Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 22. (28.5.1879)
- Date
- 1879-05-28
- Page
- Seite 87 (sequence 3)
- Language
- German
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«einen Beifall nicht findet, so scheint mir das wohl | hat, scheint es uns im Interesse der jüdischen Wissen■ bee-ründet zu sein. Entsnrechend den Aechs Himmeln. I Schaft kaum w1innche.n8we.rth rinna aei» Pion oino« begründet zu sein. Entsprechend den Aechs Himmeln sagt der Midr., spenden die Fürsten 6 Wagen; ist aber der 7., die Residenz des ״Königs4‘ geehrt, so hätten die Fürsten erst recht einen siebenten, prächtigeren Wagen darbringen müssen. Die Stelle (6J4) will unzwei* felhaft eagen, dass ein Ort, wo ״der Köniig“ thront, etwas Undenkbares ist, denn bekanntlich ist הוא מקומו של עולם ואין העולם מקומו. Mir scheint demnach Ester R. 1,2 in טיטיון das relativ Richtige zu bieten, das in מיטיון |1V(־w1Sv (Nichts) zu ändern ist. — S. 515. In Sifrd findet «ich nicht nur die 3 Erklärung unseres Midrasch, dass מטוכסות ע״צ ist, sondern auch dib 5״ die des R. Nechemja; במיני סקיפסטאות ist dasselbe wie כמין קמריטיו oder כמין קמרסתא, wie es zuerst in j. Sabb. 2d lautet. Cf. Buber a. a. 0., wozu ich beiläufig bemerken will, dass R. Hai Gaon in 8. C0|n. zu Kelim 16,6 mit צב דומות לקמרוםתא vielleicht nicht die Pesikta, sondern j. Sabb. 2d und mit הוא בצבים Sifr6 zu 4. M. 7, 3 im Sinne hat. Die Worte unseres M. צב שצבא הלויים עומדים עליהם sind keine Glosse zu מטוכסות schaft kaum wünschenswerth, dass sein Plan, einen correcten Text des Midr. der 5. Megilloth herauszugeben, zur Ausführung gelangt. J. C: | Nutt, John W. Commentaries of the later Prophet« by R. Eleasar of Beaugence. I. Jesaiah. —Jos. Baer and Co. 1879. Der Bibliothekar an der Bodl. in Oxfort, Herr John N u 11, dem wir bereits die sehr corrakte Ausgabe von 2 grammat. Werken Chajugs verdanken, hat nun aus dem handsch. Commentar der Propheten von Eleasar. Beaugence den zu Jesaias edirt. Hat auch dieser Commentar — wie der Herausgeber selbst sagt — keinen besondern Werth für Sprache und Exegese, so ist es doch filr den Literar-Historiker von Bedeutung aus der nord französischen Ejfegetenschule einen Oommentator aus dem Ende des 12. Jahrh. kennen zu lernen, der sich von seinen Vorgängern darin unterscheide^, dass er vonden agadischen Erklärungen gar keine Notiz nimmt So ist ihm auch זכריה בן יברכיהו (Jes. 8, 2) nicht identisch mit dem Propheten ד בן ברכיה und, {denn dieses bedeutet: wohlgeordnet, ,wohlausgerüstet, , , .... cf. SiM של* דדו סתוסרי כלום), sonder, eine ״eue vierte SÄT 2״..Ä.״’ <££ *T5 Erklärung, die wahrscheinlich vom Red. unseres M. hinzugefügt wurde. Zum Schluss sei es mir noch gestattet, an einigen Proben zu zeigen, wie wenig die vom! Vf. collationirte Münch. Hschr. zur kritischen Feststellung unseres Midraschtextes beiträgt. In der Regel giebt auch Verf. den Ausgg. den Vorzug; so 1,17, wo In der Hsch. וכפול für אונקלום 4,11; וכפלומה für פעמים שנתנה 4,15; עקילם für דברים שנקגנה u. a. Aber man darf getrost behaupten, dass überall, wo die Ausgg. von der Münch. Hschr. abweichen, die Lesart jener vorsjuziehen ist. Liest man z. B. 1, 8 mit der Hschr. רועים statt 80 ,זאבים giebt die Stelle keineswegs einen ״guten Sinn“; ebendas, würde עת מדת הדין durchaus keinen Sinn haben, es muss טעת מ״ה heissen; חורזים ist wegen בחרוזים gewählt und darf nicht nach der Hschr. ,in חוזרים verändert werden u. a. Verleitet durch die Hsch. macht Vf. S. 40 1. einen sonderbaren Schnitzer. , Die einfache und überdies vom מ"כ gut erklärte Stelle (1,15) מה יונה מחדש בבל חדש גרן findet Vf. sinnlos; denn ״was soll das heissen: die Taube erneuert jeden Monat ihre K eh le?“ Er liest daher mit der Hschr. גוון Fal be! Es ist jedoch nicht י;ר1ן sondern נךן (Tenne) zu lesen, das schon in nachbibl. Zeit nicht nur den Ertrag an Feldfrüchten, sondern auch den Zuwachs des Viehstandes und die Wurfszeit bedeutet. Cf. Bechoroth 9,'5. Vielleicht ergiebt ein nochmaliger Einblick in diä Hsch., dass auch hier גורן statt גוון zu lesen ist — Bald darauf (S. 41) theilt Vf. mit, dass 1, 16 in der Hsclp von dem einen כך עד bis zum anderen fehle, und mjit Recht, da diese Stelle sinnl06 sei. Ref. behauptet, diese Stelle sehr gut zu verstehen und mit ihm wohl jeder Kenner midraschischer Ausdrucksweise. Die Lücke io der Hsch. ist ein offenbares Versehen des Abschreibers. — S. 42 meint Vf., die Erklärung von יםרתא דאזובא$ durch אגדת אזוב sei ״unbegründet‘; richtig sei die L4. der Handschr.l מסתרא דא: das Mysterium, Geheimnjss des Ysop! Und dabei steht die chaldäische Paraphrase hart an dem Bibeivers מיןסתרא!ולקחתם אנדת אזוב ist natürlich מאסרתא, von אסר binden, cf. Onkelbs zu Ex, 12,22. Sonstige Schwierigkeiten, sprachliche Härten und Druckfehler übergehen wir; der Vf. wird wohl an unserer eingehenden Besprechung erkannt haben, dass er übel berathen war, als er zur Veröl fentlichung seiner Arbeit schritt. Nach dieser Probe, cie H. Ch. geliefert sei Identität zwischen beiden stattfinden bei diesem auch |seines Grosvaters Namen כן עדו zugefügt. Es sei auch gar nicht denkbar, dass Jes. den noch nicht lebenden Zacharia als glaubwürdigen Zeugen berufen hätte. Höchst seltsam ist seine Wörterklärung zu Jes. 52, 14; von משחת p sei nicht die Rad. שחת sondern משדל und heisse daher nicht ״verunstaltet“ sondern umgekehrt ״wohlgestaltet,“ vornehm חשוב וגדול; diese Bedeutung habe anch dieses Wort in Levit. 22, 25 u. Mal. 1, 14. Zu 8, 21 הלל במלכו sagt er, dass )ר hier, weil mit ב verbunden, nicht ״flu- "chen“ übersetzt werden könne, weil dies die Bedeutung hätte, Einen mit dem Namen seines Königs und Gottes fluchen, sondern es heisse ״lästern, verachten.“ (Das Targum hat eine doppelte Uebersetz. ןילט ןי3ןי.) Zu 56. 3 bemerkt er ״ich bezeuge, dass alle Bibeln unseres Landes hier ein Kri לן und ein Chetib להם haben“. — Wir haben dieses Chetib noch nirgends gefunden. Der Herausgeber giebt als Einleitung eine kurze Darstellung der Exegese ln den französischen 8chulen bis ins 12. Jahrhundert, wozu er alle neuen einschlägigen Arbeiien benutzte, besonders die von Ant. Lewy, ohne bemerkt zu haben, dass L. das Meiste aus Geigers ״Die nordfranzösische Exegetenschule“ entnommen hat. Es ist daher auch nur diesem Führer beizu messen, dass Nutt die Ansicht Rappaports als eine unbestrittene literarische Wahrheit annimmt, Simon Karo, der Vater des Josef Karo, sei Verfasser des Midrasch Jalkut (S. j. Zeitschrift 1875 S. 115). ־ K. : i Stern; J., Rabbiner in Butlenhausen. Die-Frau im Talmud. Eine Skizze. Zürich. 1879. Die Anschauung, welche Rabbiner Stern über den Talmud hat, ist bekannt. Es ist darum um so überraschender aus der Lectüre diese Skizze zu sehen, dass der Talmud auch ״Lichtparthien“ habe, zu denen ״offenbar ohne Bedenken die Stellen gerechnet werden dürfen, welche die Frau betreffen“, dass die Würdigung des Weihes im Talmud ״einen hohen Grad ethischer fultur bekunde“. Doch glaube man nicht, dies der erfasser sich aus seiner kritischen Höhe so leicht zu einer wirklichen Hochachtung des Talmuds herabziehen lasse. Seine ״sonderbare Interpretationsmethode“ schuf ״abenteuerliche Normen“, seine ,Juristischen Härten“ und ״dem Geist der Humanität widerstrebenden Rechtspedanterien“ verschafften sich nur selten praktische i