Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 22. (28.5.1879)
- Date
- 1879-05-28
- Page
- Seite 86 (sequence 2)
- Language
- German
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-אל־:- ■ Segner aller Völker, angerufen wird. Das Alles weiss jedes jüd. Schulkind— aber der Herr Prof. .Hecker hat das Alles ignorirt, Weiss er es nicht, wozu schreibt er über Ungekanntes? will er es nicht wissen, wo bleibt die Wissenschaft? Doch Kinderglaube und Mannerzweifel, die schweren Gegner, sie vereinigen sich, um das Schlimmere abzuwenden, dass Eingeständniss, dass beides falsch ist. Man sieht ein, dass alles Glanzvolle am Christenthume jüdisch ist. Was soll man thun; das Christenthum verwerfen? Das geht um dieses Glanzes willen nicht; es ganz acceptiren? geht um seiner Dunkelheiten nicht; das Judenthum als das Christenthum, wie es ohne Schwärmerei sein sollte, anerkennen? das verbietet der historische Stolz; man befreit den Judenj man verabscheut die Judenhetze, man verpönt die rabu- ־־listische literarische Verfolgung — aber einzugest^hen, dass das Grosse am Christenthume nichts Neues, sondern Altes, echt Jüdisches, im Judenthume heute noch irisch Erhaltenes ist, dass im Christenthume das Judenthum einen Rückschritt gemacht, indem es mit dem Heidenthum pactirte, das einzugestehen fehlt der Muth. Nun wir verstehen zu warten, Herr Professor; die Zeit des Muthes kommt auch noch, doch Eins halten Sie fest: Solche Wissenschaft, wie ihre Rede sie entwickelt, ist — Vorurtheil. Die Tempelpsalmen. Von Dr. Joseph Stier, Rabbiner in Steinamanger. _ (Fortsetzung.) V. Tag. Thora: Schöpfung der Wasserthiere und Vögel, Gen. 1, 20—24. Hieran reiht sich aus den Propheten: Ezeeh. 34, 35 bis Ende. — Das ganze Cäp., das in seinen Anfangsversen sich gegen die Hirten (gegen die Führer und Leiter Israels) wendet, ihnen die gewissenlose Ausbeutung des Volks vorwirft, ist trostbringend für das Volk. Gott selbst wird die Führerschaft über das Volk übernehmen, er wird der Hirte desselben sein. V. 15. Es wird dann in den angeführten Versen, von 25 bis Ende, auf die׳ Zukunft des Volkes hingewiesen, wo es sicher und ohne Furcht auf seinem Boden wohnen, den Völkern und dem Gethier der Erde nicht mehr zur Beute werden wird. Dieses Gefühl nach langem Leiden wird zur Erkenntniss Gottes beitragen. ,Sie werden erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott bin“ etc. — Dieser Satz wird mit Nachdruck zweimal wiederholt. Grätz’ Behauptung, dass hier die Worte des Trostes beginnen, finden in den Worten des Propheten einen noch stärkeren Ausdruck. Diesem Cap. schliesst sich P8. 81 an. Er weist ebenfalls,. besonders in seinen Schlussversen, auf die Wiederherstellung des Volkes hin. Gott wird die Feinde Israels demüthigen, an ihren Widersachem Vergeltung üben. Wie in den meisten Psalmen, die hier benutzt werden, ist auch in diesem die nachfolgende Moral enthalten : Jener glückliche Zustand, jenes Wiederaufleben des Volkes ist an die Bedingung geknüpft, dass Israel in Gottes Wegen wandeln, dass es nicht wieder, wie schon einst, in Freiheit und Glück versetzt, den Gott vergessen und fremden Götzen nachbuhlen werde. Dass es dies gethan, darauf weisen die V. 11 und 12 hin: ,Wenn doch mein Volk mir gehorchte, Israel in meinen Wegen wandelte, wie ‘י bald würde ich ihre Feinde dehmüthigen“ etc.V. 14 biB Ende. So ist der Zusammenhang zwischen dem Propheten und dem Ps. hergestellt. Es'' muss hier bemerkt werden, dass der Prophetenabschnitt die ganze Thierschöpl üng, die sich in der Thora noch am 6. Tage fortsetzt, hi Br für den 5. Tag vorweggenommen hat. In dem Proph stenabschnitt, der für den 6 Tag bestimmt ist, ist blos auf die Schöpfung des Menschen hingewiesen Der Gjedankengang scheint folgender zu sein: Die Schöpfung Nutzen und ■*ייויימויייימי י*י der Thierwelt kann dem Menschen zum Schaden gereichen; Letzteres gilt besonders von d$n wilden Thieren. Diese erscheinen oft als Geissei der Menschheit. Sie werden zur Strafe und Züchtigung gesandt. Darauf wird hier, und zwar im guten Sinne, hingewiesen. Das, was bisher als Geissei diente, wird aufhören: והשבתי חיה רעה מן הארץ V. 25. ebenso V. 26. וחית הארץ לא תאכלם. Es soll das wieder als Beweis für die weise Einrichtung der Schöpfung dienen und damit gesagt werden: Gott hat wohl die wilden Thiede als scheinbar unnütze Geschöpfe geschaffen, aber aiich sie dienen seinen Zwecken. Sie werden die Geissei (der verderbten Menschheit, sind aber unschädlich, so diese dem Willen des Schöpfers befolgt. Die Erklärung des Talmud: על שם שברא עופות ודגים לשבח לשמך passt zu dem Gesagten nicht, viel eher auf den Thbraabschnitt selber und kann nur äusserlich mit dem 1. V. des Psalms im Zusammenhang, gebracht werden. VI. Tag. Th.: Vollendung der Thierschöpfung, Schöpfung des Menschen mit der Bestimmung, über die Thier- und Pflanzenwelt zu herrschen. Genes. 1, 24 bis Ende. In Jes. 45, 11—17, das sich hieran schliesst, wird (besonders in V. 12) Gott als der Schöpfer des Alls gepriesen. In dieses All wird der Mensch gleichsam als Mittelpunkt, als Zierde der Schöpfung gesetzt. ״Ich habe die Erde gebildet, den Menschen auf derselben geschaffen, meine Hand spannte die Himmel, all ihre Heere habe ich entboten.“ Damit ist der Zusammenhang mit dem Abschnitte aus der Thora hergestellt. Da von der Thierschöpfung bereits gesprochen wurde, wird hier nur die Schöpfung des Menschen berücksichtigt. In den weiteren Versen, die, wie das ganze Cap., auf das Auftreten des Cyrus hinweisen, wird hesonders hervorgehoben, dass durch die unerwartete Befreiung Israels aus babylonischer Gefangenschaft, alle umwohnenden Völker einsehen werden, dass nur der Gott Ikraeliten ein wahrer Helfer ist. ״Sie werden beschämt sein und erröthen alle zusammen, erröthend werden einhergehen die (Götter-)Bildner.“ V. 16. Sie werden einsehen, dass ihr Anstürmen gegen Israel fruchtlos ist. Hieran reiht sich Ps. 93, der kurz und prägnant diesen beiden Momenten Ausdruck' gibt. Zunächst erscheint Gott als König in seiner Herrlichkeit ד' מלך גאות לבש das Weltall ist fest gegründet, es wankt nicht. Dann wird in einem schönen Bilde auf das Toben und Wüthen der Völker gegen Israel hingewiesen, das sich aber machtlos gegen die Allmacht Gottes erweist. Das Hereinbrechen der Fluthen, das Anstürmen mächtiger Gewässer, die alle ihre Stimme erheben — sie bedeuten das Stürmen der Völkermassen gegen Israel. Das . Heranstürmen nützt nichts. 'אדיר במרום ד Gott in der Höhe ist mächtiger. Er wacht als Israels- Helfer. Im Allgemeinen passt auch die Erklärung des Talmud: •על שם שגמר מלאכתו ומלך עליהם (Schluss folgt.) Literaturbericht. Beeeuissea. Chodowski, Dv. S., Kritik des Midrasch Schir- Haschirim u. 8. w. (Schluss.) S. 54. Ueber עגלות צב handelt Buber in seiner trefflichen Pesikta-Ausgabe (S. 8) mit genügender Ausführlichkeit; wenn Aruch's Erklärung (טימיהין Tl|UXÖv)