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Das jüdische Literaturblatt · 1879-10-22 · No. 43. (22.10.1879) · p. Seite 171

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 43. (22.10.1879)
Date
1879-10-22
Page
Seite 171 (sequence 3)
Language
German
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171 — י• •;•«הי)ן1ייץ5י.*ו«ן•'.rm י?•'*■*. f־‘V, י*י2!ד^יז י Korach c. XI; Scbebuot 9a; Cbulin 60b; Rab. Gen. c. 6; Pirke de R. Elieser c. 51) entlehnt Also Mohammed nahm auch astronomische An- Behauungen von den jüd. Schriftbesitzem auf, weshalb auch erklärlich ist, dass Mohammed seijn Verbot: von den Magiern keine Weiber Zu nehmen und keine Speise zu gemessen, nicht auf die Juden ausdehnte (vgl. Muir ibid. p. 473 Note 1), wogegen er der Astrogie ganz abhold war. Sein diesbezüglicher Ausspruch, dass wer einen Astrologen befragt und seinen Deutungen Glauben beimisst, der sei ein Ungläubiger (Miskat I. p. 122—23), entspricht nur zu sehr dem Talmud, demzufolge es verboten ist, einen Astrologen zu befragen (pesachim 114b), hingegen ist Demjenigen, der keine Zauberei treibt, der Zugang zu jenem Ort verheissen, wohin selbst dienstthuende Engel nicht zugelassen werden j (Nedarim 32a). Völlig anders verhält es sich in Bezug auf die Arzneikunde. In dieser Kenntnisssuchte Mohammed 80 viel als er nur konnte zu erhaschen, umsomehr da die medicinischen Kenntnisse der Araber vor Mohammed gewiss nicht wissenschaftliche genannt zu werden verdienen (Wüstenfeld, Die Akademie der AraberS. 3). Gehörte es ja auch;n den Bereich eines Propheten, Kranke zu heilen, Leidende aufzurichten und Schwache zu stärken. Er liess sich gewiss keine Gelegenheit entgehen, um medicinische Floskeln oder Heilmittel zu erhaschen, weil es ja einem Gottesgesandten nicht an Kraft mangeln durfte, Kranke zu heilen und Schmerzen zu entfernen. Wodurch anders konnte der Glaube an seine überirdische Mission bei der Menge befestigt werden, als durch Hilfeleistung und Heilung, die bei der unwissenden Menge Wundern gleichkamen? — Und in der That! Aus der ungeheuren Menge durch die Tradition erhaltener Aus- Sprüche des Mohammed, die sich auf die Medicin beziehen, ist zu ersehen, dass Mohammed öfters ärztliche Rathschläge ertheilte (Wüstenfeld, Geschichte der arab. Aerzte S. 8) Er selbst nahm Medicamente*) (Miskat I p. 51) und wurde von Anderen um Heilmittel angegangen (ibid. p. 31). Einst kam ein Mann zum Propheten und sagte ihm: ״Gottes Gesandter, mir ward ein schwarzes Kind geboren.“ Hast Du Hoffnung, sagte der Prophet, dass es seine Farbe ändern Werde? ״Sie fallt in’s Röthliche“. Sind Flecken darunter? ״Ja“. Vielleicht ist es dann bloss eine Wirkung!des herausgetriebenen Schweisses (Fundgruben I. S. 300—301; vgl. auch Miskat II p. 127—28). Lehrt etwa nicht diese Erkenntniss, dass ein neugeborener Organismus der Ausbildung bedarf? meint der Talmud. Wenn ein neugeborenes Kind roth ist, so istder Blutumlauf noch nicht in gehöriger Ordnung, ist es aber grünlich und gelblich, so fehlt eg dem Blute noch an wesentlichen Bestandtheilen (Sabbät 130a). Als ein arab. König den R. Akiba um Rath fragte, dass seine Frau, die gleich ihm schwarz ist, ein weisses Kind gebar, ob es vielleicht gar nicht sein Kind sei? — ״Sind die Bilder an den Wänden Deines Gemahles, weissoder schwarz?“ versetzte der grosse Lehrer» ״Weise.“ ״Dann ist es in der Ordnung, dass Deine schwarze Frau dennoch in Folge des Anblickes der weissen Bilder ein weisses Kind gebar (Rab. Num. c. 9; Tanchuma Nasso c. 7; Jalkut Jeremia c. 22 § 305). (Forts, folgt.) *) Die Thatsache, dass Mohammed, als er in seiner letzten Krankheit aus seiner Ohnmacht wieder za trffch kam, darüber sehr ungehalten war, dass eine von seinen Frauen ihm wahrend dieser Ohnmacht eine ans der Hei riath mitgebracht■!( Medicin eingoss (Ibn Bischam II S. 345J, oder, wie eine Variante lautet, Oel in die Nase träufelte (Chronique de Tabari III p. 214), Widerspricht durchaus nicht der hier aasgesprochenen Behauptung, denn Mohammeds Dnsalriedenheit ist aus dem Grunde erklärbar,!dass 'damals Medicin in den ־Mund träufeln für ein Zanbermit' el galt und bei Men- «eben angewandt wurde, welche verunreinig waren und mit denen, <Wr‘Teufel sein■ üpiel trieb (Spreager HI. &> MS.) Literaturbericht Receasioaea. Perles, Dr. Joseph. Kalonymos ben Kalonymos’ Sendschreiben an Joseph Kaspi. Aus der Münchener Handschrift zum ersten Male herausgegeben. München, Th. Ackermann. 1879. XVI und 28 S. Lex. 8*. Ein Unicum nennt der gelehrte Herausgeber dieses Sendschreiben, naeji Styl und Inhalt interessant und werthvoll. Werthvoll wird diese interessante Piece erst durch die lichtvolle und glückliche Analyse, welcher Hr. P. die von ihm edirte Handschrift auf das Sorgsamste unterzogen. Kann auch über den Autor des vorliegenden Sendschreibens, wie über Denjenigen, an dessen Adresse sie gerichtet ist, kein Zweifel bestehen, weil die Handschrift selbst in ihrer Ueberschrift, wie am Schlüsse sich unzweideutig darüber ausspricht, so enthält sie doch über den Titel der angefochtenen Kaspi* sehen Schrift keine directe Andeutung. Bei der literarischen Fruchtbarkeit Kaspi's ist es nicht leicht, die incriminirte Schrift zu errathen. Aus gelegentlichen. Aeusserungen des Kalonymos in seinem Sendschreiben combinirt Hr. P. mit unanfechtbarer Bestimmtheit die hier in Betracht kommenden Daten. Es gelingt ihm so, zwei literarische Erzeugnisse der Vergangenheit zu entreis8en, zunächst das von ihm zum ersten Male edirte Sendschreiben des Kalonymos selbst und die Von Kal. angefoohtene Schrift Kaspi’s. Hr. P. eruirt mit an Evidenz grenzender Wahrscheinlichkeit, Kalonymos habe Kaspi's, unter dem Titel הסורי 'D erschienene, Schrift Uber schwierige, dunkle, räthselhafte Bibelstellen: (riTTID) apgqgriffen. Ueber die Argumente im Einzelnen können wir an dieser Stelle nur auf die sehr beachtenswert hen Ausführungen des Herausgebers (pg. III—XIII) yprweisen. -Zeit, Ort der Abfassung, Namen der Lehrer, Cit&ie aus den dem Kalonymos sehr geläufigen, *um Theile von ihm selbst übersetzten Schriften des Aristoteles, Alexander1 Aphrodiaias, Themistius,. Alfarabi, Ibn. Sina, Algazali, Ibn-al-Chayeg, Averreös, Ihn al Tabei al-Bagdädi u. A. sprechen dafür, dass der bekannte Satyriker Kalonymos, der Verf. des כחן ptt, das vorliegende Sendschreiben an Joseph Kfspi gerichtet habe. Vielleicht zeigt sieh selbst in dem. geflissentlichen Verschweigen des Titels der angefochtenen Kaspi’schen Schrift ein satyrischer Zug. Kalonymos, der gegen ס8׳יז0ף בפל הסול Felde zieht, macht anscheinend ein סוד daraus, gegen welche סודות sich sein Angriff richte. Um so detaillirter sind aber die einzelnen Punkte des Angriffes markirt, 80 dass den Zeitgenossen auch nicht der leiseste Zweifel entstehen konnte, über welche mysteriöse Schrift Kaspi's der Stab gebrochen werden sollte. Es wäre sonst mehr als auffalleud, dass Kalonymos, der so oft dazu Veranlassung hatte, auch nicht ein einziges Mal den Titel der Jlaspi'scben Schrift verr&th.. WennHr. P. annimmt, dass Kalonymos mit Kaspi nicht nur verkehrte, sondern auch persönlich mit ihm befreundet war; so haben wir wenigstens von der vielgerühmten Freundschaft Nichts finden können. Persönliche Gereiztheit und schlecht verhohlener Unmuth sprechen eich gleich im Eingänge seine« Schreibens aus, wenn er sich beklagt (pg. 2): זלי אני עבדך וליתר חברים מקשיבים פזורים במאות מחוזנילא קראת י י אך פ?ב״פ תואיל ולא קראתני ד.יחה ובדעתי לבלתי אענה בו *Auehdie bisweilen hervortretenden Versicherungen der Werthsch äteung and Hochachtung wird man dicht alisa erast .nehmen dftrfc*. Wenn eie nicht dazu dimea, die Pillen des bitteren Tadels 3u versttMaa,'*0 können, sie .nur «neu ireniashen Sina haben. Sie ständen sonst in einem unversöhnbebew t -J' mmnmsnttmmmminiwwnaisWBSnweMMiaflstttfittliMfeilMifctt

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