Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 18. (30.4.1879)
- Date
- 1879-04-30
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Honig tauchte und ihn zum Hunde führte, da leuchteten seine Augen wieder äuf. (Sam. I, 14, 27—29.)*) -Gr.-Kanischa. L ö w y. Catalogo dei manoscritti ebrak'i della biblioteca della communifa di Mantova compi• lato dal ßabbino maggiore Marco Mortara. (Schluss.) Da fällt zunächst die Bemerkung p. 32 11. auf, die Alkendi fcum Juden machen möchte. Diese früher von Vielen gehegte Vermuthung muss aber heute ein für allemal aufgegeben werden. Schon Flügel (Al-Kindi p. 18—19) hat diese Annahme zurüCkgewiesen. Stein- Schneider (Al-Farabi p. 142) führt eine Stelle an, .wo Alkendi ausdrücklich zu den ״echten Arabern“.gerechnet wird und. meint darum denn auch in seinen Anmerkungen zuBaldi, Vite di matema'ici arabi (Roma 1874, 10 n. 2), es hätten einige Gelehrte dieses Märchen nur geglaubt: sedotti . . dai nome Giacobbe, Isäcco, Giuseppe occurenti nel suo nome pieno . . . o per confusione coi traduttori ebraici. Aber auch der Grund, der Hortara zu dieser V'ermuthung bestimmt hat, ist ein hinfälliger. Nicht ein Original, sondern eine Ueber- Setzung aus dem Arabischen liegt hier vor, wie sie von den Schriften dieses fruchtbaren Philosophen nicht selten angetertigt wurden. Nach der kurzen Inhaltsangabe zu uribeilen, darf man diese Schrift nicht identificiren mit Nr. 78 in Flügel’s Verzeichniss: Sendschreiben ü(>er die Ursachen der Kräfte, die den auf Regen deutenden Himmelskörpern zugeschrieben werden, dagegen ist sie wahrscheinlich identisch mit der in Venedig 1507 erschienenen Uebersetzung: de pluviis, imbribus et ventis ac aeiis mutatione. In einem alten HandschriftenVerzeichniss in cod. Monac. 304 helindet sich auch unser Schri flehen, angeführt als: אגרת י בלהיות ובמסר הנקראת מספקת (vgl. Steinschneider, Cat. München p. 132). Eine Handschrift dieses Werkchens war in Brody vorhanden, aus der auch Steinschneider (Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft XVIII. p. 132) den Anfang mittheilt. Eine daselbst mitgetheilte Vermuthung dieses glänzenden Forschers über einen Fehler der Copie •von Brudy findet, wie ich glaube, durch den Mantuaner ־Codex volle Bestätigung. Auch in der Handschrift Nr 1055,10 der Pariser National bibliothek (vgbden Catalog p. 194)-befindet sich ein Exemplar unseres Werkchens. "Wie es scheint,"dürfte Steinschneiders Vermuthung, dass Kalonymos ben Kalonymos der Uebcrsetzer aus dem Arabischen gewesen sei, sich bestätigen Ist doch K tlonymos auch der Uebersetzer anderer Schriften Al- Kindi’s. Reichere Benutzung der Cataloge hätte auch über cod. XXXVI, den Commentar R. Hillel’s zum Sifri besseren Aufschluss gebracht. Vor Allem ist es für den Werth dieser Handschrift von Bedeutung, dass Goldenthal in seinem Wiener Catalog p. 16—17 das Äfanuscript dieses Commentars für ein Unicum gehalten hat Von Interesse ist es ferner, dass beide Handschriften beim Abschnitt כ* תשא enden, wenn auch die Wiener etwas unvollständiger ist. Wie es scheint, ist Hillel ben Eljakirn, dem allem Anscheine nach in Griechenland lebenden Verf. dieses schon den Tossaphisten bekannten Commentars, vor Beschluss des Werkes die Feder den *) Diese Stelle hat wohl nichts mit der Augenheilkunde zir schaffen; die Redensart: ״die Augen wurden hell“, ist nur bildlicher Ansdruck für da•! Brfrischtwerden nach der Ermattung (durch die Anstrengungen des Kampfes) und dem Verschmachten (durch das Fasten). — Redaction. Händen entsunken.; Was die von Mortara bezeichnete Abbreviatur ק״ק Ljetrifft, so scheint sie mir, selbst in dem p. 38 n. 1 abgegebenen besonderen Falle nichts Anderes als das bekannte קצת קשה besagen zu'wollen. An kleineren Verbesserungen notire ich p. 36 Z 12, wo wohl זעליקמאן : Seligmann zu lesen sein dürfte. Ob nicht für Riesburg Regensburg zu lesen ist? So scheint mir auch p! 37 Z. 14 statt *גינגע gelesen werden zu müssen: בינ1ען Hingen, p. 46 Z. 1 ist wohl für 1374 zu lesen: 11730, da in diesem Jahre das bekannte kabbalistisch-philosophische Werk אמונת חכמיס in Mantua gedruckt wurde Zu den nicht verbesserten Druckfehlern gehör( auch p. 32 und 33 בלתיות statt יבלחיות "’*e der Tutil des Werkes in den übrigen Hand- Schriften genannt wjrd! Es giebt zwei Arten Handschriften Verzeichnisse .herauszugeben Als Vertreter der sogenannten raisonnirende» Richtung ist Moritz Steinschneider zu nennen. Sei .e Bes’chreiUunge 1 erstaunlicher Genaui lenen Vorzug, dass sie dem Forscher stets ein Repertorium von allerhanc bung, siellt es sich liierarische Winke ui zulegen. Mortara’s der Manuscripte verbinden mit keit und Scharfsichtigkeit den seigelehrten Nachweisungen über den י betreffenden Gegenstand an die Hand geben. Diezweite׳ Art begnügt sich mii der Nennung der Titel und den notlidürfiigsten Angaben der bibliographischen Beschreijedoch keineswegs zur Aufgabe, d Hinweisungen dem Leser vor- Art liilt die glückliche Mitte; er hat sich sowohl von ermüdender Weitläufigkeit als von ebührendem Abstand zu entfernen iinsclit wohl zuweilen etwas mehr st doch stets in den Stand gesetzt über Inhalt und Bedeutung der beschriebenen Stücke eine Muihmassung zu wagen. Lange war in der Literatur von der jüdischen Gemeindebibliothek 4» Mantua die Rede. Besonders armseliger Kürze in gewusst Der Leser « zu erfahren, aber er waren es die Schrift* rühmten Lehrer, dies! n Samuel David Luzzatto’s, die darauf hinwiesen, un<jl so ist es denn auch ein Zoll von Dankbarkeit hie für, wenn Mortara seinem besein Stolze d^r italienischen .111denheit, die Arbeit zueignet. Ein glücklicher Beginn weckt die Lust zu rlüsnger Fortsetzung. Und wie sehr thäte besonders eiferung Noth! Wohl auf diesem Gebiete die Nachdürfte die Sammlung von Mantua die grösste sein, die sich in jüdischem B ■sitze auf italienischem Boden befindet, aber last, jede jüdische Gemeinde beherbergt da in ihrer Mitte einen oder den andereu Schatz, der unbekannt ist und der Wissenschaftliehen Aufmerksamkeit entgehen muss. Wie das Licht der Freiheit die Finsterniss des Druckes von den Mensehen verscheuchen half, so muss das Licht der Ueffentlichkeit die Schätze an den Tag bringen, die im Verborgenen dem sicheren Untergang entgegengehen. Das Beispiel, von Mautun so Ite zur Nacheiferung aim-gen, damit die Wissenschaft erfahre, was an Handschriften von den jüdischen Gemeindesammlungen Italiens etwa noch zu erhoffen ist. I Aber ebensowenig sollten Private säumen, über ihre handschriftlichen Sen Uze Nachricht zu geben Erst dann wird der Pietät, die in vielen jüdischen Familien durch die Aufbewahrung solcher alter Familienstücke bethätigt wird, die Krone!aufgesetzt. Unsere Geschiehte und Literatur hat noch reiche Aufschlüsse aus den Handschriften zu erwarten, darum muss das Bekanntwerden derselben als dri igend nothwendig bezeichn ■t werden. Unser Schriftthiiin muss aber auch von der Schande erlöst werden, (lass Ausgaben und Aullagen nach einer einzigen Handschrift «!!gefertigt werden, ohne das übrige Handscbriftenmaterial zu Ruthe zu ziehen. Auch zu diesem( Zwecke ist es unerlässlich,