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Das jüdische Literaturblatt · 1879-09-17 · No. 38. (17.9.1879) · p. Seite 151

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 38. (17.9.1879)
Date
1879-09-17
Page
Seite 151 (sequence 3)
Language
German
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sich zur Peripherie wie 7 zu 22, alsq zu einer etwas grössern als dreifache Zahl des Diamel^rs. (Jenes Werk, welches 8 jüdische Comnientatoren uni von christlicher Seite 3 lateinische und 1 deutsche Uel ersetzung gefun*. den, ist zum ersten Male von Kalisch (Rabbiner in Newark, Neu-Jersey) in's Englische ihersetzt und mit erklärenden Noten, sowie einer Skizze;über den Talmud versehen. (Fortsetzung folgt.) Literaturbericht. Reccnsln». 1) Programm der Religionsschule der Geineinide Adas8 Jisroel von Dr. Hildesheimer; vorangel^t: der geschichtliche und literaturgeschichtliche Unterricht in der Religionsschule von Dr. D. Bär na 88. Dieses Programm enthält einen ’ erfreulichen uind einen recht unerfreulichen Tbeil. Dter erfreuliche ist der Jahresbericht; er erzählt kurz unji bündig die T11|at* sache, dass 295 Kinder durch diesä Privatanstalt im Worte Gottes unterrichtet werden.; Dagegen ist die sogenannte wissenschaftliche Abhandlujng ein ungeniess* barer Brei von abgestandenen Phrasen, der nicht die geringste Anregung und Belehrung für den Pädagogen bietet. Wir müssen es anerkennend hervorheben, dass Hr. Dr. Hildesheimer diesen ״Pädagogen“, der über Geschichtsunterricht schreibt, wie ausj dem Berichte zu ersehen, nicht Geschichte unterrichten lässt. Das verräth einen ausgezeichneten Takt, djen wir Hm. Dr. Hildesheimer nur auch bei anderen Angelegenheiten wünschen möchten. vor den leidenschaftlichen Gluth, die mit ihrem Feuer die Kirche von Grund aus zerstören möchte. Es ist von Infang bis Ende Leine Parteischrift, aber der Verthei* iiger hat einen schweren Stand, wenn der Ankläger mit jo vielem Eifer die Waffen äus dem Arsenal der Geschichte, aus der Philosophie, aus dem eigenen Gemiithe hervor holt und njit so vielem Geschick verwendet. — iKein Denkender wird diese Skizzen ohne tiefe Bewegung lesen, ja selbst der gläubige Katholik wird ihre jtheil weise Berechtigung und Wahrheit nicht läugnen!und es beklagen, dass seine Kirche solche Auswüchse!hervorgebracht habt). Und 80־ erzählt denn auch der Verf. auf S. 66—74 von einem Auto-da-F6 in Sevilla, wo Juden zur grösseren Ehre Gottes verbrannt wnrden. So rächt sich die alte Schuld, 80 dass jetzt Christen an die Scheiterhaufen mahnen, anf denen die Kirche die glaubenstreuen und edlen Genossen unseres Stammes verbrannt hat, um den Hass gegen die Kirche zn schüren, um, wenn ich so sagen darf, an diesen Scheiterhaufea den Brand zu entzünden, der die Kirche verzehret» «oll. Die Gegenwart möchte die religiösen Fragen ia Frieden lösen; aber sie trägt zu schwer an der Schuld, aa der überkommenen Last vergangener Jahrhunderte. Wir Juden haben vergessen, da wir nicht mehr leiden, aber die nichtjüdische Welt, die noch heute unter dem Drucke herrschsüchtiger Priester leidet, bangt für sich, und!aufgeklärte Schriftsteller suchen zur Warnung die Ge-, schichten hervor, die wir Juden gern vergessen möehten, ja fast schon vergessen haben. Die Schrift ist als ein Zeichen der Zeit der Beachtung werth. Z. Rabbinowici, Dr. S. M., Legislation civile da Talmud etc. Besprochen von Landrabbiaer Dr. Kroner. (Schluss.) 2) Biographie des Rabbi Mose« Sopher von M. Herzfeld. Wien 1879. Hr. Herzfeld ist auf die Gegenwart sehr schlecht zu reden. Er fragt wie wir, wozu seine Biographie von Moses Sopher {»ut sei; aber er ist glücklicher als der Ref., denn e r findet eine Antwort, wir nicht. Er beklagt es, ״dass nahezu das ganze Zeijgeschlecht modern geworden sei und von solch erhabenen und ernsten Dingen nicht gern reden höre“. Er jineint, ״im Juddnthuin ist leider ein furchtbarer Nihilismus eingerissän, ein religiöser Nihilismus der allertrslurigsten Art Die geoffenbarte Lehre wird vielseitig als! eine Art Dichtung gedeutet und mitleidig vom hohen Rf>ss herab kritisirt.“ Kurz, nicht nur der Siil des Hm. Hefzfeld, sondern die ganze Welt liegt sehr im Argen. Darum ״beschwört er die antike Gestalt des Chas9ent Sopher“, darum ״ruft er seinen heiligen Schatten hervor“ und giebt uns von diesem ״Marschall des Judenthulms“ auf14 ־ Seiten einige dürftige Daten über seinen Lebensgang. Von der wissenschaftlichen Arbeit dieses Tajmudisten erfahren wir nicht ein Jota. Wahrlich ein billiges Recept für die todtkranke Zeit. Am Ende ist atfeh dem Hrn. Autor nicht gar so viel daran gelegen, diä Zeit zu kuriren, sondern er wäre schon zufrieden, wenji das Recept ihm helfen möchte und seine Schrift gekauft würde. Kreunjde literarischer Curioaitäten müssen sich an den Autor direkt wenden. 3) Die Geheimnisse der Gräber! Jerusalems von M. Herzfeld. 10 S. :! Die Schrift besitztälle —Vorzüge (der obenerwähnten. . u. 4) Moralische Kleinigkeiten aus dem Schosse der alleinseligenden Kirche. Zürich. Veriagsmagazin. 1879. Es ist eine gewaltige, dämonüche Beredsamkeit, die hier bald ihre spitzen Pfeile, bald ihre schweren Keulen auf die katholische Kirche richtet. Auch der Unbeteiligte erschrickt vor der Energie des Hasses, 3) Einleitung. S. 18, דל שקול לנפשך Baba Meüa 28b, übersetzt der Verf. an zwei Stellen verschieden. S XVIII sagt et: qu’il pouvait lagarder, und Seite 13t in der Uebersetzung von B. m. Va le prendre ponr ea fäire ce que tu veux. Verf. nimmt übrigens an^ dasa R. Ami das gefundene Geldgeräth für einen Anderen aufbewahren wollte, was nach persischem Gesetzei dem gemäss alles Verlorene dem Fiscus gehörte, nicht ge* stattet war. Was R. Ami mit dem Funde machen wollte, ist 6ehr ungewiss, es konnte ja ein Fall sein, wo der, Gegenstand auch ihm als Finder zu eigen werden konnte. Wozu übersetzt Verf.. nicht geradezu לנפשך poar toi, und warnm sollte es nicht einer der Fälle sein, wie er B. M. fol. 24b unten angegeben wird. 4) Einleitung zu B. K. S. Xlit und XLIII. Verfasser behauptet, dass man unter דרש nur die Anlehnungen eines Predigtstoffe« an einen biblischen Vers zu verstehen habe! dass alle scheinbar durch den דרש abgeleiteten Gesetze solche seien, die nicht durch Exegese abgeleitet und neu seien, sondern solche, die traditionell waren und nur an die Bibel aa ge passt wurden Also der Drasch sei nur Assmächta, und ia der Misch nah finde man gar keinen Derasch. Wie Verf. Letzteres aufrecht halten will, ist schwer fassbar. Er vergleiche doch Beracboth 1,3; ibkL 1,5; ib. 3,3; Peah 7,7; Kilaim 9,8; ferner Scheb 1,4; ibidem 10,8; Gittin 9,(10; B. K. 4,3; B. Mez 2, 9 und 10; Synhedria 8,2.י Ganz in die Augen fallend ist aber Sotah 8,4 und!8,3 סה להלן * * * * י אף כאן ibid. 6,3. Dass nicht nur 9“ר den Drasch angewendet, sonder• sogar auch רכי| beweist Sota 5,1. Es ist abei־ ebensowenig total durchführbar, int sagen, dass m nete, die eine beweist folge! einer Frau •ei, und sie mit דרש nur An lehn ungan heceich* nfäahe Exegese nicht suliessen. Da» es Beispiel in Jeb&m. 10, 3: Mac hat U, dass ihr Mann in der Ferne gestorben in Folge dessen ein neues Ehebüad-

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