Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 41 u. 42. (8.10.1879)
- Date
- 1879-10-08
- Page
- Seite 165 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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heue Gesetzbuch veröffentlicht worden sein, 80 hat man gerade zur rechten Zeit die Geschichte von dem Nasi Simri ben Salu erfahren, der sich eine moäbitischmidianitische Fürstentochter zum Weibe genommen, welchem Beispiele noch andere Israelitin gefolgt waren, was den Zorn Gottes erregt hatte, i Die Frage der ehelichen Verbindungen von Ammonite^n und Moabitern Stand gerade auf der Tagesordnung utid war von aktuet lern Interesse. Ein Vorfall, dem obigen zum Verwechseln ähnlich, dass man an eine Kopije denken möchte, hatte sich gerade zugetragen. Ein j vornehmer und angesehener Judäer, Mitglied der hohenpriesterlichen Familie, heirathete die Tochter des Häuptlings Sanballat und weigerte sich trotz aller Strenge iEsras und Nehe* mias die Ehe zu lösen. Würden wir nun nach derertigen Kriterien die Entstehungszeit des Gesetzbuches bestimmen, so müsste man das elohi^tische Werk bis Zu diesem Moment herabrücken, ihm; auch eine offenkundige, antisamaritanische Tendenz zuschreiben. Die Thatsache aber, dass die Samaritaner den Hexatench als ein heiliges Buch übernommen haben, steht gegenüber diesen hyperkritischen Deduktionen wie eine feste Mauer. (Fortsetzung folgt) Literarische Notizen. Von Dr. L. Lewysohn, Rabbiner in Stockholm. (Fortsetzung.) 111) Wie ausführlich auch die ,betreffenden Com-, mentare im Ajin Jacob die Talmudstelle Tanit 14b und 15a behandeln und namentlich den eigentlichen Sachinhalt erörtern, berühren sie dennoch nicht die grammatische Seite der Stelle, obwohl diesje, wie ich glaube, im hohen Grade auffallend sein must. Ibid. 15a heisst es: אי הוה כתיב ושרים ישתחוו כרקאמרת, d. h. in diesem Falle wäre das Waw distributiv oder adversativ, die Könige nur קמו, die Fürsten nur .השתחויך; nun aber sagt derselbe Talmudist auf der vorhergehenden Seite: ויהושע הא והא עבור, d. h. das Waw vor dem nomen ist impltcativ: Josua bedurfte Beides ■נפילה und קריעה (siehe Raschi). Hier wird also ein^ sprachliche Construction von demselben Talmudisten entgegengesetzt erklärt. Ich vermuthe daher einen Druckfehler, und es muss 15a heissen: אי הוה כתיב שרים! ישתחוו כדקאמרת, also adäquat oben אי הוה כ' ׳יהושע כרקאסרת, und es wird alsdann von jenem Talmudisten. Rabbi Sera, angenommen, dass in ereterer Stelle das Waw vor dem nomen, in letzterer das Waw vor dem verbum die implicative Bedeutung andeutet, — Wie ich nun im Ajin Jacob näher nachsehe, hat רי“ף die unrichtige Lesart ־ושרים der Text selbst aber vereinfacht die Stelle dadurch, dass er ושרים gänzlich weglässt, was aber nicht nöthig ist, da שרים adäquat יהושע ist. 112) In den ersten zwei Zeilen: Tanit 16b bedeuten die Worte היינו מיטפל ואין לו היינו ביתו ריקם sicherlich nichs anderes als eine Frage: Sind doch beide Begriffe dieselben? worauf die Antwort, dass ביתו ריקם nicht den materiellen, sondern den sittlichfen Mangel bedeutet• Raschi hingegen nimmt היינו im Sinne von איזהו, wb־ von ich den Grund nicht einsebe, umsomehr, da nur ביתו ריקם und nicht מיטפל ואין לו erklärt wird. היינו היינו ist sicher dasselbe, wie das häufig vorkommende ד|יינו הך• 'Sehr merklich ist die Stelle tot Ascl eri; er hat das £njte היינר gar nicht und las אנא* רב, was in den Ausgaben nicht vaahcKnmt — Bemerkenswert!! ist. ferner Maimuni, der imMflpijrniertar zu unserer Misshna ביתו ריקם Im doppelten Sinne׳ (materiell und sittli( b) erklärt, während I er im Jad (Hil. Tanit §. 4,4) nur die sittliche Bedeutung ׳ demWorle unterlegt. Es ist dies jedoch, Leicht erklär* lieh, in der Mischna fehlt יםפל&, und' daher kann בית ריקם Zweifach erklärt werden, im Jad hingegen citirt Maimuni auch מיטפל, weshalb ב“ר nur die sittliehe Bedeutung haben kann. 113) Römische landläufige Sprichwörter im klassisehen AUerthume konnten schon damals in eia respectables Alter zurückschauea, da dieselben in nichts Geringerem als in der Bibel schon ihre frühe Spur nachweisen können. Wir wollen einige derselben anführen. 8״i taeuisses philosophus man8isse8u ist dasselbe als גם אויל מחריש חכם יחשב (Prov. 17, 28): — ״Omne nimium nocet“, den Gedanken betont der bibl. Prediger17—16 ,7) ׳) nachdrücklich durch: אל תתחכם יותר למה תשוסם, oder durch: ,אל־ תהי צדיר, הרבד und —(*.אל תרשע הרבה ״Festina lente“ liegt zu Grunde den bibl. Worten המאמץ לא יחיש (Jes. 28, 16) und בעתה אחישנה (R4d: 60, 22). — ״Manus manum lavat“, der Nexus zwisehen Ursache und Wirkung •ist unverkennbar in שובו אלי ואשובה אליכם (Mai. 3, 7), oder in אני לדודי ודודי לי (H. L.6,3). — ״Ex ungue leonenj“, soviel wie במעלליו יתנכר נער (prov. 20, 11). — ״Simile simih gaudet“, Hegt zu Grund dem שמחו באבימלך דשמח נם הוא בכם (Richter 9, 19), hier ironisch, dagegen ernst in לשמח בשמחת גייך (Pb. 106,5). — ״Ars longa vita brevis“, hierfür קצר ימים ושבע רגו (Job 14,1), prägnanter ist freilich das Wort in der Mischna: היום קצר והמלאכה מרובה. — Im selben Kapitel erinnern die Worte: אבנים שחקו מים an das bekannte ״Gutta cavat lapidem“ (non vi etc.) —■ ״Ira insania est“ ebenso מס כחיק כסילים ינוח (Pred. 7,9). — ״Errare human um est“, soviel i wie שגיאות מי יכץ (Ps. 19, 13). —.״ ־Vox populi vox Dei“ findet freilich den prägnantesten Gleichlaut im rabbinischen:קול המ1ך כקול שדי, allein auch in der Bibel ist der Gedanke angedeutet in ואת רוחי אוץ כקרבכם (Ezech. 36,27), woraus die Mischna deducirt, dass Gottes Wohlbehagen nach dem menschlichen Wohlbehagen sich; richtet (s. L. Heller zu Aboth 3,10). — ״In vino veritas“ entspricht freilich dem treffenden bekannaten Worte נכנס יין יצא סוד, aber auch in der Bibel sehen wir, wie! der Wein die Zunge löst, so heisst es: ויאכלו ויקללו את אבימלך (Rieht. 9, 27). — ״Finis coronat opus®* findet sich klarer im אץ המצוד. נקראת אלא וכד ausge* drückt, allein auch in der Bibel wird vom thatkräftigen Manne gesagt: לא ישקם האיש כי אם כלה הדכר (Ruth 3, 18). — Das drastische ״nö sutor ultra crepidumf findet einen milderen Ausdruck in לא הלכתי בגדלות ובנפלאות ־סמני (Ps. 131,1). — ״Eaota loquantur“ Regt zu Grund für עשית ITO דעי (Jerem. 2, 23). — ״Tempora mutantur et nos mutämur in illis“ erklärt genügend den aaijhllenden Umstand des 8. Verses im 1. Kap den Exodus: der neue König hatte neue Gesinnungen. —f* ״Sapienti sat“, so wird bekanntlich irp Talmud (Erubin 65b) das bibl. תן לחכם רחכם עוד (prov. 9, 9) aufgefasst, prägnanter ist ״ — .די לחכימא ברהיזאAut Oaessfr aut nihil“, so entschieden bat «8•$-תשא חטאתם ואם אץ מחני (s. Raschi Zu Exod. 33). — ״flat justitifc et pereat mundus“, so geschah en in Jemsalenj אסרתו אשדשוד. ם:םי,קדס הרס ולא חמל (Ktag«**l% — ״Consuetudo altera natura est“ prägnant kannten rjgjjQ Snfti a^>er 8c^K,n biblisch» ך נם כיש$ן לא יסור ממנה (Prov. 22, 6). — tjebheher dss tsiawd.יכל ימרסננגל וכי