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Das jüdische Literaturblatt · 1879-07-30 · No. 31. (30.7.1879) · p. Seite 123

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 31. (30.7.1879)
Date
1879-07-30
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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י ן. ,וי**ו*ץיי״יי־1. — 3נ1 — Bilde eines ״zottigen Bockes“ erwähnt wird, hindeuten will. Es scheint, dass es eine Tradition i<n Judenthume war, dass Daniel daselb9t auf Alexander, d«jr das medisch• persische Reich zerstören wird, weissagte. 1 Saadja Gaon, Ihn Jachja und Ralbag sagen zur betreffenden Stelle, dass unter dein ״Bocke“ Alexander der jjlacedonier gemeint sei. Wo ist aber die Quelle dafü)•, aus der die Auslegung geschöpft wurde? Die Deutungen solcher be* rühmten Männer sind keine willkürlichen gewesen, sie hatten einen geschichtlichen Hintergrund, und der soll und in usS gefunden werden. Die eifste und älteste( Spur dieser Quelle tindet sich bei Josebhus (Antiquit. 11, 8,5). Josephus erzählt: ״Als sich Alexander Jerusalem näherte, da gingen ihm die Edelsten des Volkes mit dem Hohenpriester an der Spitze entgegen. Alexander steigt beim •A,nbl.icke des Hohenpriesters aus dem Wagen und erweist ihm göttliche Ehre. Als ihn Parmenio darüber zur Rede stellte, sagte Alexander: Als ich noch zu Dio in Macedonien war, da erschien mir dieser Mann im Traume und ermunterte mich, gegen Darius zu ziehen, denn er wolle mir das persische Reich übergeben. Hierauf führte ihn d^r Hohepriester in den Tem! el und las ihm eine Stelle aus dem Buche Daniel vor, •lie auf ihn weissagt, und der König war hoch erfreut darüber.“ Josephus sagt nicht,!welche Stelle er ihm aus dem Huche Daniel habe vorg^lesen; allein es kann nur das Cap. 8, 5 gewesen sein. Es scheint demnach, dass schon Josephus die traditionelle Sage bekannt war. Wo tindet sie sich aber in den talmudiischen Schriften? Mir ist es nicht bekannt, dass irgend Jemand — so viel auch Uber Alexander d. Gr. geschrieben wurde — eine Talmudstelle oder eine nachtalmudische Stelle nachgewiesep, welche' besagt, dass Daniel auf Alexafnder geweisaagt. Selbst der auf diesem Gebiete so bjewahderte Rappoport in seinem Erech inillin, Art. Alexander,j weiss von keiner Stelle Nun findet sich aber eine Stplle in Midrasph Jalkut zu Daniel (sect.1066) und in Pirke de Rabbi Elieäer Cap. 11, wo ausdrücklich gesagt wird,! dass Daniel C4p. 8, 5 auf Alexander geweissagt habe. Es ist daher ni<)ht unwahrscheinlich — so sagt man —. dass Mohumjed dies von seinen jüdischen Lehrern erfahren und ihn deshalb ״ דו אלקרניןden Gehörnten“ nennt. Wie unhaltbar und fehlerhaft aber diese seit mehr als einem Jahrtausende feststehende Annahme sei, wird s}ch aus zwei Gründen ergeben: I. In Daniel wird &uf Griechenland unter dem Bilde eines ״zottigen Bockejs“, der nur ein Horn hat hingewiesen,: während das pjersische unter dem Bilde eines ״Widders“ mit zwei Hörnern בעל הקרנים gezeichnet ist, Alexander dütfte demnach nur ״ דו אלקוץder Mann mit einem Hoijn*, nicht aber ״ דו אלקרנץmit zwei Hörnern“ genannt werden! II. Im ganzen Talmud upd in allen nachtalmudischen Schriften wird dieses epitheton Omans dem Alexander nicht beigelegt; mithin ist es auch unwahrscheinlich, dass Mohamed es aus jüdischen Quellen geschöpft. Ich glaube, dass das Ganze nur auf ein hökhst interessantes Quiproquo zurückzuttlhren sei. Im Talmud und in den späteren Schriften Wird! Alexander durchwegs אלקסנדר מקדן, auch ״ סקדוןAlexander der Macedonier“ genannt. Entweder durch einen Abschreibefehler, oder, was noch wahrscheinlicher ist, aus Unwissenheit (der grosse Prophet wifd es mir verzeihen, wenn ich ihn einer Unwissenheit zeihe, da er sich doch selbst in seinem Koran ״den Unwissenden“ nennt) da die beiden hebräischen Buchstaben ר und ר leicht zu verwechseln sind, hat Mohamed אלקסודר מקלן statt ppD אלקסנדר gelesen, ppö würce aber als ein ganz gutes klassisches Hebräisch: ״gehörnt“, oder ״ein Mann mit zwei Hörnern* bedeuten. (Vergl. (Psalm 69, 33, מקרן מפרים und Talmud Abodah Sarah 8a.) Mohamed glaubte, Alexander Hörner aufzusefzen und hat dadurch nur sich selbst welche aufgesetzt So figurirt der grosse Macedonier, seitdem Mohamed ihn d e k o r i r t und ihm dieses Liebesdenkmal gesetzt, in allen arabisehen Schriften als ״der gehörnte Alexander*. Möge es mir gelungen sein, den grossen Alexander von dieser Last zu befreien und zugleich einen tausendjährigen Jrrthum berichtigt zu haben! Literaturbericht. י י Receasioaea. Aschkepasi, M. J., aus Triest, הואיל משה׳ ביאור חדש על ספר איוב, Padua. Es liegt in der Natur der Sache, dass derjenige, der mit alter Ehrflircht und frommen Sinn an die exegetische Bearbeitung der h. Schrift herantritt, für den wenigstens der auch vor Einführung der Vocale und Accente ängstlich behütete Consonantentext ein noli me tangere ist, auf exegetischem Gebiete heute nur Unbedeutendes leisten Aus diesem Grünt und nur wenig Originelles bieten-kann, e glauben wir vorliegenden Jdbcorarnentar, wie wohl ziemlich geriag die Förderung ist, die aus demselben der bibelexegetischen Wissenschaft erwächst, dennoch, zumal unseren östlichen, nur hebräisch lesenden Glaubensgenossen, empfehlen zu dürfen. Hr. Aschkenasi, dfer bereits durch eine exegetische Arbeit über die ״ersten“ Propheten sich bekannt gemacht hat (Görz 1870), hat zu seinem Jobcomuientar ausser Targum und den älteren jüdischen Exege ten, auch die be* züglichien Arbeiten von Luzzatto und Philippsohn benützt; andere kennt er nur aus dem Commentar des Letztem. Aus diesen seinen Quellen wählt Vf., und meist mit richtigem Takt, die ihm zusagenden Erklärungen und bietet sie uns in kurzen, einfachen Worten. Tiefer gehende Fragen berührt Vf nur kurz und gelegentlich. Die Abfassungszeit des Buches wird viel zu spät angesetzt; das letzte aller biblischen Bücher kann Job unmöglich sein. Die wenigen Chaldäismen, von denen die noch urkräftige, jugendfrische Sprache des Buenos durchsetzt ist, Reisen ihm spätestens während des Exils seine Stelle an. Wenig können wir uns befreunden mit des Verf.'s etymologischen und lexikographischen Deutungen, womit das Buch förmlich Ubersät ist. So leitet er שוש von שש und שיש äb, als ob Marmorblässe ein Zeichen der Freude wäre;, die Bezeichnung אריה von seiner hellgelben Farbe (כעש;(שערו צהב דומה לאורה und כעם (Zorn, Gram) von ן!ש (Motte), da jener am Herzen nagt, wie diese am Kleide u. 8. f. Die Ableitung von שוט verdient nur wegen ihres berühmten Urhebers Luzzatto und von seinem klangvollen Namen befürwortet, erwähnt zu werden. (Siehe פירושיל Demberg 1876. S. 197.) C. (Von demselben Vert erhielten wir noch ein hebr. Werk: םו0ר &לכים über die Pirke Aboth nebst einem Anhänge D'&VQD בום, kurze hebr. Hömilien gehalten im Tranerhause. Wir kommen auf dieses Werk noch besonders zurück. Red.) Jeschurun, Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums, herauBgegeben von Rabbiner Dr. Joseph Kobak in Bamberg. Band VIII und IX. Bamberg 1878. Selbstverlag des Herausgebers. Der interessanteste Theil in den vorliegenden hebr.

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