Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 26. (25.6.1879)
- Date
- 1879-06-25
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
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8igen, das9 er daneben den Ausbruch durch ״comproinissum“ erklärt, worunter die Römer dielUebereinkunft verstanden, sich dem Ausspruch eines Dritten zu lügen. 33) Dass man aber einen sch. taanatja des bezeichnelen Inhalts wirklich gekannt haben müsse, oder vielmehr dass wenigstens die ständigen j Gerichle ihre Verhandlungen auszüglich protokollirt jhaben werden, liegt in der Natur eines gerichtlichen Verfahrens, sobald ihm die oft, erwähnten ״Gerichtsschreiber‘‘ anwohneu mussten; und ebenso unzweifelhaft reichte dies in die Zeit der Mischna und noch höher hinauf. 34) Taska oder diska dehasman p t a, Kidduschin 70b, vgl. B. kamma 112b, eine schriftliche Vorladung. 35) Ges^rot böt-din, Moed katan'3,3, die'gerichtliehen Entscheidungen; sie sollen aufgesdhrieben worden sein, weil sonst die Richter sie vergessen und später anders entscheiden könnten; vermuthliäh sind aber darunter auch die sub 28 und 31 aufgeflihrfen zu verstehen. 30) Man kann sich leicht denken, dpss von einem in voller Wirksamkeit stehenden Gerichtp noch manche andere schriftlich« Erlasse resp. Befehle; ausgingen, und sie alle möchten wohl in unkilusiai Tos B mezia c 1 zusaminengefasst sein, Löw 2,164; citirt für dieses Fremdwort Tos. B. batra c. 9 und hält! es für «vaz/.rp׳.;, welches ״Aufruf zur Licitation“ bedeute; allein ich fand es dort gar' nicht, und äv׳rx'/.r(3״; hat!1diese Bedeutung nicht. Ich erblicke in ihm vielmehr rp.i't.vji•.- (Befehl), welches Wort auch B. mezia jer. 8,14 vorkommt. 37) Pr 08 b ul, Sehebiit 10,3 und 0fr, die bekannte schriftliche Erklärung an das Gericht, zfrr Verhütung, dass die Schuld im Erlassjahre verfalle; nadh ib. 10,6 war sie nur Betreffs verpfändeter Ländereien Zulässig. Endlich 38) Orcheta, B. kamma 70a, Jemandes schriftliche Vollmacht von einem Anderen, vor Gericht ihn zu vertreten. Dort fängt das Wort mit Alefj an, aber bei der Unmöglichkeit, es dann sprachlich zujerklären, und bei der in spätester Zeit so häutigen Vertauschung des Ajin mit Alef darf ich wohl die Vennu ' g wagen, dass orcheta mit orch£ hadajanim Abot l,ff zusammenhängt, welche schon Ketuböt86a als An wäl!te aufgefasst sind. Von diesen 38 Arten der Urkunden ist der Scheidebrief pentateuchisch; die Ketuba soll 1 von Schimon ben Schatach eingeführt sein, doch gab e^ mehrere hiervon abweichende Relationen, vgl. meine beschichte 111,251; den Prosbul führt jene Mischna auf Rillel zurück; von den übrigen 35 sind noch 22 in der iMischna erwähnt, eine blos in derTosifta und 12 blos.in den Talmudea. Einige exegetische Analekteji zur Genesis- Uebersetzung der IjXX. 1) Gen. c. 23 v. 10,11 . . ויען ... לא£ר לא Übersetzen LXX . .■/-*׳*־ ׳»•׳ז>' i;wj xa׳)ä. Sie haben also analog den v. 5. 6 gelesen: 1 •לאמו* לן Hier scheint eine Verwechselung des Textes לן für לא vorzuliegen, während 6ie in v. 14,15, wo der masorethische Text parallel mit v. 5,8 schreibt לאמך לן אך• י, übersetzen ärsxp׳. tb; S3j ’Kap׳ (15)'!ז>ד ««״■•>/'. x.jpis. demnach haben siet hier den Vers nach לאמך getheilt, j für לן haben siej לא gelesen und mit diesem לא den njeuen Satz begönnern 2; Ibid. v. 13 bieten die Worte אך אם אתה לו שמע^י( den Grammatikern, wie bekannt, ufrgemeine Schwierig■( keiten. Die Häufung der Conjunktionen לן und innerhalb desselben Satzgefüges ist een Meisten ein Steil) des Anstosses. Die Accentseizung, welche die Wortfr אם אתה לו zusammenfasst und '2ש!£ע in den Nachsatz stellt, ist nur geeignet, die exegetische Verlegenheit zfr erhöhen. Alle namhaften Exegeten älterer und neuerer Zeit, wie Raschi, Ibn Esra, Nachuianides, Gereonide^, ן Obadja 1 Rp.1Hp.nh 4 Seforno, Chiskuni bis auf Mendelssohn und Heidenheim suchen sich mit diesen Schwierigkeiten auf mehr oder minder gezwungene Art auseinanderzusetzen und es ist bezeichnend für ihre Rathlosigkeit, dass sie wie Ibn. Esra, Nachmanides und Gersonides zwei oder mehrere Erklärungsversuche vorlegen, weil sie selbst־ fühlen, dass keine ihrer Erklärungen recht befriedigt. Am wenigsten gezwungen ist die eine Erklärung des Nachmanides, nach welcher לן und אם, um den Gedanken prägnanter hervorzuheben, als eine Art logischer Anaphora aufzufassen wäre, als ob es hicsse: אם א(י1ה אם תשמיע?. Er erinnert an Beispiele wie פורה אדני פורה. ieser Erklärung steht der Imperativus-'DJ^IT entgegen. Es ist eine logische Unmöglichkeit, einen kategorischindicativen Modus, jw׳e den Imporativus, mit einer Conditionalpartikel zu versehen. Das ist sogar die cardinale grammatikalische Schwierigkeit dieser dunkelen Stelle, ejine Schwierigkeit, welche sämmtliche Exegeten und selbst noch jüngere Grammatiker, wie Nägelsbach (vgl. sieine Grammatik & 229 § 108) übersehen haben. Dabei muss es auffatlen, dass die älteren Exegeten bis auf Mendelssohn trotz ihrer Rathlosigkeit nicht näher auf die Version des Onkelos eihgehen. Onkelos paraphra- ^irt diese steile wie folgt: אם את עבד לי טיבו קבל מני i,wenn du mir Gjüte erweisen willst, höre mich an.*4 Heidenheim ist, spviel . wir wissen, der erste, der die ,Worte des Onkelös genauer beachtet, ohne jedoch ihren jSinn richtig zu erfassen. Nach seiner Erklärung hält Unkelos das Worfc לך för ein nomen, und zwar für lein nomen adjectivum, das etwa ״ehrlich, rechtschaffen“ bedeutet. In seinem מפורש z. St. sagt er wörtlich: ונראה שלדעתו מלת לו(ליל! שם תאר הוא,לאיש שוחר טוב ובפר כן לבו וכאשר כן מצאנו שמות: דברים על משקל סע ימי השדה (מיכה א'). Er übersieht ganz, dass Onkelos •ל statt mit per Masorah לן liest und den ganzen Satz als Ellipse fajsst, etwa (אך אם אתה(תעשה) לי(חסד. Auch die LXX entendiren. wie Onkelos, das masoreüsche לן in לי, ohne ejrst eine Ellipse anüehinen zu müssen. Sie übersetzen einfach: £-3157105ן£ ־ «i, 5*0u30v!!au• Sie setzen also als ' Text voraus אך אם אתה לי■ שסעני ״wenn du mir (zu Willen, geneigt) sein willst, höre mich an“.. Mit dieser glücklichen Conjektur der LXX fallen alle exegetischen Schwierigkeiten. Die Conditionalpartikel bezieht sich alsdann nicht auf den Imperativus, שמעני steht im Nachsatze und die Accente fassen mit Recht die Worte bis שמעני als Vordersatz zusammen. Sohrau. Dr. Immanuel. Deutsch. Literaturbericht ReeeuiMta. Lowe, Wj EL, The Fragment of Talmud Babli Pesacjrim of the ninth or tenth Century, in the Univ. libraty, Cambridge, with notes ande Facsimile. 1879. 4*. London, George Bell and Sons. Während ijn Deutschland christliche Gelehrte, die ihr talmudi8cheB Wissen meist nur aus unlauteren Secundärquellen geschöpft haben, solches oft zur Verspottung und Verhöhnung des Judenthums und seiner Bekenner verwenden, ist es um so erfreulicher zu sehen, dass auf englischen Universitäten eine gründliche Kenntnisa des Talmud argestrebt wird und die bereits vorliegenden Resultate, wie die Werke von Nutt, Taylor und Lowe verdienen in die jüdische Literatur ehrenvoll ,eingereiht zu werden Mag auch immerhin der nächste Zweck dieses Studiuuis ein confessioneller sein, zum besseren 9