Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 41 u. 42. (8.10.1879)
- Date
- 1879-10-08
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/5367336-6488236-8755769--1388-4854775- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Auf folgende unbedeutende IncQrrektheiten, die unsere Schrift neben ihren vielen Vorzügen aufzuweisen hat, glauben wir jedoch den Verf. aufmerksam macbön zu mUs9en. Im Abschnitt 2 Beweis 4 CT. S. 7) heisst es: ואם האמת שמציאות האנשים האלה נמנע הנה אין החיוב' מצר הדת ו נמנע אלא מצד היותו אפשר, dazu heisst die Ueber- Setzung: ״Wenn nun auch die Existenz solcher zwei Menschen unmöglich ist u. 8. w.“ In diesem Satze kann נמנע nicht bedeuten unmöglich, ebensowenig א£שר möglich, sondern נמנע bedeutet an dieser Stelle ״in Wirklichkeit nicht vorhanden“, und; ״ אפשרlogisch denkbar“. Die Uebersetzung des ganzen Passus wird dann lauten: ״Wenn auch die Existenz solcher zwei Menschen in Wirklichkeit nicht vorhanden ist, so wird die Nothwendigkeit sich nicht folgern lassen aus der nicht vorhandenen Wirklichkeit, wohl aber aus dem logisch Denkbaren.“ Ferner sind in dem Satze(T. S. 8 Z 8) הרי שעם היות שעברו מהאפשריים מה שעברו מששת ים• בראשית היה ראוי זה ליפול die Worte: מששת ימי בראשית von Bloch als Schluss des Vordersatzes aufgefasst worden, was wohl als Anfang des Nachsatzes einen besseren Sinn gebe, zumal nur nach dieser Auflassung der Nachsatz in Kreskas’ Erklärung dem Wortlaute des Talmud entsprechen würde. Denn auch dort ist מששת ימי בראשית mit היה ראוי ןך לי$ןל zu! einem Satze verbunden. Der Verf. beabsichtigte vielljeicht dadurch die Annahme von einer prädestinirten Vorausbestimmuag und Nöthjgung zu beseitigen. Allein nact) Kreskas wird die Nothwendigkeit zur Wirklichkeit erst nachdem die letzte Ursache eingetreten ist, bis dahin bleibt sie noch immer ia der Schwebe, insofern die Nothwendigkeit nicht in der Wesenheit des Manschen als Mensch liegt, als vielmehr in der Aufeinanderfolge der Dinge von aussen her. In einem kleinen Anhänge zu der Uebersetzung giebt der Vf. einen Ueberblick über die ganze Abhandhing. Er zeichnet mit kurzen und klaren Zügen den ganzen Hergang derselben, hebt die wichtigsten Punkte und Momente, welche der Abhandlung zu Grunde liegen, in prägnanter Weise hervor und gelängt endlich zam Resultate, dass Kreskas einen Unterschied macht zwisehen Dingen, bei defcen Willensfreiheit nicht angeht, and dem Menschen, dem die Willensfreiheit ianewohnt. Jene unterliegen durchaus der Nothwendigkeit, und von einem Möglichsein kann bei ihnen nor noch mit Rücksicht auf ihre Wesenheit die Rede sein, insofern sie ihrem Weseu nach nicht Dasjenige sein müssen, was sie durch Einwirkung von äusseren Ursachen zu werden gezwungen sind. Dieser aber ist vom Standpunkte der Thora auch in Bezug auf die Ursachen frei, kennt kei- 1 nen Zwang und keine Nöthigung und nor in Bezug auf das Wissen Gottes findet bei ihm Nothwendigkeit statt. Alles dies ist in der Uehersicht mit solcher Klarheit auseinandergesetzt, dass nichts zu ■wünschen übrig bleibt, und entspricht auch dem Wortlaufe (T. S. 7 Z. 12} והבלל־העולה מדברינו u. 8. w. Nur müsste der Verf. in der Uebersetzung sich selbst conseqaent bleiben und die Worte (T. s. 6 z. 7) ולזה חיה האמת הנסוד demgemäss nicht mit ״demnach ist es auch di^ volle Walirbeit“, sondern ״demnach dürfte auch dies qie volle Wahrheit sein“. Kreskas gebraucht hier mit! Absicht nicht •die Worte וחוא הרעת הנבון, wie weiter tr. v. <l z. 7 v. u״ aoadern ולזה היוג. Abgesehen van •diesen unbedeutenden Mängeln, die blos als lapaus liaguäe aazusehea sind, jeaan die Arbeit als ■eine trelBich (gelungene bezeiohaot werden und wkre •e» «u wünschen, dass .der Verf., da ן er dnrth den Besitz der besten Handschriften, durch ’ »ein umfassender *Wissen auf diesem Gebiete and «ein•' *Klarheit und Präcishm in der Uebersetzung und ■W18>־_ dergnbedes ■ganzen ideenganges Dotgazäge ■zu bieten-ver- ׳ i nmg, was auf «fiesem Gebiete noch nacht geschehen ist, seine diesbezüglichen erfolgreichen Stadien fortlaufend veröffentliche. Nehemias Kronberg. Wolf, Dr, G״ Die-Gesehiehte Israels' for die isk־ Jugend. Sechste verbesserte Auflage. L׳—III. Heft. Wien 1879. A. Hölder. Hr. Dr. Wolf ist seit 28 Jahren Religionslehrer in Wien und somit eia praktischer Schulmann. Bücher für die Volksschule sollen nur von erfahrenen Lehrern verfasst werden. Nur diese finden den rechten Ton der Darstellung, der dem jugendlichen Fassungsvermögen angemessen isr, sie haben das richtige Gerat! für Dasjenige, was auf das Gemüth und den Willen de* Kindes einzuwirken vermag, den Tact der treffenden Auswahl des Mitiutheilenden, des za Betonenden, wie des zu Uebergehenden. " Hr.Dr. W. besitzt diese Eigen־ schäften, die ihn ausnehmend zur Abfassung eines - Lehrbuches für die Jugend befähigen. Seme ״Geschichte Israels“ zeichnet sich durch eine der entsprechendes Altersstufe ganz angemessene Diction, übersichtliche Eiatheilung des Stoffes und durch möglichst« fisbetfreoe aus — ein Vorzug,* den man so mancher bibiirebea Gesohiehte nicht nachsagen kan», wo■ der P-haatane und dem Gemüthe auf Kosten der richtige* Cterroetheity der Reprint uetion za viel Spielraum eingeräumt wird. In der sechsten Auflage «uterBOg- Hr. Wt namentlich dis stilistische Seite einer eingehenden und gelungenen Rerision, wobei ihm der Rath bewährter •Collagen wohl zu Statten kam. Die Darstellung bat nun an Ge&liägr- , keät und Bündigkeit gewonnen. Eibe praktische Küv riebtuag ist auch die Zerlegung des Schulbuches in 3 j Heft«, wodurch dar Preis für jede Klasse noch geringer 1 wird.*) Ein 4. Heft soll als ״Anhapg“ eine kurzgefasste Geschichte der Jgden seit der Zerstörung des Tempels bisanf die neueste Zeit enthalten. Sie Ausstattung ist , eine vollkommen ibefriedigeade and ao können wir diesem guten Sebutbuehe die weiteste Verbreitung und segensreich«; Wirksamkeit wünsckMn. —tu. ttdboH, Carl, Das Judenthum und die Reli- ן gion der Humtä-ni^ät. Vortrag. Maaabeim. 1879t Unter allen Schutzand Vertbeidigangsachriffea,**) die in neuester ■Zeit gegeudie inhumanen Angriff» wider! das Judenthum erschienen, dürfte keine 80 geeignet sein, jedes religi&ae Vorartheil aubeseitigen, wie dar rabrkirte Vortrag, welaher im Geigta dar «it«m ' Propheten (8. Zacharia 8, i6) nach Wahrheit Gerech•» _ tigkeit und Friedfertigkeit urtheiit 1 a) Nach Wahrheit, indem er von dem kireh* liehen Glauben über die Persönlichkeit Jesu Alles entfernt, was mit der reinan Vernunft in Widerspruch steht, somit den chmMlicbaa Rehgienaitiftar ad» ■einen zwar ■edlen, abef immer hin blos menmbtiaheu Uh*« .r a k te r darstellt 1 ־ b) Nach Gerechtigkeit, indem er naebwaistj dass Je?!8 die Grundlehaen der GottaserkannUiim und Menschenliebe der Mutterreligion dar. Juden tfe ums aafe liehen, habe; weshalb das Cbaidnntlmm, ab Tvob« tevreligioa, idas Jadeathnm hoefaaahta* und nicht hassen sollte! c) Nach Fuiedfertägdcait, *htdam *ein ganze• Streben in ■Wort und Schrift dahinzieH, .»ftf d.er-.Rjpi8 jener Gruwüehren die Religion der BüfoanUftt *um Gemeingate der Menschheit zu machen und somit die *7 t« kommt jeder Theil nor *»f <te« W—W deateche :Si t.1.