =■ 642,600 Rthlr. ▼eranschlagt wurde, 80 muss der Reichthum des Joseph in der That für die damalige Zeit ein enormer gewesen sein. Man bedenke, dass er selbst, als er seine grossartigen Speculationen begann, über keine Kapitalien zu gebieten hatte, dass er, ehe er die Reise nach Aegypten antrat, gezwungen war, das zur Reise nöthige Geld erst bei seinen Freunden in Samnria zu borgen, nnd dass Alles, was er auf die erforderlichen Geschenke nebst den Reisekosten ▼erwenden konnte, nur 20,000 Drachmen oder 4760 Rthlr. betrug; kein Wunder, dass die reichen Steuerpächter aus Syrien über den ärmlichen Aufzug des Juden lachten. Nicht wenig mögen sie sich daher geärgert haben, als dieser armselige Jude ihr Gefyot um das Doppelte überbot und als Sieger aus der Licitation hervorging. Ja er hatte ihnen nicht blos für dieses Mal, sondern für immer das Geschäft verdorben, indem er sie, gleichgültig, ob wahr oder nicht wahr, in den Augen des Königs als schlechte (Jnterthanen dargestellt, die sich mit einander verabredet hätten, zum Schaden des Königs das möglichst kleinste Gebot zu thun. Noch mochten sie jedoch die heimliche Hoffnung hegen, dass aus Mangel an Caution von Seiten Joseph’8 die Licitation annuliert und eine neue Versteigerung stattfinden würde, in der ihnen doch endlich der Zuschlag werden müsste. Und in der That wäre für jeden anderen, als unseren Joseph, dieser Punkt ein unübersteigliebes Hinderniss gewesen. Wer sollte und wer mochte für den unbekannten Juden, der notorisch nicht in den glänzendsten Verhältnissen war, Bürgschaft leisten oder feine Caution vorschiessen? (Fortsetzung folgt.) Moh&romed’s Arzneikunde. Von l>r. litte Gastfreund in Wien. , (Fortsetzung.) ד Auch vor R. Jehuda, den Sammler der Mischna, kam einst ein Mohr mit dem Befremden, dass seine ״schwarze־* Frau ihm einen ״weissen“ Sohn geboren, er trage daher ßedenkeq, ob dieser gar sein Sohn sei? — ״Rast Du nicht in Deinem Gemach*) einen wpissen Spiegel?“ Ja. ״Dann ist es erklärlich, warum Deine Frau einen weissen Sohn gebar.“ (Rab. Gen. c. 73). Äls aber Mohammed auch in der Botanik einen Rath zu ertheilen sich herausnahm, da trat seine erbärmliche Unwissenheit zu Tage. Als er nämlich nach Medina kam und das Volk mit dem Einpflanzen der männlichen Knospen des Dattelbaumes in die weiblichen beschäftigt*), da meinte er, dass es wohl besser wäre, sich jeder Nach hülfe der Natur zu enthalten. Man befolgte seinen Wink, und eine grosse Unfruchtbarkeit der Dattelbäume war die Folge. Als sich das Volk darüber beklagte, da sprach der Prophet das demüthigende Geständniss: ״Ich bin nicht mehr als ein Mensch; wenn ich euch in religiösen Be- Ziehungen etwas verordne, so befolgt es, wenn ich euch in natürlichen Dingen etwas befehle, dann bin ich nicht mehr als ein Mensch (Miskat L p. 46). Nichtsdestoweniger nahm sich Mohammed heraus, den Wassermangel nnd sonstige Befruchtung auf mysteriöse Weise zu bewirken (Chronique de Tabari III p. 296—97). Betrachten wir zunächst die diätetischen häuslichen Mittel, die der Prophet, ׳zur Erhaltung der ungestörten Gesundheit aus talmud. Vorschriften entlehnt hat! *) ln vor. Nr. 8. 171 Z. 35 muss es (ineb: Deines Gern sehe« tX. Gemahl•• heissen. *) Diese Noth Wendigkeit, Dattelbäume durch menschliche Nachhilfe befrachtend za machen, erwähnt bereits der Midrasch (Rab. Gen. e. 41; Rab. Nam. e. 3; Khb. Kohelet'e. 6 ▼. 11; äeho- «fear Tow Psalm 91Jt das• einst ein Dstfelbanm keine Früchte trag. bis ein verständiger Sachkenner den Rath ertheilte, dem Hebel mittelst einer ktnstlieben Befrachtung der männlichen and weiblieben 81 Bitten ganz abxabelfen. 174 — Wer jeden Morgen sieben Datteln von einer gewissen Gattung ist, dem schadet an diesem Tage weder Zauberei noch Gift (Miskat II. p. 320; Fundgruben I. S. 302 u. S. 306.). Bedenkt man nun, dass Datteln bei den Arabern einen Hauptnahrungszweig bildeten — daher die Tradition, dass das beste Frühstück für einen Moslem Datteln seien (Miskat I. pg. 471) — so wird man sie mit Nahrung überhaupt identisch gelten lassen und die Anempfehlung dieses Essens früh Morgens als eine Entlehnung aus jüdischen Kreisen (B. Mezia 107b) ansehen dürfen. Das Frühstücken am Morgen, heisst es da, habe dreizehn Vorzüge: Es mache die Sonnenhitze ertrftglieh, beschütze vor Winden, vor bösen Geistern, erhelle den Verstand, verleihe Recht, Kraft zum Studium, mache willkommen, mache das Einstudirte unvergesslich, verscheuche jeden üblen Geruch aus dem Munde, verschaffe Gattenliebe und tödte die Magenwürmer; manche fügen hinzu: es entferne den Neid und fördere die Freundschaft.tt Ebenso mag Mohammed's Befehl, dass man frische Datteln esse, wodurch man den Satan erzürne! (v. Hammer: Die Geisterlehre etc. S. 30), eine Entlehnung aus jüd. Kreisen sein, wo (Kethubot 108a) der Genuss von reifen Datteln namentlich, zur Mittagszeit genossen, als eia vortreffliches Mittel galt. Allerdings wird eine Zu- oder Abneigung des Propheten erwähnt, bei der man eigentlich an keine Entlehnung zu denken braucht, da sie wohl dem zufälligen Triebe oder Geschmacke, nicht aber einer absichtlichen Nachahmung entsprungen / zu sein scheint. Bedenkt man aber, dass in der Sunna Aussprüche und Handlungen des Propheten allen Gläubigen zur schuldigen Befolgung und pfliclitmässigen Nachahmung hingestellt wurden (Fundgruben I. S. 145), so erscheint dann die Yermuthung nahe, dass Mohammed zuweilen seinen Geschmack nach jüd. Gewohnheit geflissentlich äusserte, um selbst in solchen geringfügigen Dingen den Schriftbesitzern zu gleichen. Mohammed's Neigung für Zwiebel (Fundgruben I. S. 72) mag man vielleicht auf den talmud. Ausspruch zurückführen, dass der Genuss einer Zwiebelart — mag auch eine andere Art einen schädlichen Saft in »ich enthalten (vgl. Erubin 29b) — dem Herzen sehr dienlich sei (Jerusch. Nedarim c. 8,8; f Babli. Nedarim 26b, 66a). Auch seine Abneigung‘) gegen Knoblauch (Fundgruben I. S. 72), indem er sagte, wer Knohlauch esse, sei es aus Hunger oder Lust, der nahe sich nicht unseren Moscheen und bleibe allein in seinem Hause (Fundgruben I. S. 162), entspricht dem Satze des Talmud, dass der Genuss von Knoblauch einen Geruch von sich verbreite (Sabbat 31a). Daher rührt die Tradition,* *) wer etwas esse, was einen üblen Geruch von sich verbreite, der solle das Gotteshaus nicht betreten; denn was Menschen nicht leiden können, können auch Engel nicht ertragen (Miskat I. p. 150). Auch Mohammeds Verbot, rohe Zwiebel und Knoblauch za essen, sondern dass, wer sie essen müsse, sie zuvörderst zurecht machen solle (Miskat I. p■ 162), entspricht ebenfalls dem Talmud, dass der Genuss vou rohen — blos von den *) Zu ■einer Abneigung gegen Knoblauch mag auch folgender Uinstand beigetragen haben: Weil nämlich nach deiu Talmud Jeruscli. Mrgilla c 4, 1) es Rsra war, der den Genuss des Knobla icb am Freitag Abend ausdrücklich anempfahl — aus dem gerade eDtr gegeogesetzten Grunde, aus welchem Pythagoras die Bohnen verbot, weil er sie nämlich für unfruchtbar machend hielt (Meiner•: Geschichte der Wissenschaften etc. I 8. 433; so demonstrirte Mohammed oar seine bekaunte Ankämpfung gegen die Verehrung, welche die Juden dem!?■ira zollten, indeut er selbst den Gegenstand, welchen Bsra anempfahl, verpönte. *) Auch Mohammeds Verbot, dass man weder auf dem Rücken noch auf dem Rauch liegend schlafen solle (Miskat II. pg 378), entspricht dem ta'raud. Aussprache (Nidda 14«), wobei Ra sc hi und Tossaphot (das.) den 8inn des Wortes אםרקיך: auf dem ROcken, der Araeh aber: auf dem Rauch liegend, augasst; M». harnmed iormalirte sein Verbot nach .beiden“ Interpretationen.