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Das jüdische Literaturblatt · 1879-07-16 · No. 29. (16.7.1879) · p. Seite 115

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 29. (16.7.1879)
Date
1879-07-16
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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denlieit der Lesung in den bezüglichen Versen dieses Cupitels muss schon früh bestanden haben, da nicht nur die 70, sondern auch der Samaritaner und das saina- Titanische Targuin bald von unserer Lesart abgehen, bald mit derselben gegen die 70 iibereinstjmmen, und die Peschito das לא oder לן einfach auslääst, um sich der Schwierigkeit zu entziehen. Die Verwechselung von לא und לן kommt ja auch sonst vor und ist leicht begreiflich. Wie gesagt, das לא statt לן! unseres Textes in v. 5, 6, und v. 14 15 hat auch def samaritnnisehe Pentateuch und das sam. Targ. In v;10, 11 setzt die Uebersetznng der 70. die Lesung לי vpraus für das לא unseres Textes, indem sie übersetzen: i-;׳or; ׳<׳־;; st, sowie denn der sam Text לי hat, und( das sam. Targ. 1 darnach übeisetzt. (Das לן bei Herri( Deutsch für לי ist wohl nur ein lapsus caltimi.) Sam&ritan. Text und Sam Targ., welche in v 5, 6 und v, 14, 15 mit den 70 stimmen, sind in v 10,11 mit unserem Texte übereinstimmend. Vers 13 ist אם אתה ר4י: w°hl nicht erst eine Conjectur der 70, beruht vielmehr auf einer alten Lesung, sonst hätten nicht Onkelos und T. Jer. ausdrücklieh לי gesetzt., Onkelos יאם את עביד לי £י-ן Jerusch. 1 •אם אנת צבי למעבד לי טיבו, in v. 12 übersetzen die 70 וישתחו אברהם לפני אם הארץ ebenso T. Jer (verschieden von Onkelos) וגחן ליה אברהם באג פי בני חתאה, Abr. bückte sich (nicht vor: Onk. קדם, sondern:) in Gegen wart des Volkes Es sollte hierdurch die Missdeutung vermieden werden, als ob Abraham sich vor Menschen niedergeworfen habe, eine Verehrung, die nur Got( geziemt. Targ. Jer übersetzen daher: Abr. warf sich (vor Gott) nieder in Gegenwart des Volkes. T. Onkelos hält diese BegrOssung eines Menschen als in djen Sitten liegend, nicht für anstossib. Die gleiche Tendenz, wie in den genannten Uebersetzungen der 70 und des T. Jer liegt in den Worten des Midrasch c. 58! כאן* שמודין על© ״ .בשורה טובהAus dem Wort ויזצתחו folgt, dass man Gott danken soll für eine erhaltene glückliche Botschaft!‘; denn ״Abraham warf sich nieder (vor Gott) in Gpgen«vartdes Volkes.“ Die Reinhaltung des Gottesbegriffles und die ausschliessliche Verehrung Gottes sollte auch durch keinen Anlass in Zweifel gezogen werden können Mainz. Dr. Fürst. Literatur berich t. Recensioacn. Lewy, J, Dr. Ueber die Spuren des griechischen und römischen Alierthums im talmudischen Schriftthum. Verhandlungen der 33. Philologenversammlung zu Gera. Wer die Schwierigkeiten kennti, die dem Talmudforscher fortwährend entgegentreten in der Gestalt fremdartiger Wörter, Sätze, Erzählungen und Anschauungen; wer da weiss, wie schwierig das Vierstündniss so vieler Stellen in der talmudischen Literätur ist wegen ihres fremdartigen Gepräges oder Inhalts, — der kann sich nur freuen, so oft ein Lichtstrahl lauf dieses trotz der Arbeiten des sei. Sachs, von Perjles, Güdemann und Freudenthal immer noch wenig aufgehellte Gebiet fällt. Willkommen kann uns daher nur, jener Vortrag «ein, welchen Herr Dr. Lewy aus Berlin, der von allen klar denkenden Talmudisten anerkannte und hochgeschätzte Talmudlehrdr, im October v J. zu Gera gehalten, n welchem der Nachweis geführt wlird, das Vieles, was in der Literatur der talmudischen Epoche sowohl sprachlich als sachlich fremd erscheint, vom!Einflusse Roms und Griechenlands auf Judäa herrubrt. *Die Fortschritte der Kultur — 80 führt der Vfj aus — sind, wenn man sich so ausdrücken darf, international und confessionslos und werden früher oder später von allen Nationen und( Glpubensgenossenschaftea anerkannt und angeeignet; bpi den Juden aber, deren Religionsgesetze auf alle Beziehungen des Lebens sich erstrecken, mussten auch die veränderten Kulturzustände das religiöse Leben berühren, zuweilen sogar bedingen. Hiernach wären wir schon berechtigt zu schliessen, dass der von Griechenland und Rom geübte Einflu-s ... . in culturhistorischer Beziehung bedeutsam gewesen sein muss, und erhält dieser Schluss seine volle Bestätigung, wenn wir in das talmudische Schriftthum hinabsteigen.“ Nachdem Vf. in der Einleitung die beiden interessanten Fragen nach dem Umfang dieses Schriftthums, sowie nach dem Gestattetsein der Beschäftigung mit profaner Wissenschaft, klar und mit vielen Beweisen erörtert, kommt derselbe zu seinem eigentlichen Thema, dessen Behandlung wiederum von der grossen Wissensfülle Zeugniss gibt, welche ihm auf diesem Gebiete zu Gebote steht. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, den ganzen, reichhaltigen Inhalt des gelehrten Vortrages hier wiederzugeben; nur Einzelnes können und wollen wir aus demselben hervorheben' und zwar sowohl in [ sprachlicher als auch sachlicher Hinsicht — Griechisch ist der Satz in j. Rosch Hasch. 1, 3 פרא בסיליו, או נומום או גריפים »,Für (rcö) einen König ist das Gesetz nicht geschrieben (jtqpaio;); in Scheb. 3,9 קירי פולי בריכסון Kip«. *spsSsv; Abod. sarah 11b. סך(בם 0 קירי פלסתר d. h. ״der Bruder («(3•;) des Herrn ist ein Betrüger“; lateinisch ist def Ausdruck Midr. Thren. 1, 5 וביבא מארי אפלטור viv'e domine imperator. — in דמות &ניקה b. Abod. S 73a!ist die Sage von Isis und Horns wieder zu erkennen, welche daselbst nur ein jüdisches Gewand bekommen hat durch die Veränderung und Umgestaltung der Isis in Eva als Säugemutter der ganzen Welt; desglist קלנדא Mischna das. 1, 3 das heidnische Fest deri Januar-Kalenden, wiewohl im bab- Talmud (eine abweichende Relation über (Januar) קלנדם יינוברים 'Ifndet sich im jerusal.) sein Ursprung von Adam her^eleitet wird. Der Merkurkult hat Erwähnung gefulnden in Mischna das. 4, 1—2, und im jerus. T. z. St.! wird der zweite Theil des Verses Lev 26,1 ״Und einen Stein mit Bildwerk sollet, ihr nicht setzen in eurem Lande;“ auf die M ercu r sä u 1 e gedeutet, richtiger und passender — weil die Verehrung des Merkur darjn bestand, dass seiner Bildsäule Steine׳ zugeworfen wurden, und ׳ jene sich auch auf Steinen erhob — als• im Silra, wo die diesen Kult betreffende Erklärung auf |den ersten Theil des Verses bezogen wird. — Das 'Verbot Mischna Chulin 2, 9, das Blut eines geschlachteten Thieres in eine Grube fliessen zu lassen, wird begründet mit den Worten שלא יחקה׳ את ״ המיניםdass man nicht nachahme*) den Minim,“ den Heiden, von Welchen das Blut der den unterirdischen Gottheiten und den Todten gewidmeten Opfer in eine Grube gegossen wurde: daher auch der gewöhnliche Ausdruck ״ זבחי מתיםTodtenopfer“; desgl. sollte man d:1s Blut nicht-, In das Meer oder einen Fluss strömen lassen, damit es nicht den Anschein gewinne, als wenn damit dem Meer- oder Flussgotte ein Opfer gebracht werden sollte. Zu Men verbotenen heidnischen Sitten gehörte auch die Errichtung und der Besuch der Theater, Circus und der Rennbahn תיטריות וקרקסאות והאסטדיות wenn es nicht gerade gemeinnützige Zwecke der öffentlichen Ordnung Waren, um derentwillen man die Theater als Berathungsstätten 8 0gar am Sabbath besuchen durfte (Schabb. 150a). Dass auf dem Theater in Palästina ausser mörderischen *) Richtiger;nach dem Aiieb.: bewahrheite. (Red.) iäk J. mim ■iahaiütihi ־־ kUi

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