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Das jüdische Literaturblatt · 1879-05-14 · No. 20. (14.5.1879) · p. Seite 79

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 20. (14.5.1879)
Date
1879-05-14
Page
Seite 79 (sequence 3)
Language
German
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Ussigem, womit hier schon vordie Unendlichkeit des Himmelsggewölbps breiten sich vor seinen Blicken aus. Das wirkt überwältigend. Vom Lobe Gottes muss sein Mund tiberströijnen. Auch die Scheidung zwischen Trockenem und F der dritte Schöpfungslag beginnt, wird weggenommen. ״Ströme mache ich 4u Inseln, Seeen trockne ich aus* (V. 15). Der Zusammlenhang des prophetischen Abschnittes mit dem aus deif Thora, ist auch hier zumeist im 1. Satz (V. 10) gelegen. Die Befahrer der Meere singen das Lob Gottes, einst|mmen auch die Bewohner des Festlandes. Hieran schlfiesst sich Ps 48. Welche ״eschichtliche Grundlage dieserl Ps. auch haben mag, es kann nicht übersehen werden,!dass in demselben auf ein Ereigniss auf dem Meere hngespielt wird. ״Mit einem Ostwind zerschlugst Du Tarjschisch’ Schiffe.“ V. 8. Der Psalmist besingt dieses Erpigniss und lässt Israel, das zur Zeit sicher auf dem fpsten Lande, in der Gottesstadt, auf dem heiligen Berge wohnt, das Lob Gottes singen. — So zeigt sich in den! drei Theilen, in verschiedener Gestalt, bei verschiedenen! Anlässen immer derselbe Gedanke ausgedrückt. Ausser: diesem inneren Zusammenhänge kann noch hervorgehoben werden, dass in den beiden angeführten Abschnitten! Jes. V. 10 und Ps. V. 11 die beiden Halbverse fast wörtlich übereinstimmen. Jes.: Singt dem Herrn ein neues Lied, sein Lob von allen Enden der Erde. Ps.: Wie dein Name, so dein Lob an allen Enden der Erde. Hierzu passt auch die Erklärung des Talmud על שם שחלק מעשיו ומלך אליהן, wobei der Hauptton darauf gelegt wirq, dass Gott das, was er scheinbar als zusammengehörig geschaffen, durch seine Allmacht wieder getren n t hat qnd sich als Herr cind König seiner Schöpfung erwies. (Forts, folgt.) Literaturbericht. Reeeasioaen. Chodowski, Dr. S., Kritik des Midrasch Schir- Haschirim u. s. w. (Fortsetzung.) Aehnlich verfährt Vf. mit den qbrigen Quellen. Die Anfangsworte einzelner Stücke unseres Midr. zum Hohenl. und der mit diesen inhaltlich oder wörtlich übereinstimmenden der obengedachten| Midraschwerke werden einfach gegenübergesteilt — und daraus soll stillschweigend folgen, das unser Mid)ra6ch aus jenen geschöpft hat! Die Möglichkeit, dass vielleicht ein agadisches Werk, dass z. B. Wajikra RaL|ba unserem Midrasch etwas eutlehnt habe, ist für den V|f. ausgeschlossen. Von der Erörterung solch kritischer f ragen hält sich Vf. in seiner ״Kritik“ mit löblicher Scheu zurück. — Doch genug hiervon: wir müssen uns beeilen, um auch ־־ ~ lernen. 13 ff.) behandelt, die ״Textkritik“ des H. Ch. kennen zu Gleich die erste Stelle, die er (S. hat er vollständig missverstanden. Die hier in Betracht rliegenden Leip- ר, חייא רכה ור׳ רבה אמר משלי kommenden Worte lauten in der mir vc ziger Ausgabe S. 4 also: יונתן, ה' חייא כתב תחלזך, ואח״כ שה״ש ואח׳־כ קהלת מתניתא דר' חייא רבה פליגא על הדין שמעתא,. מתניתא אמרה שלשתן כתב כאחת׳ ושמעתא אמרה כל חד וחד בפני עצמו. (ל)תנ* ר׳ חייא דק לעת זקנת שלמה שרתה עליו רוח הקדש ואמר ג־ ספרים משלי קהלת ושה״ש - ור׳ ו1.ודה ויונתן •1) אמר שה"ש כתב תחלה ונו׳\ Nimmt man die oben angedeuteten, Verbesserungen vor, deren Noth- Wendigkeit keines Beweises bedarf, so bietet die Stelle gar keine Schwierigkeit. Der Verf. ü )ersetzt sie aber folgendermassen ״wörtlich“: ״Ueber cie Priorität der 3 Bücher streiten R. Chia der Aeltere und R. Jonathan. R, Chia sagt, zuerst habe Sal. die Sprüche verfasst, später Hohes Lied und nachher Prediger. Die Mischna widerstreitet. Es sagt R. Chia der Aeltere und gegen die Schemata ist Streit Die Mischna behauptet, die drei Bücher hat er zu gleicher Zeit geschrieben und die Schemata sagt, jedes Buch für sich. Es lehrt R. Chia etc.“; es ist daher nicht zu verwun-' dem, dass er sie für corrumpirt hält. Er findet drei Schwierigkeiten: 1) Nach der ersten Ansicht des R. Ch, hat Salomo seine Werke zu verschiedenen Zeiten, nach der zweiten gleichzeitig verfasst 2) Der mittlere Passus: ״Die Mischna.... Streit“ ist verworren und sinnlos. 3) Nach der ersten Ansicht des R. Ch. ist die Reihenfolge Spr., Koh., Hl. und nach’ der zweiten: Spr., Koh., Hl. Nur die e r 81 e Schwierigkeit ist vorhanden, aber darauf macht eben der M. aufmerksam. Um es in aller Kürze zu sagen: der Verf. weiss nicht, was מתניתא und שמעתא bedeutet, weiss nicht, dass R Chija Redakteur einer Boraithasan.mlung ist (מתניתא דר״ח oder תוספתא) und hat überdies, wie es scheint, die falsche la. מתניתא פלינא אמר ר״ח vor s׳ch, die er durch die Conjektur אר״ח emendiren will (Ohne Emendalion erklärt מ״ב, dass על מר אמך•) Die Stelle ist, wie Kennern kaum gesagt zu werden braucht, also zu interpretiren: Der Midrasch bringt die Controverse zwischen R. Chija und P. Jonathan über die Reihenfolge der salom. Schriften.’ R Ch. sagt, S. habe zuerst die Spr., dann das Hl., zuletzt Roh. verfasst. An diesen Ausspruch knüpft der Midr. in paranthesi die Bernerkung, dass diese eben mitgetheilte Ansicht des R. Chija ' — di. die Schematha, welche behauptet, dass SaL כל חד וחד בפני עצמו verfasst habe — im Widerspruch sei mit des R. Cheigenen Worten in der Tosefta: 'תני ר' חייא יוכו, aus denen doch hervorgehe, dass Sah שלשתן כאחת verfasst habe Dann erst wird die Ansicht des R. Jonathan gebracht, dass Sal. in . seiner Jugend das HL, im Mannasalter die Sprüche und im mürrischen Greisenalter Koh. verfasst habe. — Ebenso unglücklieb ist die Emendation auf S. 38. Für וכולם עשו ישרא׳ 1,6) הגמוניאה) liest Verf. וכל ישראל פשו הרמוניאה ״Ganz Israel schloss einen Bund“. -Aber schon der Hin-־ weis des ם״כ auf Echa rabbathi musste ihn das Richtige finden lassen Es ist einfach הימוניאה opmaia zu lesen und an וכולם עשו ist nicht zu rütteln. In Hinblick auf Richter 10,6 will nämlich der M. sagen: Sie alle, d. h. die vorher erwähnten Gottheiten, hat Israel vereinigt und qngeoetet; nur den Ewigen schloss es aus von dieser Gemeinschaft:ולא עבדוהו• אפי'בשותפות •** — Für מרימות (ibid) bietet Verf. 3 Verbesserungen, die alle nicht befriedigen. עריסות und!טורביוו können von lebenden Menschen nicht gebraucht werden; ארוות, was übrigens schon מ׳׳כ vermuthet, passt auch nicht, denn das Unterhalten der Rosse zum Dienste der Sonne wird wohl strafwürdiger sein, als das Anfertigen von Krippen. Vielleicht ist מדיאות zu lesen: ״Die Sonne hat mich verbrannt“, weil ich (cf. 2. Kön 23,11) Pferde gemästet zu ihrem Dienste. (Schluss folgt.) Christas ist nicht Chrestus. (Replik.) Der bescheidene Zweifel, welchen ich in meiner Besprechnng des Joöl’schen Buches (Nr. 13) gegen die Identificirung des von Sueton genannten Chrestus mit Christus erhoben hat den geschätzten -Vf. veranlasst, sich bei der zunftmassigen Philologie nach Succurs umzuthun. Hr. Director Freund ist auch gefällig genug gewesen, aus. der reichen Rüstkammer seines Wissens schweres Geschütz abfzuführen, um die Behauptung, jener Chrestus sei Christus, den Sieg zu erringen. Ist ihm das gelungen? Leider muss ich bekennen, dass Herr Dr. Fr. mich trotz des Ü herreichen Materials an Argumenten eines Besseren nicht belehrt heb Indess bin ich dadurch genOthigty meine in jener Recension nur leicht hingeworfene Bö- MÜMHa

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