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Das jüdische Literaturblatt · 1879-09-24 · No. 39. (24.9.1879) · p. Seite 154

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 39. (24.9.1879)
Date
1879-09-24
Page
Seite 154 (sequence 2)
Language
German
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1 der Unparteiisch• zur Erörterung deij Frage, ob die Juden den Wucher mehr als die Christen betreiben, ein grosses statistisches Material herbeibringem werde? Nichts vao alledem; der Aator ist kein Freund von.laagweiligen Zahlenreihen, aber der Unparteiische entblödet sieb, ohne all und jeden Beweis zu schreiben: ״Immerhin wird man zugeben können, dass in!manchen Gegenden der Wucher stark von Juden ־betrieben wird.* Es ist wahr, dieser Satz ist verklausulirt; aber wenn nachher die Häufigkeit des Wuchers bei den Juden aus der Natur des Judenthums hergeleitet wird, 80 vor- Heran ja diese Klauseln all ihre Bedeutung. Wäre die lächerliche Behauptung unseres Unparteiischen richtig, dass die Fülle des Ceremoniells schuld! sei am Verfall der Sittlichkeit und die Juden sonach auch zum Wucher verleite, so müsste ja naturgemäss, da die Ceremonien, die Sabbathe und die' Feste *fast Überall noch heute geehrt und befolgt werden, der Wucher überall unter den Jeden grassiren. Der Verf. spricht sich selbst sein Urtheil, wenn er sagt, es sei leichtfertig, vom Theil auf das Ganze zu schliessen, und noch leichtfertiger, aus luftigen Hypothesen schwerwiegende Consequenzen Zu ziehen. Und es ist wol der Superlativ der Leichtfertig* keit, wenn dies ein Jude (wenn wir nicht irren, ein jüdisoher Rabbiner) in Bezug auf seine; Glaubensgenossen thut7 e Der Verf. spricht von einer tielfach sich offenbarenden Genoss- und Prunksucht der Juden Wir bitten den Unparteiischen, in ganz Deutschland herumzufragen, ob gerade die Juden im Bier- und Weingenasse das Meiste leisten, und er wird hören, wie: sehr wir hinter _ unseren nichtjüdischen Lapdsgenossen hierin zurückstehen. Der Unparteiische sagt: ״Der Abscheu gegen den Wueher ist unter den gebildeten Jaden Ijängst erwacht * Wir erklären ihm, dieser Abscheu hat Imterden Juden nie geschlafen, denn 80 schön und ergpriesslich auch die moderne Bildung ist, (hätte sie der; Unparteiische, er würde gewiss nicht einen 80 schlechten Styl schreiben) der Jade hat sie nicht nöthig, um den Wucher zu verabscheaen. Der Verf. spricht ja gelbst vom Chiliul haschem, den jeder fromme Jade peinlich vermeidet Wir lesen zwar S. 14; ״Selbst zu einem wenn auch noch so schwächlichen Triumphe g:egen eine uns antipathische Richtung innerhalb des Judenthums diese Erwägungen aaszubreit^n, wünschten wir nicht*. Aber wir sehen hier nur die Pfiffigkeit, die vorgiebt, das nicht za wünschen, was | ihr eigentlicher Zweck [ist; denn das ist des Pudels KernJ die Frommen solle« «18 die Unsittlichen denuncirt und discreditirt werden.' Während in Wahrheit Gebete, Feste, Sabbathe u. a. an Gott mahnen und dadurch sittliches Verhalten erwecken, pfytidirt der Aator für die Behauptung, dass die Frömmigkeit die Sittlichkeit untergrabe. Die Thatnaohre, dass es Scheinheilige giebt, ist dein ^Unparteiischen* eirr Anlass, überhaupt die religiösen Bräuche zn verurthrilen and als die Ursache aller fmmorälHät aazttktegen. Wer wuchert, so meint der Autor, emsbebsire dies gleich- •am dadurch, dass er de« fSabbäth Mk Das kommt allerdings hin und wieder vor, aber dies verallgemeinern heisst nur, den wirklichen Sachverhelt auf den Kopf stellen. Wer den Sabbath ehrt, das Gotteshaus besucht, der erfährt dort eben, dass Thora und Propheten gegen äusserliche Werkheiligung eifern und auf Gerechtigkeit und Menschenliebe dringen. Wer Tephillin legt, der soll dies in dem Sinne tliun, dass auch im Alltagsleben unser Denken und Handeln ein gottgeweihtes 6ei, und selbst wem dies nicht klar vor der Seele sieht, dem wird jedenfalls die Uebung einer gottesdienstlichen Handlung die Stimmung heben und dadurch der Sünde den Zugang erschweren. Der Unparteiische jedoch will für seine Reformideen Kapital schlagen, und so beweist er (oder vielmehr er möchte uns einreden, dass er beweise), wie nur die conservativen Juden Wucherer sind, ja wie das conservative Judenthum zum Wuchern erziehe. Wie gefährlich wäre diese Deduktion, wenn sie wahr wäre. Das sieht auch der Unparteiische ein und sagt am Schluss, er habe nnr eine Kritik der Vergangenheit geliefert. Aber das ist offenbar eine .,pfiffige Zurückhaltung1‘. Denn im Wesentlichen sind noch heute Feste und Formen und Bräuche, die die Religion uns vorschreibt, uns heilig, wie sie unseren Vätern waren. Dass der Unparteiische noch eine Lanze für Rabbiner bricht, ״die auf dem Wege eine harmlose Tasse Bouillon in einem christlichen Gasthaus trinken“, bringt uns nur auf die Fährte, auf welcher wir den Autor zu suchen haben, diesen Autor, der um seiner Parteizwecke willen seine Glaubensgenossen anklagt, der Thora und Talmud im Munde führt, aber die auf Thora und Talmud basirende religiöse Satzung der gegenwärtigen Judenheit als Ursache einer Krankheit denuncirt, deren Vorhandensein aufs Energischste bestritten wird. Wir warnen vor diesem Unparteiischen; wir wollen von 801eben ״falschen Freunden“ nicht wissen. Das ist kein Stern, der Licht verbreitet, sondern ein Irrlicht, das in die Sümpfe lockt, — das ist Mephisto, der den Pferdefuss versteckt. Z. Wort und That. Das Augustheft der ״Deutschen Rundschau“ bringt eine Abhandlung Eduard Laskers unter dem in der Ueberschrift genannten Titel, die den berühmten Verfasser als eingedenk der גרסא דינקותא zeigt. Scharf zeichnet er den Unterschied des Menschen von den Thieren. ״Die kunstreichsten Einrichtungen der Thiere bleiben in dem Bannkreis ihres der Noth entsprungenen Anfangs; es vereinigt sich nur und hält zusammen, was einzeln nicht stark geaug ist, um seiaen Bestand zu sichern, was nach Naturanlage zusammen bleiben muss, damit es lebe, zeuge und die Brut erhalle. Den Mensehen allein trieb die Rede zu der höheren Gemeinschaft, welche ihre Kreise immer weiter schlägt und zuletzt die ganze Gattung mit dem gemeinschaftlichen Gefühl um fasst, dass der Mindestwiehtige doch in der Schätzung seines menschlichen Wesens Keinem gleichgültig,• und in einem gewissen Sinne, wo es sich um die persönliche Existenz j handelt, jedem Anderen gleichwertig ist.“ — Sind das niclii Reproductiomen der Targamübersetzung von 1. b. Mosi• ד,ג rm ®ויהי האדם לגט mit לרוח םמללא vaär י . I

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