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Das jüdische Literaturblatt · 1879-05-14 · No. 20. (14.5.1879) · p. Seite 78

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 20. (14.5.1879)
Date
1879-05-14
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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( — 78 — da ist das Geschick zu preisen, das einem grossen Vater in der Gestalt seines Sohnes einen Hüter und Walter seines geistigen Erbes bestellt hat. Ein freundlicher Stern hat der jüdischen Wissenschaft gelächelt; Samuel David Luzzatto ist ein solcher Sohn. erstanden. Aller Eifer, den Luzzatto für die Aufbewahrung seiner Briefe durch selbst oder von Schülern angefertigte Copien bethätigte, hat nicht hingereicht, um nach seinem Tode eine volle Sammlung seiner Correspondenz herstellen zu können; es war der aufopfernden Hingebung Dr. Isaie Luzz atto’s vergönnt, weit über 2000 Briefe zu sammeln, von denen .früher im Archiv der Familie keine Abschrift vorhanden war. Was dem Vater nicht gelungen war, das brachte der Sohn .zu Stande, der heute von sich rühmen kann, dass er den grössten Theil dessen, was die geistige Fruchtbarkeit seines grosssen Vaters über alle Lande hatte ausgehen lassen, wieder vereinigt und geordnet hat. Mit einer Entsagung und Ausdauer, wie sie jmr die kindliche Liebe in Verbindung mit der Begeisterung für eine gr06se Sache eingiebt, hat der keineswegs durch Liebhaberei, wie sie etwa beim Fachmann vorausgesetzt werden könnte, angezogene Mann—seines Zeichens ein Advocat — die nach mehreren Tausenden zählenden Briefl schäften gemustert, chronologisch geordnet und zum grossen Theile so gründlich durchgeuommen, dass es ihm möglich war, eine schöne Anzahl der werthvollsten dieser Urkunden mit Regesten zu versehen, die in kurzen Worten ein zutreffendes Bild des Inhaltes entwerfen. Die erste Frucht dieser edlen Bemühungen liegt in dem Verzeichnisse, auf dessen Titel*) er in vielleicht zu weit getriebener Bescheidenheit seinen Namen zu setzen sich zurückgehalten hat. Es ist eine durchaus anerkennenswerthe Probe von der Art und Reichhaltigkeit seiner Sammlungen, die uns hier entgegentritt Von 1210 der werthvollsten Briete werden uns Datum, Name und Wohnort des Empfängers verzeichnet, ih 396 Fällen belehrt uns ein knapp gehaltener Auszug über den Ge- .genstand des Briefes aus dem zuweilen wörtliche Mittheilungen gegeben werden. Ein würdig gehaltenes Vorwort, das über Plan und Einrichtung des Index bdrichtet, sowie werthvolle Beilagen von Briefen und Gedichten S. D. L.’s umrahmen in ansprechender Weise die in hohem Grade dankenswerte Arbeit. (Schluss f) Die Tempelpsalineii. Von Dr, Joseph Stier, Rabbiner in Steinamanger. (Fortsetzung.) j _ Nun entsteht auch hier die Frage: ,Warum gerade diese Psalmen, die zu der Schöpfungsgeschichte so wenig passen? Wir glauben die Antwort kurz geben zu können. Die Ansche-Maamad, die, aus welchem Grunde immer,1) für den täglichen Ritus aus der Thora die Schöpfungsgeschichte anfnahmen, sahen 'zunächst darauf, zu diesem Thoraabschnitte auch einen analogen aus den Propheten zu finden. Diesem Prophetenabschnitte fügten sie dann einen solchen aus den Hagiographen, also hier aus den Psalmen hinzu. Letzterer hatte mit dem Abschnitte aus der Thora wenig oder gar nichts gemein und bezog sich seinem Hauptinhalte nach bloss auf seinen Vorgänger, d. h auf den Abschnitt aus den Propheten. Die Stücke aus den Propheten bilden also die Bindeglieder zwischen den Abschnitten der Thora und den Psalmen. Indemwir diese Behauptung im Einzelnen nachzuweisen suchen, schicken wir voraus, dass man sich hiebei, wie überhaupt bei Gebeten und Cultusformem *) Index raesonnd de« livres de eorrespondance de fea S. D. lutttt». Padua 1878, - *) 8. Taenit 27b. nicht allzu strenge zu Gerichte setzen darf. Selten ist es der ganze Inhalt des Stückes, der den Zusammenhang vermittelt; manchmal sind es einige Sätze, zumeist ist es auch nur der erste Satz, der als Bindegjied zwischen dem einen und dem anderen Abschnitte dient. Wir gehen nun die Tag צ der Reihenfolge nach durch. I. Tag.1) Die Schöpfungsgeschichte des 1. Tages Gen. 1—5. Hieran schlierst sich aus den Propheten Jes. 42, 5—10: ,,So spriehl der Herr, der die Himmel geschaffen und sie spannte, die Erde breitete mit ihren Gewächsen, der die Seele einhauchte dem Volke auf ihr und Geist denen, die auf ihr wandeln. Ich habe dich zum Heile berufen“ elc. Ed wird dann auf die Berufung Cyrus hingewiesen, der der Befreier Israels sein soll. Hier ist es nur der erste Satz (V. 5), der den Zusammenhang mit dem Inhalte der Schöpfungsgeschichte des 1. Tages hei •stellt. Im 2. Satze (V. 6) wird schon von dem Befreier Cyrus gesprochen. Es soll damit gesagt sein: Derselbe Gott, der Himmel und Erde geschaffen, wird auch für Israel den Erretter aus der Noth schicken. Wenn die Menschen auch Grosses leisten, sie sind doch nur c ie Werkzeuge in der Hand Gottes (V. 8). Aber nur < ann schickt Gott seinen heifenden Boten, nur dann bewährt er sich als Israls Retter, setzt es wieder in sei^n alten Glanz ein, wenn es die Wege Gottes wandelt, ץ renn rein ist sein Herz, rein sind seine Hände. Dieses Letztere, das sich als Moral darstellt, spricht der Proph 1צ nicht aus, desto mehr hebt es der Psalmist (Ps. 24) hervor. V. 3. Wer darf den Berg des Herrn besteigen, wer seine heilige Stätte betreten? V. 4. Nur der Mann reiner Hände und reinen Herzens, der die Seelemit Falschheit nie belastet, zum Truge nie geschworen. Dtss Ps. 24 besonders der 1. und 2 Satz auch ohne Vermittelung des prophetischen Abschnittes für den 1. Schöp ungstag gepasst hätte, wird wohl nicht als Fehler angt rechnet werden. Die drei Stücke haben nach unserer Darstellung einen zusammenhängenden Gedankengut!». Auch die Erklärung des 1. Akiba (Rosch-ha-Schanah אל שם שהנה scheint dem- R. Jehuda im Namen!des 31a) והקנה ושליט בעולמו nach nicht so absonderlich. II. Tag. Aus der T h (ra die Schöpfungsgeschichte des 2. Tages. Gen. 1, 6—f. Es erfolgt die Scheidung zwischen Wasser und Wasrer, dem unter und dem über der Wölbung Diese letztere wird Himmel genannt. — Hieran reihtsich die Fortsetzung des obigen Cap. aus Jesaia V. 10—16. ״Singt demHe rn ein neues Lied, sein Lob von allen Enden der Erde die ihr das Meer befahret und was es füllt, Inseln und Bewohner.“ Es soll also hier das Lob Gottes anges.immt werden, zunächst von den Befahrern der Meere und denen, die ihm am nächsten sind, den Inseln 1nd ihren Bewohnern Einstimmen sollen die Wüster bewohner, Städte und Höfe und selbst die auf Bergesg dargedtellt, wie am 2. Tagie der erste Jubel über die Wunder der Schöpfung losbricht. Und das darum, weil sich Gott bei der Schöpfung des 2. Tages als Held gezeigt1) (V. 13). Dieses W sammengehörende zu trernen, aus dem Wasser selber das Gewölba zu spannen — als Wunder ein, ist ihm, mehr als die Schöpfung des 1. Tages, als Wunder ein Ueberwältigeudes. Er sieht da die Allgewalt Gottes. Die *) Wir citiren die in den S1 jedoch immer nur die S ersten Stacke scheinen Zusätze jungen n sind natürlich die bereits erwät Aufnahme jener Stücke au« dem . hiii, das«, sie naeh der Zeiytörun g wo das Gebet die Opfer ersetzet *) S. Bereschit-Rabba Absel pfeln hausen. Es wird hier under des 2 Tages, das Zuleuchtet dem Menschen mehr Unermesslichkeit des Meeres, durin• vorkommenden Maaraadot, . Lbschnitte aus ך;;ך — die späteren Datums zu sein. Ausgenommen tonten Abschnitte aus Haasinu. Die Opfercultu« zeigen besonders darauf des Tempels binzugefUgt wurden, sollte, n. 4 1

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