Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 44. (29.10.1879)
- Date
- 1879-10-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Ho. 44. Dm Jahrg. VIH. Jüdische Literaturblatt. Zu Beleuchtung aller Jndenthn■ and Jaden betretenden llterulaeb. Eraehelnuageo an f dem Gebiete der PMloioplile. Geeehlebte,Etbnographle,Theologie,OrlentaUa, Exegese, Ho• mlletlk, Lltnrgik, Pädagogik. Herausgegeben von! Rabbiner Dr. Moritz Rahtuer. Magdeburg, ÜO. October 1H7Ö. Bäcker der elneeblk (Igea LI• teratu, weleke der 1 ledeetfcm sageeaadt werden, bade■ ia dieaemBlatte eingeh. leepreeh aag. Bei Klaeendaag ron zwei HeeeanioaeexemplarU erfolgt aaeh Erwähn. L iWofkankr. Daa ״Jtidiftelie tiiteratarblatt“ erscheint wöchentlich ln einem halben Bogen; Preis bei allen BnoÜMMflMfB■ 0h Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrg an g: 8 Hk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei all» Postanstalten nnd Buchhandlungen 3 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblati“ gratis. — IlMnrnte werden mit 30 Pt flr die dreigespalten« Petitzeile, bachh&ndlerische Beilagen mit 13 Hark berechnet. Die Expedition der ״Israelitischen Woehengohrlft.“ Inhalt( W iss en sch aftl i ch e A u fs ft t ze: Joseph, Sohn des Tobias, und seine Zeit. Ein Vortrag von Dr. E. Munk. — Hohammed's Arzneikunde. Von Dr. lsaac Gastfreund; in Wien. — Nochmais יכה יוסי את יוסי• Literaturbericht: Recensionen : Kohut, Dr A., ערוך השלם• Targumieches, talmudisches und rabbinis<jhes Lexicon. — Des• sauer, Jul., ברית שלם• Der ewige Band. — Horowitz, L., Haskereth Zion. Rede Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Joseph, Sohn des Tobias, und seine Zeit. Ein Vortrag von Professor Dr. E. Munk. (Fortsetzung.) Um dieselbe Zeit regierte in Asjen Selfeucus, mit dem Beinamen Soter, des grossen Antiochus Sohn. Damals starb auch derVater des Hyrkan, Joseph, ein guter und hochherziger Mann, der das jitd. Yolk aus der Dürftigkeit und Ohnmacht herausriss!und in eine glänzende Lage versetzte. Er hat die Pacht der Steuern von Syrien, Phönicien und Samaria 20 Jahre gehabt. ״Nach seinem Tode, so fährt Josephus fort, entstand im Volke eine Spaltung wegen seiner Söhne. Denn da die älteren Brüder den Hyrkan bekriegten, so theilte sich das Volk in zwei Parteien; diejgrössere war auf der Seite der älteren Brüder, und zp ihr gehörte auch der Hohepriester Simon wegen seiner Verwandtschaft. Hyrkan aber beschloss, nicht mehr pach Jerusalem zurückzukehren, sondern er schlug von nun an seinen festen Wohnsitz jenseits des Jordan ajuf und führte fast beständig mit den Arabern Krieg, vjon denen er viele theils tödtete, theils zu Gefangenen machte. Er baute sich auch ein festes Schloss, das!er ganz, bis zum Dache, aus weissem Marmor aufführte, in den er Thierbilder von ungeheurer Grösse einhapen Hess, und um dasselbe führte er einen grossen pnd tiefen Graben. Auf einem gegenüberliegenden Bergp durchbrach er dip hervorragenden und steilen Felsen upd bildete Höhlen, die viele Stadien weit sich erstreckten. Diese liess er zu Gemäahern einrichten, einige zu Speisesälen anderb zu Schlafzimmern oder zu sonstigem häuslichen Gejbrauch. Auch leitete er eine Menge•1 von Springbrunnep hin, die den Vorhof zu einem schönen und angenehmeh Aufenthaltsorte machten. In den Hönlen liess er Thürep anbringen, die nur 80 gross waren,! dass blos ein eipziger Mensch durchkommen koonte. Und dies that dr mit Absicht, der Sicherheit wegen, tjlamit er, wenn ihn etwa die Brüder belagerp wollten,; vor jeder Gefahr, von ihnen gefangen zu werden, gesichert sei. Auch legte er freie P.l&tze von verschiedener Grösse an, die er mit weitläufigen Gartenanlagen verzierte[ Und als er Allee vollendethatte, nannte er den Ok־t Tyrus. . Er liegt zwischen Judäa und Arabien, jenseits des Jordan, nicht weit von Essebanitis. Er herrschte über djese Gegend 7 Jahre, die ganze Zeit, in welcher Seleucps in Syrien regierte. Nach dessen Tode bestieg Antiochns, mit dem Beinamen Epiphaoes, den Thron. Da aber Hyrkan die grosse Macht des Antiochus sah und fürchtete, dass er ihn wegen der den Arabern zugefügten Beleiaigungen greifen und hinrichten lassen würde, Iso legte er selbst Hand an sich und endete so sein Lehen. Antiochus zog eher alle seine Güter ein.“ Soweit Josephus. Gern würde ich Ihnen etwas Genaueres über die Reichthümer Joseph’s, at er die! Ausdehnung und Führung seiner Geschäfte mittheilen; allein aus unserer Quelle, und andere haben wir nicht, lässt sich schwer etwas Sicheres ermitteln; vir können nur durch Vermuthungen annäherungsweise eine ungeführe'Schätzung vornehmen. Den Geldbe?echnungen der Alten liegt das Talent, eine Rechnung smünze, zu Grunde, die in verschiedenen Ländern und Zeiten einen verschiedenen Werth hatte. Am gewöhnlichsten wird unter Talent, wenn sich keine besondere Bestimmung dabei findet, das,sogenannte neuere ״attisch צ“ gemeint, das nach unserem Gelde 1428 preus. Rthlr. werth war. Da aber äu unserer Stelle von ägyptischep Verhältnissen die Rede ist, so mag wohl Josephus nur das ägyptische kleine Talent gemeint haben, das sogenannte ptolemäische Talent, das */t des attischen beträgt, also nach unserem!Gelde 357 Rthlr. Legen' Wir dieses ägyptische Talent unserer Berechnung zu Grunde, so betrug die Steuer von 20 Talenten, die der geizige Hohepriester Onias picht zahlen wollte, 7140 Rtnlr., in der That eine geringe Summe, für die nur der schmutzigste Geiz ein ganzes Volk zu opfern bereit sein konnte. Das Pachtquaptum der syrischen und pfaiönicischen Steuern, das Joseph zahlte, betrug das Doppelte des Gebots von 8000 Talenten, das die übrigen [Licitanten gethao, also nach unserem Gelde 5,712,000 Rtplr. Dazu kamen noch 1000 Talente 357,000 Rthlr. eonfiscirten Gut von den Aiscaloaitea, und eine andere nicht namhaft gemachte Summe von den Scythopolitanern, so dass das Gesammtqpantum im ersten Jahre der Steuerpacht, die er an den König zahlte, nahe an 7 Mill. Pr. Rthlr. sich belief, gejwiss keine Kleinigkeit für den ersten Versuch eine6 angehenden Geschäftsmannes. Nehmen wir an, die Pabhtsiumme wäre immer gleich geblieben, ^Dämlich 7 Mill! Rthlr., 80 zahlte er in 22 Jahren 154 Mill. Rthlr. Hätte er sich, nach Abzug aller Kosten, m׳'t dem mässigen Gewinn von 10*/״ begnügt, so müsste n Joseph nach dieser Zeit, die Zinsen ungerechnet, das ungeheure Verpiögen von 15,400,000 Rthlr besitzen;, wahrscheinlich ן aher überstieg es diese Summe noch bedeutend. Vergleichen wir damit, d;lss der Tempelschätz mit Einschluss aller kostbaren Gerät he und